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Papst
begütigte nun twar die tridentinistheKirchenversammlung, und die C'cfllschaft Jesutrat als eine Schutzwache um seine» Thron, die die Spuren der Refonnatio» in denkatholisch geblichenen Staaten zu vertilgen, und was in Europa verloren wordenwar, durch Missionen unter den Heiden zu ersetzen strebte; doch weder diese neue stützenoch die StaatSkunst schlauer Päpste, wie Clemens VII., Medici , 1523—§4, dendesKaisers General,KarlvonBourbon, 1527 in die Engelsburg trieb, undPaullll.,Farnese, 1534—49, der seinem Hause Parma und Piacenza erwarb, noch die mön-chische Kirchlichkeit Paul I V., Caraffa, 1552—59, noch die Mäßigung Pius IV. ,?Kedici, 1659—56, der sich bis zur Verwilligung des Kelchs für die hussitischenBöhmen herabließ, oder die Anmaßung und Härte Pius V. , 1566—72, derLurch seine, des stolzen Dominicaners und wüthenden Ketzerrichters, der er vorhergewesen, vollkommen würdige Nachtmahlsbulle (I>> coena I1c»»n>l) Fürsten undVölker empörte, obgleich seine rauhe Sittenstrenge ihm zur Ehre der Heiligsprechungverholst; ferner die gemeinnützige Thätigkeit (Gregor XIII. , 1572—65, welcherder Welt den verbesserten (Gregorianischen) Calender gab, oder die Regcntcngrößeund Weisheit SiptusV. (s. d.), 1588—99, das Glück Clemens VIII. , Aldo-brandini, 1592—1605, der 1597 Ferrara zum Kirchenstaate schlug, noch end-lich die Gelehrsamkeit Urbans VIII., Barberini, 1623—44, der Urbino dazubrachte und die Bewegung der Erde um die Sonne von Galilei abschwören ließ,vermochte das alte Ansehen eines Thrones wiederherzustellen, auf dem in der Re-gel nicht die Religion, sondern die Politik des Eigennutzes und der Herrschsucht,und im 16. Jahrh, auch meist die Schwäche und Beschränktheit regierte. Verge-bens erneuerte man zu Rom die Sprache Gregors VII. undZnnoccnzlll.; auch inkatholischen Staaten wurde der Unterschied der kirchlichen Angelegenheiten von denpolitischen schon deutlich genug begriffen, um die Einschränkungen des päpstlichenEinflusses auf die ersten in der Ordnung zu finden. Seit der Mitte des 16. Jahrh,wurde kein deutscher Kaiser mehr vorn Papste gekrönt; die Fürsten , die ihm seinePolitik abgelernt hatten, entzogen sich seiner Vormundschaft; die Nationalkirchengewannen ihm Freiheiten ab, die er vergebens streitig machte, und der westfälischeFriede, den der heil. Stuhl nie anerkannt hatte, gab einer Duldung, die mit denGrundlehren des PapismuS im geraden Widersprüche steht, eine öffentliche, vonallen europäischen Mächten verbürgte Geltung. Unter solchen Umstünden konntenicht mehr von Erweiterung der päpstl. Macht, sondern nur von Anstalten gegenihren gänzlichen Verfall die Rede sein, und der Statthalter Christi, der, da er an-fing sich den Knecht der Knechte zu nennen, Herr aller Herren ward, mußte sichnun m die Rolle eines Unterdrückten fügen, der mehr das Mitleid und die Billig-keit als den Gehorsam anspricht. Der Iansenismus raubte ihm einen bedeuten-den Theil der Niederlande , seine Bullen galten außer dem Kirchenstaate nichts mehrohne die Genehmigung der Könige, die Abgaben aus fremden Reichen gingen im-mer sparsamer ein; in Frankreich und bald auch in Deutschland wurde er das ZieldesWitzeS, und die würdigen Männer, die den heil. Stuhl im Laufe des 18. Zahrh.zierten, der gelehrte Lambertini, 1746 —58 (s. Bencdict XIV.), und der auf-geklärte Ganganelli, 1769—74 (s. Clemens XIV. ), mußten die Schuld ihrerVorfahren büßen und sich die Achtung, die diese ertrotzt hatten, durch Geduld, Nach-giebigkeit und persönliche Verdienste zu erhalten suchen. Schlimmer noch ging esihren Nachfolgern Plus VI., 1775—99, und Pius VII. seit 1800. Der Ersterewurde nach bittern Erfahrungen von den Fortschritten der Aufklärung, gerade alsder Tod Josephs II. ihm neue Hoffnungen gab (s. Nuntien), Zeuge von der Re-volution, welche die französische Kirche von ihm losriß und ihn seiner Staaten be-raubte. Der Andre mußte seine persönliche Freiheit und den Besitz des verkleinertenKirchenstaats durch ein zweideutiges Concorden 1801 mit Bonaparte und durchschmähliche Erniedrigungen er kaufen, um 1809 Beides zu verlieren. Er verdankte