Band 
Achter Band. O bis Q.
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Puls

vereinigt und regelt, so offenbart sich demnach durch den Pul« auch dieEinwirkungdes Nervensystems, der Krad .'on Lebenslhätigkeit desselben. Da endlich auch dieFunction des Nervensystems selbst nur der Ausdruck der realen Darstellung des. organischen Lebens ist, die wir Naiurkrast nennen (s. Phv siolo g ie), so ist derPulsschlag auch überhaupt eine einzelne Äußerung der Naturkraft oder Lebenskraft.So gibt uns der Puls ein Merkmal von der Beschaffenheit der Blutmasse, vondem Krade der Kraft des arteriellen Systems, von der Art der Einwirkung te«Nervensystems, und dem Stande der organischen Natnrkrast überhaupt, und sovielfältig die Dlutmasse in ihrer Mischung, das Arteriensystem in dem Stande sei-ner Function, das Nervensystem in seiner Einwirkung, die Lebenskraft selbst inihrer Energie abweichen kann, so vielfältige Abänderungen des Pulsfchlages müssenauch dadurch bewirkt werten. Die haupisächlichsten Rücksichten bei dem Pulse sindnun theils die Zahl der Schläge, welche in einer gewissen Zeit aufeinanderfolgen,und die LAdnung und das Zeitmaß, in welchem dies geschieht, theils dir Art, wiejeder einzelne sich darstellt. In ersterer Rücksicht ist also die Zahl der Pulsschlägehäufiger oder seltener; in stets gleichem Zeitmaße, ordentlich; oder in abweichendenZeitmaßen, unordentlich; ungleich, in Rücksicht der Folge aus einander, des An-schlags, der stärke; aussetzend, sodaß nach einem Schlage oder mehren Schlägeneiner fehlt rc. In der zweiten Rücksicht ist der Puls in seinen einzelnen Schlägenstark oder schwach; die Ausdehnung der Ader schnell oder langsam; in EinemSchlage oder unterbrochen und in Absätzen; dem äußern Drucke widerstehend odernachgebend (hart oder weich); mit viel oder wenig Blutmasse versehen; voll oderleer; in seiner Ausdehnung großem oder kleinern Raum einnehmend; groß oderklein. Der regelmäßige Stand aller dieser Bestimmungen ist aber ebenso verschie-den als der Stand des Lebens in dem organischen Cyklus, den es durchläuft, nachden verschiedenen Lebensaltern; in derSpatkung des schaffenden und bildenden Cha-rakters, nach den 2 verschiedenen Keschlechtern; in der realen Darstellung der Le-bensidee; nach den verschiedenen Individuen, nach dem Temperament; endlichnach dem Kreise des Lebens im Sonnenlicht und in der Finsterniß, nach dem Wa-chen und Schlafe, und nach zufälligen Einwirkungen von Nahrung, Getränken,Gemüthsbewegungen :c. verschiede» ist. Bei dem Kinde erreicht der Regelpul«die höchste Zahl; er schlägt in der Zeitabtheilung einer Minute 100 —110 Mal,ist dabei gleichmäßig, schwach, schnell, mehr weich als hart, klein, nicht voll. Beidem Jünglinge hat die Zahl schon etwas abgenommen, sie beträgt etwa 90, etwasdarunter oder darüber. Dabei ist der Puls gleichmäßig, kräftig, ettvaS schnell undlebhaft, etwas stärker, doch noch mehr weich als hart, mäßig voll, mehr klein al«groß. Bei dem Erwachsenen beträgt die Zahl "lb, der Puls ist sehr gleichmäßig,kräftig, aber gemäßigt, zwischen weich und hart schwebend, ebenso im Mittel zwi-schen voll und leer, zwischen groß und klein. Im Greisenalter sinkt die Zahl derSchläge wol aus 60. Der Puls ist zuweilen ungleichmäßig, stark, aber langsam,hart, mehr voll als leer, mehr groß als klein. Bei dem Weiblichen Geschlecht istder Puls, im Verhältnisse zu dem des männlichen Geschlechts, häufiger, schwächer,schneller, lebhafter, weicher, voller und kleiner. Bei dem sogen, sanguinischen Tem-perament ist der Puls häufiger, lebhafter, weicher und voller; bei dem cholerischenweniger häufig,,- gemäßigter, härter, stärker; bei dem phlegmatischen langsamer,schwächer, weicher, voller; bei dem melancholischen langsam, hart und stark. Früh-morgens ist der Puls sparsamer, langsamer, gemäßigter; Nachmittag« und zumAbend hin wird er häufiger, schneller, lebhafter. Bei dem Genusse von Pfianzen-nahrüng ist er gemäßigter, langsamer, schwächer» voller, weicher; bei Fleischnah-rüng, nach dem Genusse von Gewürzen, geistigen Getränken wird er häufiger, leb-hafter, härter. In reiner, Heller Luft wird er häufig, lebhaft, schnell, in feuchter,unreiner Lust matt, langsam, weniger häufig. Von plötzlichen Gemüthserschüttr-