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Achter Band. O bis Q.
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424 Peter I. (Kaiser v. Rußland )

a» der schweb. Küste (1121), welchen P. trotz der engl, Flotte von 23 Linienschif-fen vollführte, den Abschluß des nnüädter Friedens (30. Aug. a. St. 1121), worinLiestand, Esthland, Ingermannland, 'Wiburgslehn und Kepholmslehn an Ruß-land abgetreten wurden; der Herzog von Holstein aber, welchem er zur Wiederer-langung VchleSwigS zu verhelfen sein Wort gegeben, wurde ein Opfer der Politik.So war der nordische Kamps nach 21 Kriegsjahren, ohne P.'sHülfsquellen zu er-schöpfen, geendet, und Rußlands Macht für immer gegründet. P. feierte denFrieden durch Gebete, Feste, durch eine allgemeine Amnestie, von welcher nurMörder und nicht zu bessernde Straßenrauber ausgenommen wurden, und Erlaßaller Federungen der Krone bis 1111. Daraus baten ihn der. Senat und die hei-lige Synode im Namen des Volks, „den Titel eines Vaters des Vaterlandes, Kai-sers aller Reußen und den Beinamen des Großen" anzunehmen. Nach vielenEinwendungen des Zaars wurde am Tage des großen Friedensfestes (22. Ock.

1121) die neue Kaiserwürde ausgerufen, welche Preußen, Holland und Schwe-den sogleich, die übrigen Mächte erst später anerkannten. Bei der in Moskau am28. Jan. 1122 wiederholten Friedensfeier erklärte er s. 12jähr., dem Herzog vonHolstein verlobte Tochter Elisabeth für volljährig. Damit aber s. große Schöpfungnicht unter schwachen oder unfähigen Regenten wieder zerfiele, gab er (5. Febr.

1122) das Gesetz wegen der Thronfolge: „daß es dem Herrscher Rußlands freisiehe» solle, zur Thronfolge zu rufen, wen er wolle, auch die Ernennug wiederzu ändern, sobald er den schon bestimmten Thronfolger für untüchtig erkenne".Auf dieses Gesetz ließ er seine Unterthanen feierlich Nereiden. Eine darauffolgendePrüfung des Adels, s. Ursprungs und s. Würdigkeit, hatte großen Einfluß ausdie neue Einrichtung der Gerichte, nach welcher künftig kein wirklicher Venator inden verschiedenen Gerichtshöfen, und kein Gerichtspräsident im Senare sitzen konnte.Zum Controleur seiner Geschäftsführung erhielt der Senat einen Generalprocura-tor, nebe» welchem noch ein Oberprocurawr angestellt wurde. Hiermit verbandP. eine neue Rangordnung. Darauf unternahm er den längst beschlossenen Zugnach Perfien (15. Mai 1122), um den Handel der Russen auf dem kaspischenMeere zu sichern. Bereits 111-1, 1116 und 1114 hatte er dieses Meer und s.Küsten von erfahrenen Veeofficieren untersuchen und die nöthigen Fahrzeuge bereithalten lassen. In dem ersten Jahre des Kriegs nahm er aber bloß Derbent, undließ die Festung Vwiätoi-Krest (zum heiligen Kreuze) und mehre befestigte Dörferanlegen, welche mit den donischen Kosackenfamilien bevölkert wurden. Die innernUnruhen in Persie» bewogen den Schach nachzugeben und im Vertrage vom 12.Sepr. 1123 (welchem auch die Pforte den 8. Juli 1124 sich anschloß) die StädteDerbent und Baku mit ihren Bezirken und die Provinzen Ghilan, Mazanteranund Astarabad an Rußland abzutreten. Doch mutzte P. seinen großen Plan, inGeorgien das Christenthum zu erneuern und an der Mündung des Flusses Kur eine Handelsstadt anzulegen, von wo der Handel bis nach Astrachan fortgesetztwerden sollte, wenigstens vor der Hand aufgeben. Nach seiner Rückkehr aus deinFelde (am 26. Dec. 1122) ward er zu neuen Untersuchungen gegen untreueStaatsbeamte veranlaßt. Der Vicekanzler Schaffiroff, einer s. Lieblinge, wurdezum Tode verurcheilt, doch auf dem Schaffst mit Verbannung begnadigt; Men-zikoff mußte 200,000 Rubel an den Fiskus zahlen, verlor viele Einkünfte undmußte selbst an f. Leibe den strafenden Arm f. Herrn empfinden, wozu sich P- fei-ner Dubina (eines Handstocks aus dickem spanischen Rohr) bediente; viele Andrewurden durch Degradation, Geld- oder LcibeSstrafe gezüchtigt. Hierauf führteP. noch ein Mal (12. Juli 1124) s. Flotte gegen Schweden , um s. Verwendungfür den Herzog von Holstein bei Vchweden und Dänemark gehörigen Nachdruck zugeben. Als dieser einen Iahrgehalt von 25,000 Thlrn. und die Versicherung derThronfolge r« Erledigungsfalle erhalten, segelte P. nach Kronstadt zurück. Hier