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klärt, und Katharina von den Morden, der Geistlichkeit und den Großen zur Kaiserin ausgerufen. P. befand sich, während dies in Petersburg vorging, zu Ora-menbaum. Als die Nachricht von der Revolution dorthin gelangte, riech ihm s.getreuer Münnich, an der Spitze der ihm treu gebliebenen Regimenter nach Pe-tersburg zu ziehen und sich der Empörer zu bemächtigen. Allein P. verlor denrechten Augenblick zu handeln, sodaß er, was Münnich noch zu thun riech, Kron-stadts und der Flotte sich nicht mehr versichern konnte. Über Reval nach Deutsch-land zur Armee zu gehen, wagte er ebenso wenig als sich an die Spitze seiner Hol-steiner zu stellen. Es blieb ihm also nichts übrig als Unterwerfung. Am folgen-den Tage (10. Juli) entsagte er der Krone, doch rettete er damit sein Leben nicht,denn Katharinas Umgebung wünschte des abgesetzten Kaisers Tod, um ihrer eignenSicherheit willen. Dieser erfolgte, wie man sagt, auf eine gewaltthätige Weise, zuRopscha am 14. Lull (3. a. St.) 1762. S. „Biogr. Peter lll." (Tüb. 1809,2 Bde.). (Vgl. Orloff.)
Petersburg (St.-) (59" 56^ 23" Br.), nach Moskau die 2. Hauptst.des rufst Reichs, in dem Gouvernement gl. N., dem ehemal. Lngermannland, istnebst Stockholm die nördlichste Residenz in Europa . Sie wetteifert mit den schön-sten und prächtigsten Städten der Welt. Der Fremde wandert mit Bewunderungaus einer regelmäßig breiten Straße in die andre; umgeben von den prächtigstenPalästen, Kirchen mit vergoldeten Thürmen und andern massiven, zum Theil ko-lossalen Gebäuden, erblickt sein Auge überall Meisterwerke der Baukunst. Tritter an einem heitern Sommermorgen aus dem kaiserl. Sommergarten an die Newa ,so hat er den herrlichen Anblick eines majestätischen Stromes mit seinen Schiffen,Gondeln, Schiffsbrücken. An beiden Ufern nahe und fern liegen prachtvolle Pa-läste, von Gold glänzende Kirchen und Thürme, reizende Lnseln und Gärten. LebeSeite der Newa ist mit einem breiten, eine Vtunde weit gehenden Kai versehen.Das angenehme Wasser der Newa ersetzt den Mangel an Brunnen. P. liegtam Ausflusse der Newa in die Ostsee . Der Zaar Peter d. Gr. legte, während desnordischen Krieges, aus feindlichem Boden 1703 den Grund zu dieser Stadt, in-dem er auf einer Lnsel der Newa eine Festung baute, zur Sicherheit gegen dieSchweden . Um diesen Bau selbst zu leiten, ließ Peter gegenüber ein kleines höl-zernes Haus bauen, das noch jetzt dasteht, und das man zu seiner Erhaltung miteinem steinernen Gebäude umgeben hat. Darauf folgten bald öffentliche undPrivatgebäude, zu deren Aufbau der kluge Zaar den herumwohnenden Adel undreiche Kaufleute in Moskau, Nowgorod u. a. Städten zu gewinnen wußte, sodafiin kurzer Zeit eine ansehnliche Stadt entstand, die unter den folgenden Regierun-gen, besonders unter Katharina ll. und dem Kaiser Alexander!,, zu einer fast un-nachahmlichen Vollkommenheit gediehen ist. Die umliegende Gegend ist flachund eben, der Boden hier und da morastig. Auch veranlassen Sturmfluten(s. d.) oft Überschwemmungen; die furchtbarste war am 19. Nov. 1824. P. istüberall offen, ohne Mauern, und nur hier und da mit einem Graben umgeben.Bei einem Umfange von fast 4 Meilen enthält es 9500 H., darunter 2356 stei-nerne, und (218,000 E. im L. 1789) 423,000 im L. 1829 (worunter 55,000Soldaten), unter welchen der 5. bis 6.Theil Ausländer, besonders Deutsche sind;die Letztem sind auch mit den Russen durch Heimchen und andre Verbindungen ammeisten verschmolzen und werten häufiger als andre Nationen zu Staats- undKriegsdiensten befördert. Außerdem findet man hier Menschen aus allen Ländernund Welttheilen; nur Luden werden nicht geduldet. Die Newa , welche die Kai-serstadt von O. nach W. durchströmt, trennt sie in 2 Theile, von welchen die süd-liche, oder die Landseite, beträchtlich größer und volkreicher ist. Die Nordseite istvon einem Arm der Newa in 2 Theile zerschnitten, welcher mitten in der Stadtsich von dem Hauptstromc scheidet und seinen Laus nach Nordwest nimmt. Stadt-