Band 
Achter Band. O bis Q.
Seite
674
JPEG-Download
 

t>7 t Polo (Marco )

geschickt würden. Der sie begleitende Tatar ward unterwegs wegen Krankheit zu-rückgelassen. Sie selbst kamen durch Armeinen nach Akre (1269), und von da nachItalien zurück. Nach Ram gingen sie nicht, weil Clemens IV. gestorben war, unddie Wahl eines neuen Papstes abgewartet werden mußte. Der eine dieser Bruder,Nicolo, fand bei der Heimkehr sein Weib todt. Dagegen war der Sohn, mit dem siebei s. Abreise schwanger gewesen war, 15— 1k I.alt, und als diePapstwahl im-mer länger sich hinzog, so beschlossen die 2 Bruder, ohne länger zu warten, 1271,inS Morgenland zurückzukehren. Nicolo nahm s. ^ohn, unsern Marco P., mit.Der Zufall fügle es, daß nach einer 3jährigen Vacanz Tebaldo de Visconti, der inPalästina war, als sie eben hinkamen, zum Papst gewählt wurde, und so erhieltensie von ibm die gewünschten geistlichen Begleiter mit Briefe» und beschenken anden Tatarkhan. Die mitgegebenen Mönche erschrocken vor den Gefahren, die ihnenauf der Reise drohte», die Italiener aber sehten sie nnuhig fort und gingen überBadakschan, über das hobcMuhtag- undBeluttaggebirg, berührten Kaschemirundzogen durch die Wüste Kobi'bis nach Kancheu an der äußersten westlichen Grenze vonder chinesischen Provinz Scheust, von wo aus sie den Khan von ihrer Ankunft unter-richten la ßen. Cr befahl ihnen, sogleich nach seinem Hoflager zu kommen, wo sie wiedas erste Mal freundbche Ausnahme fanden. Die Geschenke des Papstes, obschonIN — Lappalien bestehend, wurden von ihin mit'Achtung empfangen. Besondersaber gewann unser junger Marco P. s. ganze Gunst. Der Jüngling wußte sichLiebe und Achtung zn erwerben. Bald lernte er die Sprache des Landes und konntefür den Khan die wichtigsten Aufträge in China und den entferntesten Punkten voll-ziehen. Die vielen Reisen, die er in solchen Geschäften machte, die Bemerkungen,die er, um sie dem Khan zu berichten, niederschrieb, konnten ihm natürlich Stoff ge-nug zu dem Werke geben, das er nach seiner Heimkehr ins Vaterland niedei schrieb.Eine Zeit lang vertrat er die Stelle eines Statthalters in der Provinz Kiang na».Sein Vater, sein Dnkel waren während dessen am Hofe nicht weniger gern gesehen.Indessen regte sich bei ihnen der Wunsch, ins Vaterland heimzukehren, das sie seit17 I. verlassen hatten. Nur mit Mühe konnten sie von dem Khan die Erlaubnißdazu erhalten. Mit einer Flotte von 1 j Schiffen, auf welcher sich die Braut einespersischen Prinzen befand, die sich ihrer Schiffsahrtskunde anvertraut hatte, segeltensie aus Hainan ab, bei Cochinchina, Malakka vorbei, durch den bengalischen Meer-busen, in Ceylon, dessen Perlensischerei P. genau beschreibt, Sumatra :c. Halt ma-chend, bis sie nach 11 Monaten in Lrmuzd landeten. Der Prinz von Persien , zumThron eben gelangt, nahm sie mit gebührendem Tanke auf, und sie blieben 9 Mo-nate in Tauris. Dann reisten sie durch Armenien dem schwarzen Meere zu, gingenvon Trcbisonde nach Konstantinopel , und von da gelangten sie überNegroponte niitalle» ihren Schätzen 1295, nach einer 2tjähr.Abwesenheit glücklich an. Alle dieseUmstände lassen sich in Marco P.'s Reise nachweisen. Was s. fernern Schicksaleanlangt, so sind sie mehr auf Erzählungen und Sagen Andrer gegründet, die Ramu-sio, der 250 I. später lebte, gesammelt hat. Für mehre Angaben spricht die Wahr-scheinlichkeit. So mögen die Heimkehrenden allerdings ganz unkenntlich und nichtmehr im Stande gewesen sein, ihre Sprache rein zu sprechen. Es kostete ihnenMuhe, wieder Herren ihres Palastes zu werden, dessen sich die Anverwandte» be-mächtigt hatten. Nur die Menge von Juwelen und Perlen, die sie auslegten, konntedie Letzter» überzeugen, daß sie keine Betrüger seien. Die Stadt Venedig erfuhraber kaum, daß sie es wirklich waren, als sich Alles um ihre Freundschaft bewarb.Marco P. erhielt, weil cr nur immer in Millionen den Reichthum und dieBevölke-rung Chinas schildern konnte, den Beinamen: lieber äl-irnn Ilillioni. und s. Pa-last hieß „och nach 250 I, II vc» io >!<-! >lillii»ii. Auch auswärts war Marco P.geschätzt. Als er in dem Seetreffen bei Curzola von den Genuesern gefangen wurde,behandelte man ihn sehr m'ld, und hier soll er, um das ewige Erzählen zu ersparen,s. Reisebeschreibung ausgesetzt haben. In welcher Sprache cr es that, ist nicht aus-