LOÜ Passion Pastellmalerei
Fuß hohen Berge ragt die Festung Oberhaus hervor, welche mit dem tiefer liegen-den Schlosse Niederhaus verbunden ist. Die eigentliche Stadt ist ziemlich gut, dieVorstädte hingegen sind schlecht gebaut. Unter den Gebäuden zeichnen sich aus:das ehemalige sürstl. Residenzschloß, die von Quadersteine» ausgeführte prächtigeDomkirche auf dem Domplatze, dem schönsten Platze der Stadt, mit dem von denEinw. des Unterdonaukr. dem Könige Max. Joseph 1828 errichteten Denkmale,und das ehemalige Jesuitencollegium, jetzt das Lyceum. Außer einer Tabacksfabrikund bedeutenden Bierbrauereien findet man wenig Gewerbfleiß. Wichtiger ist derHandel und die Schifffahrt auf der Donau . In der Nähe liegen die LustschlösserFreudenheim und Löwenhof. — Das Bisthum Passau (20 sIM.) wurde 1801säcularifirt und 1809 ganz mit Baiern verbunden. Der zu Passau den 22. Aug.1652 geschlossene passauer Vertrag war das erste Reichsgrundgesetz, welchesden Protestanten nach langen Kriegen die Ausübung ihrer Religion und bürgerli-chen Rechte sicherte, sS. Religionsfriede und Karl V.) — PassauerKunst nannte man sonst die vorgebliche Kunst, sich hieb- und schußfest zu machen,von einem Nachrichter in Passau , der 1611 durch Vertheilung bezauberter Zettelein muthloseS Heer, das bei Passau stand und in Böhmen eindringen sollte, durchdiese Kunst ermuthigt haben soll.
Passion, das letzte verdienstliche Leiden Christi , sowie die GeschichtSer-zählung dieses Leidens und was zum Andenken desselben in der christl. Kirche ge-schieht, wie die Feier der Fasten oder PassionSzeit, 7 Wochen lang vor Ostern,worin über PassionStexte (einzelne Abschnitte der Leidensgeschichte) Passionüpre-digten gehalten werden, und die dramat. Vorstellung dieser Geschichte, an der diemoderne Schauspielkunst im Mittelalter ihre ersten Versuche machte. L.
Passiv, s. Activ.
Passivhandel, s. Activhandel.
Paßwan Oglu, s. Widdin.
P a sie l l m a l e r e i. Pastelle oder Pastellstifte sind trockne, in Stifte ge-formte kreideartige Farben. Zuerst wird die mineralische Farbe gerieben, dann ausihr durch Vermischung mitHonigwasser, Gummi, Bleiweiß-c. ein Teig gemacht,dessen genauere Bestandtheile im Einzelnen sich nach der Farbe richten, welche manhervorbringen will. Aus diesem Teige werden die Pastelle geformt; daher derName, von dem Franz. ,>äio, in älterer Form: Diese Stifte vertre-
ten gewissermaßen die Stelle des Pinsels. Die Pastellmalerei ist also diejenige Artzu malen, bei welcher mau sich trockener, aus verschiedenen Farbenteigen gebilde-ter Stifte bedient. Man wischt mit dem Finger oder mit einem Wischer die Striche,welche man mit dem Stifte macht, und bringt mithin die Tinten, Halbschatten :c.dadurch hervor, daß man die Farbe an dem Orte, wo sie bleiben soll, vertreibt undverwischt. Nur die hellsten Lichter werden nicht verrieben. Nach Fiorillo verstan-den die ältern Schriftsteller wahrscheinlich u. d. N. Pastellmalerei mehre Gattun-gen der Zeichnenkunst, wozu mau sich der rothen, schwarzen und weißen Kreide be-diente. Der gewöhnlichste Stoff, auf welchem man mit Pastellen malt, ill blo-ßes oder auf Leinwand gezogenes, am besten grauröthliches und rauhes Papieroder Pergament. Die Pastellzemälde haben eine Anmuth und Frische, welche dasAuge besticht; wegen des Wolligen, welches diese Malerei hervorbringt, ist siegeschickter als eine andre, die Zeuchiloffe, sowie das Markige und Natürliche derFleischfarben auszudrücken, weshalb auch diese Art der Malerei sich besonders fürdas Portrait schickt und zu Bildnissen vorzüglich angewendet worden ist. Mankäun die Arbeit nach Gefallen verlassen, wieder vornehmen, nachhelfen, das Miß-fällige mit Semmelkrume auslöschen und in beliebiger Zeit vollenden, da das Un-terbrechen nicht, wie bei andern Arten der Malerei, auf ihre Farben und ihre Mi-schung Einfluß hak. Weil aber die Farben nur wie zarter Staub auf der Flache lie-