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war, anfänglich von den Angelegenheiten des Staats zurück und bewarb sich nurum die Gunst der Volkspartei. Timon zeigte sich glänzend und gesellig; er kage-gen vermied alle Gastmähler und öffentliche Vergnügungen, erschien nie andersöffentlich als im Prytaneum und in der Volksversammlung und benahm sich allent-halben mit Ernst und Würde. Da er nicht Mitglied des Areopagus war, sc be-mühte er sich, dessen Ansehen zu schwächen, und trieb seinen Freund Ephialtes an,das Volk eifersüchtig auf dieses Gericht zu machen und ein Decrek zu bewirken,welches die meisten Streitigkeiten andern Gerichtshöfen zur Untersuchung und Ent-scheidung übertrug. -rseine Beredtsamkeit war so erhaben und mächtig, daß manvon ihm sagte, er donnere und blitze in seinen Reden, und ihn den Olympiernannte. Mit großer Sorgfalt vermied er Alles, was dem Volke mißfallen konnte,und ertrug selbst Beleidigungen mit großer Geduld. Man erzählt, daß, als ihneinst Abends ein gemeiner Bürger mit Schmähungen aus der Volksversammlungbis vor sein Haus begleitet, er einem Diener befohlen habe, eine Fackel anzuzün-den und dem Manne nach Hause zu leuchte». Nachdem die VolkSpartei die Anklagedes Timon bewirkt hatte, wurde P. zu einem der Richter ernannt. Er betrug sichindeß hierin mit vieler Mäßigung und sprach von seinem großen Mitbürger mit derschuldigen 'Achtung. Die Verbannung seines Nebenbuhlers eröffnete seinen ehr-geizigen Planen endlich ein freies Feld. Da Timon das Volk gespeist und gekleidethatte, so sehte P. es durch, daß die Bedürftigen aus dem öffentlichen Schatze un-terstützt wurden. In dem Kriege, welcher 45k v. Thr. zwischen den Atheniensern undden Lacedämoniern ausbrach, gab sich P. in der unglücklichen Schlacht bei Tana-gra den größten Gefahren preis und fiel bald darauf mit einer Flotte und einem klei-nen Heere in den PeloponneS ein. Um dem Volke zu schmeicheln, das die Rück-kehr des Timon wünschte, bewirkte er selbst einen Volksbeschluß, wodurch derselbezurückberufen wurde; insgeheim aber soll er mittelst seiner Schwester eine Überein-kunft mit Timon getroffen haben, welcher zufolge der Oberbefehl des Heers die-sem, die Leitung der Staatsangelegenheiten aber ihm selbst überlassen sein sollte.Durch Timon'S Tod aber wurde er gleichkam Herr von Athen ; denn wiewol diearistokratische Partei ihm den Thucvdides, des MelesiaS Sohn, einen Verwand-ten des Timon, entgegenstellte, so war ihm dieser doch zu wenig gewachsen.„Wenn ich ihn auch Zu Boden werfe", sagte daher dieser einst von P., „so sagter doch, daß er nie daniedergelegen, und überredet selbst die Zuschauer, daß sieihm glauben". Von jetzt an beherrschie P. den Staat, ohne Herr zu heißen, undseine vornehmste Sorge war, das Volk entweder durch Aussendung neuer Tolonienoder durch kriegerische Unternehmungen zu beschäftigen. Durch die großen öffent-lichen Werke, die er errichten ließ, schmeichelte er der Eitelkeit der Athenienser,deren Stadt er verschönerte, und beschäftigte zugleich eine Meng. von Arbeiternund Künstlern. Um die Kosten dieser Unternehmungen bestreiken zu können, ließer den öffentlichen Schatz Griechenlands von Deloö nach Athen bringen, undwußte diese Treulosigkeit durch die Erklärung zu rechtfertigen, daß, da dieses Geldzur Vertheidigung gegen die Barbaren erhoben worden, durch die Anstrengungender Athenienser aber dieser Zweck erreicht wäre, die Verbündeten auch kein weiteresRecht hätten, nach der Verwendung dieses Geldes zu fragen. Seine persönlicheRechtschaffenheit in allen Geldangeleg-nheiten war über jeden Argwohn erhaben,wovon ein merkwürdiges Beispiel angeführt wird. Während einer Unternehmunggegen Euböa fielen die Lacedämonier als Bundesgenossen der Megarenser in Attikaein. P. wußte diesen Angriff durch Bestechung des Vormundes des spartanischenKönigS abzuwenden. Als er nachher Rechnung ablegte, sehte er die Summe von10 Talenten zu einer geheimen, aber nützlichen Ausgabe an, und die Athenienserbegnügten sich damit, ohne weitere Auskunft zu verlangen. Nach ununterbro-chen fortgesetzten Feindseligkeiten gegen Euböa machte sich P. zum Herrn dieser