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Achter Band. O bis Q.
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Peru

aber auch ihre Auflösungen sind nur als Annäherungen anwendbar. Erst Laplacefand die allgemein gültige Formel, welche die genauesten Resultate gibt, und machtedieselbe in s.„>Ieeui,i<>»e oüle.'Ue" bekannt. Das Studium dieses schweren Wer-kes seht aber eine genaue Kenntniß der AnalysiS voraus. Zugänglicher und ge-drängter ist darüber Bohnenberger in s. „Astronomie" (?üb. 1811).

Peru, einst ein spanisches Vicekönigreich in Südamerika, jetzt die RepublikPeru (3° 20' bis 21° 3V' S.Br.) oder Niederperu und Boliv ia (s. d.A Nochgibt es Denkmäler der alten Peruaner. (S. Manko-Kapak.) Sie bearbei-teten geschickt die härtesten Steine ohne eiserne Instrumente. Sie brauchten Aptevon Kieselstein und Werkzeuge aus gehärteten, mit Zinn gemischtem Kupfer.Die erste Nachricht von dem goldreichen Peru hatte Balboa (s. d.) erhalten undseinen Landsleuken gegeben. 1525 erschien Franz Pizarro (s. d.) mit 112 M.auf der Küste von Peru und drang nach mehren mißlungenen Versuchen undnachdem er sich verstärkt hatte, übcr Tumbez bis Taxamarca vor, von wo aus erden Inka zu einer Unterredung einladen ließ. Dei dieser Zusammenkunft trugein Dominicaner dem Inka die christlichen Glaubenslehren vor und schloß mitder Erklärung, daß der Papst dem Könige von Castilien mir allen Ländern derneuen Welt ein Geschenk gemacht habe. Der Inka blieb ungläubig, wofür ermit seiner Freiheit, und 100 unschuldige Peruailer mit dem Leben büßen mußten.Zwar kauften ihn seine Unterthanen mit unermeßlichen Summen los, bald aberließ ihm Pizarro den Proceß machen und ihn zum Feuer verdammen. Da derUnglückliche in der Todesangst das Christenthum annahm, ward er aus Gnadeerdrosselt. Pizarro nahm darauf von Cusco und den unermeßlichen Schuhen die-ser Stadt Besitz. Die Gräuelthaten, welche die Spanier verübten, kamen end-lich zur Kenntniß Karls fti, der sogleich ein Gesetzbuch fur die amerikanischen Rei-che verfassen, einen königlichen Audienzhof in Lima einrichten ließ und MascoNunnez Bela zu dessen Vorsitzer und, mir dein Titel eiües Unterkbnigs, zum Statt-halter von Peru (1543) ernannte. Nunnez aber unterlag den keinem Gesetze ge-horchenden Spaniern, und Gonzalez Pizarro machte Lima zum Schauplatze seinerGrausamkeit, bis er von Pedro de la Gasca , einem Geistlichen, überwunden undauf dem Blutgerüste bestraft wurde. Gasca ordnete das Reich und gab die Re-gierung in die Hände des Audienzhofes. Doch war so lange die Ruhe in Peru vonkeinem Bestände, als die ersten Generationen des Mord-und Raubgesindels, dassich daselbst angesiedelt hatte, fortdauerten. Der Haß der in den traurigsten Zu-stand herabgesunkenen Peruaner aber äußerte sich gegen die Spanier von Zeit zuZeit, und noch im vorigen Jahrh, in Aufständen, die jedoch bald unterdrückt wur-den. <— Das ehemalige Vicekönigreich Peru (61,000 UM.), ein weites, zwi-schen den AndeS und dem Weltmeere liegendes Thal, ist in den ValleS (an derKüste) sandig, aber fruchtbar, auf den Sierras steinig und minder fruchtbar.-Ohne Potosi und Quito begreift Peru nach v. Humboldt nur noch 30,000 (n. A.21,662) ON. Die Kroneinkünfte ivurden jährlich auf 7 Mill. Thaler geschätzt,wovon 1,300,000 Thlr. in den königlichen Schatz flössen. Der Dicekönig, dessenSitz zu Lima war, hatte einen jährlichen Gehalt von 76,000 Thlrn. und außer-dem noch gewisse Monopole und Gefalle. Peru hat 2 königl. Gerichtshöfe oderAudienzen, zu Lima (seit 1513) und zu Cusko.

Nach der natürlichen Beschaffenheit kann man Peru in das niedrige Küsten-land (eine Ebene mit einem heißen Klima, wo den gänzlichen Mangel an Regenbloß die aus dem Meere aufsteigendets Dünste rmd der Thau etwas ersetzen) undin den gebirgigen Theil theilen, wo sich Bergreihen (Sierras) in einer Entfernungvon 15 Meilen von der Küste hinziehen und allmälig zu den AndeS emporsteigen,deren niedrige Absitze sie sind. Hier sind 8—10,000 Fuß sich erhebende Hoch-ebenen und zwischen den AndeS unzählige Thäler. In dem Küstenstriche sind nur