Band 
Achter Band. O bis Q.
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873
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Ppoftß Progression 873

Proseß, das Ordensgelübde, welches der Klostergcistliche nach überstande-nen Noviziatjahren ablegt. (Dgl. Klostergelübde und Jesuiten .)

Profil, senkrechten Diirchschnitksriß, nennt man im Allgemeinen die Amsteht einer Sache von einer ihrerHaupkseiten, wobei mehr oder weniger von der an-der» dem Auge verdeckt wird (daher der Ausdruck Halb- und Dreiviertelprofil);insbesondere den scharf von einer Seite betrachteten Umriß des menschlichen Ange-sichts. Sehr bedeutend sind die Züge des Charakters im Profil des (Gesichts aus-gesprochen. Was im vollen, von vorn betrachteten Antlitz uns oft durch vorschwe-bende Rundung, blühende Farbe, liebliches Lächeln täuschen kann, wird im scharfenProfil von seinem Zauber entkleidet und spricht nach dem echten Geisteswerthe an,ode,- erscheint uns leer und unbedeutend. Doch gehört ein geübtes Auge dazu, umhierbei gerecht zu sein; das Bestimmte tritt im Profil leicht u> grell, das Zarte zuschwach hervor; nur wo die reinste Harmonie, verbunden mit Übergewicht desGei-siigen über das Sinnliche, herrscht, wird das Profil schöner und anstehender fein,als dte Phvsiognomie von vorn (> „ l-mo). Für den Künstler ist es am leichtesten, indem Profil die Ähnlichkeit zu treffen; aber mit seltener Zartheit und Übung mußs. Hand diese Linie zu zeichnen vermögen, wenn er weder übertreiben noch verflachenwill. Ein Zerrbild scheint dem unqeprüften Urtheile leicht befriedigend und ähnlich,da hingegen das Kennerauge eine Haarbreite Abweichung oft schon beim Profil sehrstörend findet. Aus jener scheinbaren Leichtigkeit entstand das Unwesen, welches voreiniger Zeit mit Schattenrissen getrieben wurde. Ein von dem Kronprinzen vonBaiern dem Hofrath Blumenbach in Göttingen 1818 zugesandter Schädel einesallen Griecken, aus einem antiken Grabe in Grossgriechenland herrührend, kann, inRücksicht seiner ausgezeichnet schönen Form, als Musterbild des antiken griech. Pro-fils betrachtet werden, in welchen, sich die Nase in gerader edler Linie mit der Stirnverbindet, und widerlegt die neuerlich aufgestellte Behauptung, als ob dieses Profilin den griech. Kunstwerken überall nicht nach der Natur gebildet, sondern, wie sichde Pauw darüber ausdrückt, bloß ein in verschiedenen Schulen angenommenerZeichnungsstvl sei. („Gött. gel. Anz.", 1818, St. 112.) Auch an Gebäuden, Ber-gen, Verschanzungen >c. nennt man den von einer Seite betrachteten Durchschnittoder Umriß derselben ihr Profil, und es ergibt sich, indem wir den Körper durch eineFläche senkrecht durchschnitten denken. >VI.

Progne, Prokne, s. Philomele.

Prognostikon, dieDorhertagung,Weissagung. Jemandem dasProgno-stikon stellen, heißt, ihm sein Schicksal vorhersagen, es geschehe nun aus vernünf-tigen oder abergläubischen Gründen, ernsthaft oder scherzend. Auch heißt Progno-stikon eine Art Wetterglas, welches das Wetter (durch das Trübewerden derFlüssigkeit, womit es gefüllt ist, und in welcher sich ein Bodensatz befindet) an-geblich 21—36 Stunden vorher anzeigen soll. Es ist bekannter unter dem NamenBaroskop.

Programm heißt auf Universitäten und Gymnasien eine öffentlich ange-schlagene oder ausgetheilte AnkündigungS - oder Einladungsschrift zu irgend einerfeierlichen Handlung, als einer Disputation, Promotion, Habilitation, Rede,Prüfung,c. Eben dies heißt auch Prolufion.

Progression oder Reihe, in der Mathematik eine Folge von Grö-ßen oder Zahlen, welche nach einem gegebenen Verhältnisse m - oder abnehmen.Weiset sich dies Steigen oder Falle» durch Addition oder Subtracnon aus, so istdie Reihe eine arithmetische, ergibt es sich aber durch Multiplieation oder Di-vision, eine geometrische, weil dort dos Verhältniß ein sogen, arithmetisches,hier ein geometrisches ist. So ist z. B. in der Reihe 3, 5, 7, 9, 11, 13 :c. dieDifferenz 2, d. h. jedes Glied derselben steigt um 2, sie ist alw arithmetisch;in ler Reihe 2, 4, 8, 16, 32, 64 -c. steigt jedes folgende Glied 2 Mal, folg-