L20 Pseudo-Demetricr Psychologie
(vgl. Anonym); Pseudoprophet, ein falscher Prophet; Pseudo-Smerdis, der falsche Smerdis. (S. Per sie n.)
Pseudo-Demetrier, s. Rußland .
P se ud o - Zsi d o r u s, s. Zsidorus, Deoretalen und Päpste.
P se u d o - S e b a st i a n, s. Sebastian.
Psyche, Seele und Schmetterling, durch welchen Doppelst n die schöneallegorische Dichtung von ihr ungeinein gewann, war die Tochter des Sonnengot-tes und der Endelecheia oder Entelecheia , d. i. der Stetigkeit und Strebekraft.Spätere Dichter machen sie zu einer Königstochter und erzähle» ihre Geschichte also:„Psyche, deren 2 ältere Schwestern von mäßiger Schönheit waren, war so liebreizend,daß nian sie für Venus selbst hielt und nur wie eine Göttin zu verehren, nicht zulieben wagte. Dies erregte der Venus Neid, die, uin sich zu rächen, dein Amor geb-u,sie in den verächtlichsten Menschen verliebt zu machen. Amor kam, sah Psyche undliebte sie selbst. Der Vater indeß, der s. Tochter vermählt zu sehen wünschie, wandtesich an Apollo's Orakel, welches den Ausspruch that, man sollte Psyche in Trauer-gepränge auf den Gipfel eines Berges führe» und daselbst verlassen, denn sie sei zurBraut eines schlangenartizen, Alles verwüstenden, von Göttern und Menschen ge-fürchketen Ungeheuers bestimmt. Unter Zammer wird der Ausspruch befolgt, undPsyche sieht sich allein aus dem verlassenen Helfen, als plötzlich Zephyr sie sanft um-schwebt, aufhebt und in ein schönes Lustschloß des Gottes der Liebe bringt, wo dieserjede Nacht, ungesehen und unerkannt, sie besucht und mit Anbrach des Tages wiederverläßt. Eines vollkommenen Glücks hätte Psyche genossen, wofern sie, ces GeliebtenWarnung befolgend, nie neugierig gewesen wäre, ihn näher kennen zu lernen. Alleinverführt durch ihre eifersüchtigen Schwestern, die sie, auch gegen Amor's Gebot, hattezu sich kommen lassen, glaubte sie ei» Ungeheuer m ih n zu umarmen, und die Neu-tzierde siegle. Mit einer Lampe trat sie, als er einst entschlafen war, zu ihm, entdeckteden schönsten der Götter und ließ vor freudigem schrecken eine» Tropfen heißes Olauf seine Echultern fallen. Amor erwachte, warf der bestürzten Psyche ihr Miß-trauen vor und entfloh. Trostlos irrte sie, nachdem sie vergebens sich in einen Flußzu stürzen versucht harte, in allen Tempeln umher, forschte überall nach ihrem Ge-liebten und kam Zuletzt in den Palast der Venus. Hier begann ihr eigentliches Lei-den. Venus behielt sie best sich, behandelte sie als Sklavin und legie ihr die härtesten,empfindlichsten Arbeiten auf. Psyche wäre unter der Last erlegen, hätte Amor, dersie noch immer heimlich liebte, sich ihrer nicht unsichtbar angenommen und ihr inallen Unternehmungen beigestanden. Nur der letzten gefährlichsten Probe, zurProserpina ins Schattenreich hinabzusteigen und von ihr eine Buchse mit Schön-heikSsalbe zu holen, wäre sie fast erlegen. Zwar bestand sie das Abenteuer glücklich,aber— sie öffnete die Buchse, ein töotlicher Dampf drang daraus hervor, sie sankleblos zu Boden. Da erschien Amor, und die Berührung mit seinem Pfeile brachteihr Leben zurück. Venus ward endlich verschnt; auf Jupiters Wort ward Psycheunsterblich und auf ewig mit dem Geliebte» verbunden. Mit großen Festlichkeitenward ihre Vermahlung gefeiert, ihre neidischen Schwestern aber stürzten sich voneinem Felsen. Di s allegorische Erzählung pulen wir bei Apulcjus (s. d.).
Psychiatrie (nn-ckeeino >>>o»inle), s. L>eelenheilkunde.
Psychologie (Seelenlehre). Eine Wissenschaft von der Seele kann zurAufgabe haben, zunächst die allgemein wahrnehmbaren Veränderungen und Er-scheinungen der geistigen Thätigkeit in ihrer Gesetzmäßigkeit, sowie in ihrem innernZusammenhange darzustellen, oder auch dem letzten Grunde dieser Erscheinungennachzuspüren und dasMesen der Seele, ihr Verhältniß im Weltall , zu erforschen,oder kürzer, die Seele entweder betrachten, wie sie sich äußert, oder was sie ist. EineUnb rsuchung letzterer Art hat man, weil sie Dasjenige zum Gegenstände hat, wassich.' erfahren und wahrgenommen werden kann, metaphysische und lranfcenden-