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Achter Band. O bis Q.
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PiuS Vll.

sichten, mit denen sich Bonaparte schon damals trug, der Kirche wieder neu«Hoffnung. Am 15. Juli 1801 kam ein Concordat mit Frankreich zu Stande,welches dem Papste wichtige Rechte zurückgab. P. erwähnte in der Dulle vom9. Sept., wodurch er es bekanntmachte, die „außerordentlichen Zeitumstände",unter denen er den „vorgelegten Vertrag", au/ welche Weise er konnte, zum Heilder Kirche angenommen habe, ohne sich eine Äußerung zu erlauben, die dem inChristo geliebten Sohne Napoleon Donaparre anstößig sein konnte. Dsio amstößiger war dieses Concordat den Papisten und der stanz. Geistlichkeit, weil derPapst sich darin gar zu nachgiebig gegen die weltliche Regi rung bewiesen hatte.Dieser aber wußte wohl, daß er nur seiner klugen Fügsamkeit die Herstellung seinesRechts, die Bischöfe zu investiren, die Bestätigung des Cölibats und die Erhal-tung des Zusaiiimenhangs der gallicanikchen Kirche mit seinem Stuhle verdanke.Seine Freude über die Rückkehr des Königreichs Etrurien unter die päpstl. Ge-walt wurde durch die Säcularisationen in Deutschland sehr verbittert. Dafürgelang es ihm, 1804 die Jesuiten in Sicilie» herzustellen, sowie er ihre Fort-dauer in Rußland schon 1801 bestätigt hatte; aber umsonst versuchte er, sie inFrankreich als Väier des Glaubens (s. Jesuiten ) Anzuschwärzen, und auchden Malleserorden begünst gtc er ohne Erfolg. Dem spanischen Hofe mußte eraus dessen Bitte den Verkauf von Kirchengütern bewilligen. Concordate, wie dasmit Frankre ch, ordneten das Kirchenwesen in der ligurischen und der italienischenRepublik, freilich auf franz. Fuß, aber doch unter seiner Aufsicht. Es galt jetzt,Einiges zu retten, um nicht Alles zu verlieren, und P. wußte selbst den Verlustehemaliger Einkünfte seines Stuhls zu verschmerzen, um die wesentlichsten seinerRechte zu b-haupre». Diese geschmeidige Politik b stimmte ihn auch, der Ein-ladung Bonapai te's zur Kaiserkrönung zu folgen. Gegen die Wünsche der Römerreiste er d. 31. Oct. 1804 nach Paus, wurde bei Fomainebleau vom Kaiser be-grüßt und zog den 28. .Nov. mit schicklicher Pracht in dessen Hauptstadt ein. Hierwetteiferte seuie Bescheidenheit mir den Artigkeiten der Franzosen; er mußtejedoch bald merken, daß man seine Anwesenheit nur als eine Unterhaltung für diePariser betrachtete. Seinen Zug in die Kirche am KrönungSiage verspotteteman wegen des Kreuzirägers, der ihm auf einem Esel voranritt; in der Kircheließ ihn der Kaiser eine Stunde auf sich warten, und setzte sich und seiner Gemah-lin, nachdem der Papst Beide gesalbt hatte, selbst die Krone auf. Diese Cere-monie schien der ein; ge Zweck seiner Einladung gewesen zu sein. Von den Ver-handlungen über Kirchenangelegenheiten, die P. p.rs.nlich um so wirksamer be-treiben zu können gehofft halte, kam nichts zur Sprache; der Kaiser vermied jedeErörterung, die Neugier der Pariser verwandelte sich in Geringschätzung, undda der gekränkte P^pst die Einladung nach Mailand zur Krönung Napoleons alsKönig von Italien standhaft ablehnte, trat Kälte und Feindschaft an die Stelleder ihm bisher bewiesenen Achtung. So war denn P. ohne allen Nutzen undzum großen Nach!best seinerWürde über -1 Monate in Paris hing halten worden,bis er endlich d. 4. April 1805 zurückkehren durfte, um in Rom laute Ausbrüchedes Unwillens über seine selbstverschuldete Demüthigung dafür dulden zu müssen,daß er sich bei diesem Lchrilte gänzlich verrechnet hatte. In Rom wurde er durchwiederholte Durchmärsche sranzos. Trupp.n beunruhigt, die Eroberung von Nea-pel, die kirchlichen Reformen Josephs in diesem Reiche, die Drohungen Napo-leons wegen des heimlichen Verkehrs der Römer mit den Feinden Frankreichs ,kündigten dem bedrängten Papste eine neue Katastrophe an. Die deutsche Kirchemusste er, da der Trotz seines Nuntms della Genga gegen die Könige vonBaier» und Wurlemderg die Hoffnung gütlicher Vergleiche abgeschnitten hatte,ganz ihrem Schicksale überlassen. Die Bücherverbote und pomphaften Heilig-sprechungen, mit denen er die Römer 1800—8 unterhielt, konnten seinen poli-

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