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Achter Band. O bis Q.
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Perioptrik

manche mehr, andre weniger von äußern Einwirkungen veranlaßt werden. Habennun die äußern Umstände, welche auf den Organismus wirken, eine Regelmäßigkeitin ihrer Aufeinanderfolge, so wird man etwas Ähnliches auch in den Wirkungen imOrganismus beobachte». Außerdem müssen aber die Veränderungen, welche vonder Lebensthätigkeit selbst unmittelbar ausgehen, nach bestimmten besetzen erfolgen,welche es bewirke», daß die Erscheinungen innerhalb gewisser Zeitfrisien auftreten,verschwinde» und wiederkehren. Erscheinungen aber, von welchen man dies beob-achtet, werden periodische genannt, und der Zeitraum, innerhalb dessen sie auftreten,heißt die Periode. Wenn wir in der äußern Natur solche periodische Erscheinungenim Wechsel von Tag und Nacht, im MondeSwechscl, in dem Wechsel der Jahres-zeiten deutlich wahrnehmen, und wenn wir zu vermuthen berechtigt sind, daß auchin größer» Kreisen einzelne Perioden sich äußern: so wird man, weil die organischenKörper dem Erd- und Weltganzen untergeordnet sind, folgern müssen, daß entspre-chende periodische Veränderungen auch in den einzelnen Organismen vorsich gehen.Die Erfahrung aber zeigt, daß dem Wechsel von Tag und Nacht der des Wachensund des Schlafens entspricht, in Krankheiten scheinen die Abendexacerbationen unddie Wechselfieberansälle auf demselben Gesetze zu beruhen. Von dein Einflüsse desMondes leitet man gewöhnlich die Ebbe und Flut des Meeres ab, etwas Ähnlichesbeobachtet man auch in den Säften des thierischen und vorzüglich des menschlichenOrganismus, um den es sich hiervorzüglich handelt; die periodischen Veränderun-gen des Pulses und die periodisch zu manchen Tageszeiten vermehrten oder vermin-derten Absonderungen und Ausleerungen deuten aus eine wahre Ebbe und Flut inden thierischen Säften. Ferner sehen wir die mehrsten acuten Krankheiten in denPerioden der Mondesphasen verlaufen und sich an kritischen Tagen (dem 7., 14. ic.)entscheiden, endlich correspondirt die weibliche Periode (Katamenien) dem Umlaufedes Mondes auf eine merkwürdige Weise. Auch pflegen viele Krankheiten in ge-wissen Mondsphasen vorzüglich heftigere und häufigere Anfälle zu machen. AndenEinfluß des Wechsels der Jahreszeiten dürfen w,r bloß erinnern, da er sich deutlichgenug bald in größerer, bald in geringerer Lebensthätigkeit und vorzüglich in denepidemischen Constitutionen zeigt, welche von den einzelnen Jahreszeiten abhängen.Der Einfluß der größer» Kreise und Perioden, der sich über mehre Jahre hinauS-dchnt, entzieht sich dem Blicke des Beobachters freilich oft und leicht, indessen be-ruht auf demselben die stationnaire Krankheitsconstitution, welche sich oft vieleJahre erhält, wenigstens zum Theil; auch mögen manche Erscheinungen, welcheder Geschichte angehören und immer wiederkehren, hierher gehören. Von derLebensrhätigkeit des eignen Organismus aber hängen die an die verschiedenenLebensalter gebundenen Veränderungen ab, welche bekannt sind. (S. Älter.)Diese Verhältnisse aber müssen natürlich auch auf die oben erwähnten, von äußernperiodischen Erscheinungen abhängenden Veränderungen des Organismus einengroßen Einfluß habe», und man sieht daher von selbst, wie die mannigfaltigenperiodischen Erscheinungen des Organismus sowol im gesunden als auch im kran-ken Zustande theils von äußern Umständen, theils von den Gesetzen des Lebensselbst abhängen; auf beide Umstände niuß man Rücksicht nehmen, wenn manirgend eine periodische Erscheinung gehörig würdigen und erklären will.— Perio-dische Krankheiten sind solche, welche innerhalb eines gewissen Zeitraumsregelmäßige Anfälle oder auch nur Verschlimmerungen haben. Es findet sich dieseEigenschaft sehr häufig und bei den verschiedensten Übeln; ja es gibt kaum eineKrankheit, in welcher man sie bei manchen Individuen nicht beobachtet hatte. ImGegentheil aber wird man auch keine Krankheit finden, welche immer periodischverliefe, und man muß daher die Periodicität der Krankheiten immer als eine zu-fällige Eigenschaft ansehen.

Perioptrik. 1779 legte der, späterhin in der Schreckenden der RevorColwctsalloiis-Lcpicvn. Dd. VII!. 24