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Papyrographie Parabel
Herrschergeschlecht in Europa geben, tas seit einigen Jahrhunderten so viele auf-einanderfolgende fleckenlose Herrscher gehabt halte als eben Rom . Durch die Zn-stitutionen, die mit dem Papstthum verbunden sind, ist übrigens dafür gesorgt, daßder Papst weniger als jeder andre Herrscher in Europa willkürlich handeln kann. —Der Stand des Papstes ist in jetzigen Zeiten schwierig; es wird hohe Weisheiterfoderr, das aus dem Schiffbruche der Zeit Errettete zu bewahren und der verwai-sten deutschen Kirche zu einer neuen Existenz zu verhelfen. Kaum ist es denkbar, daßje ein Despotismus des Papstes Europa bedrohen werde; abgerollte Jahrhunderterollen nicht zurück. Europa aber scheint weit mehr zu bedürfen einer Wiederanzie-hu»g der kirchlichen Bande, als Discussionen über die Beibehaltung der Papal -rechte. Ären» Protestanten dem Einheitspunkte der kachel. Küche abhold sind, sowird das Zeder als conseguent anerkennen; aber staunen muß man, wenn manKatholiken faseln hört von einer kathol. Kirche ohne Einheitspunkt, wenn selbe sichgebärden, als sei gegenwärtig Übergewicht der päpstl. Gewalt das Übel, an dem das'kirchliche Leben Europas erkranke. Mögen zum Schlüsse noch Zoh. v. Müller'sWorte hier stehen: „Man sagt: Er ist nur ein Bischof! Ebensowie Maria The-resia nur eine Gräfin von Habsburg , der Held von Roßbach nur einer von Zollernist; man weiß, welcher Papst Karl d. Er. zum ersten Kaiser gekrönt; wer hat aberden ersten Papst gemacht? Ein Bischof war.ter Papst, und er war der heiligeVater, der oberste Priester, der große Khalise (so nannte ihn Zbn Abulfcda, Fürstvon Hamath ) aller Königreiche und Fürstenthümer, aller Herrschaften und Städtein dem Lande gegen Abend, welcher die wilde Zeigend unserer Staaten durch Got-tesfurcht gezähmt. Weit entfernt von aller Furchtbarkeit, gewaltig nur durchSegen, ist er noch heilig in den Herzen vieler Millionen, groß bei Potentaten, diedas Volk ehren, der Besitzer einer Macht, vor der in NOV Zähren, von dem HauseCäsar's bis auf den Stamm Habsburg , vieleNarionen und alle ihreHelden vor über-gegangen sind. Das ist der Papst!" V. e. Kath.
Papprographie, die von Sennefelder kürzlich entdeckte Kunst, sich derCartons, die mit einer thonkalkarrigen Masse überstrichen sind (lithographischesPapier genannt), statt der Steinplatten zum Druck zu bedienen. S. Sennefel-der's papvrograph. Sammlung.
Papyru s, s. Papier.
P a r a b a so (griech.), Übergang, Fehltritt, Ausschweifung; insbesondereein Theil der alten Komödie, wo der Dichter selb«? an die Zuschauer spricht, d. h. inseiner Person durch den Chorführer; oder eine Art ästhetisch-politischer Anrede andas Publicum.
Parabel (-es^t-aX^), bisweilen ein Gleichniß, vorzüglich aber eine Reihe,eine ganze Rede oder Erzählung in Gleichnissen (Gleichnißrede); daher parabo-lisch, gleichnifimäßig. Letztere verhält sich zum einfachen Gleichnisse wie die Alle-gorie zur Metapher, und darf also weder mit der Allegorie noch mit der Parömie(der sprüchwörrl. Rede), noch mit der Fabel verwechselt werden, deren Gebiet sie oftbestreist. Zn der Allegorie wird das Urbild ganz verhüllt, und das Abbild tritt stattdesselben auf. Zn der Parabel bleibt das Urbild in der Vergleichung stehen. DasUrbild ist aber nicht auf eine allgemeine Wahrheit zu beschränken; oft ist eS ein ein-zelner Gegenstand oder Vorfall, den man durch Ähnliches erläuterte und in seinerwahren Bedeutung darstellte, und in der That hat die Parabel ursprünglich den Cha-rakter des Gelegentliche» gehabt. Don der Fabel im engern Sinne (im weiter» Siimeist sie selbst Fabel) unterscheidet sie sich, daß sie aus dem Gebiete des Wirklichen her-genommen ist, indem sie einen wahrscheinlichen Fall darstellt. Die Parabel setzt wiedas Gleichniß, da sie eine Ztee von allen Seiten umfassen und durch fortschreitendeBilder einer Art versinnlichen will, einen ruhigen Zustand des Gemüths voraus,der uns erlaubt, bei der Betrachtung eines Gegenstandes zu veiweilen, Sie wird