Puschkin Püstrich 83"
bissener Purpurschnecken sich roth färbte und dadurch Veranlassung zur nähei n Un-tersuchung dieser Thiere ward, ist bekannt. Da die Purpurschnecke nicht bloß ander phönizischen Küste, sondern im ganzen Mittelmeere gefunden wurde, so warenauch die Purpurfärbereien nicht den Phöniziern ausschließend eigen. Aber in derSchönheit, Güte und Haltbarkeit der Farbe fand ein Unterschied statt. In Tyruüwar der hochrothe und violette Purpur ganz vorzüglich. Man färbte damit vornehm-lich Wolle, gewöhnlich 2 Mal, und gab den Purpurgewändrrn durch Kunst noch«inen besondern Glanz.
Puschkin (Alexander, Graf), ein genialer russischer Dichter, geb. 1799.AlsZöglmg der Lyceums zu Zarskoje-Sel» dichtete er, 13 I. alt, sein erstes be«merkenswerthes Gedicht: „Erinnerungen an Zarskoje-SelO ", das man aber zu sehrbewunderte, denn der Knabe strebte jetzt nur dem Dichterkranze nach und vernach-lässigte die ernstern Studie». In der Folge beschäftigte er sich mit Geschichte undclassischer Literatur. Eine von ihm mit zu kühner Begeisterung gedichtete Ode andie Freiheit veranlaßte seine Entfernung aus Petersburg . Er erhielt jedoch eineAnstellung in einem Gouvernement des südlichen Rußlands , wo die neuen Umge-bungen, Natur und Menschen, Vorzeit und Gegenwart, auf seine Phantasie bil-dend einwirkten. Kaiser Nicolaus rief ihn zurück. Außer einer Menge kleinererSachen hat er 3 bedeutendere Gedichte hervorgebracht, die als eine Zierde des ruf„schen Parnasses gelten. Das erste: „Rußlan und Ljudmilla", stellt in k Ges. diealte Heldenzeit Rußlands in Kiew dar. Der heldenmüthige Wladimir, die Ritterseiner Tafelrunde, die üppigen Bojaren und die Sänger der Zeit treten handelndauf. Rußlan ist der Held des GedichiS. Seine Gemahlin Ljudmilla wird au» derGewalt eines Zauberers befreit. Auf diesis gut angelegte und meisterhaft ausge-führte Gedicht folgte ein kleineres: „Der Berggefangene, Kmv liorkul L loiinili",das die wilde Lebensweise der kaukasischen Räuverstämme schildert und durch male-rische Schönheiten anzieht. (Es ist von Wassert ins Deutsche übers., Petersb.1823.) sein Gedicht: „Die Quelle von Baktschissarai, oderderThränenbrun»neiG (Moskau 1824, von ungefähr K00 Versen, wofür der Buchhändler Ponc»mareff 3000 Rubel Honorar bezahlt hat), übertrifft die frühern. Der krimischeKhan Ghiraj weiht in einem einsamen Theile seines Garten« eine Quelle, die nochjetzt die Thränenguelle heißt, dem Andenken einer polnischen Prinzessin, die er aujeinem seiner Kriegszüge geraubt und in seinen Harem gethan hat. Der Plan desGedichiS ist einfach. Die schöne Maria macht einen liefen Eindruck auf das Herzdes Barbaren. Der Khan verläßt seine vorige Geliebte, eine leidenschaftliche Geor-gierin; die Christin widersteht allen Anträgen und Drohungen Ghirajs; dessenun-geachtet ermordet Farenia aus Eifersucht die schuldlose Maria. Eine kleine Dich-tung von ihm: „klugen schildert das frivole Leben eines jungen Man-
nes in Petersburg . Auch arbeitete P. an einem Trauerspiele „Ghodunaffst dessenForts. „Der falsche DemetriuS" sein wird.
Püstrich, ein sorbisch-wendischer Götze, dessen metallenes Bild in Son»dershausen verwahrt wird. Der Name Püstrich (Peustrich, Bussard, was mitdem wendischen Büsten, Zorngoit, der mit Donner und Blitz strafte, zusammen-trifft), weist auf den Gebrauch hin, wozu das Idol ursprünglich verwandt wor-den sein soll. Füllte man nämlich den hohlen Bauch dieses Götzen zum Theil mitWasser, verstopfte die Löcher am Kopf und Munde und setzte ihn über Feuer, soentströmte dem mißgestalteten Bilde, entpustend, heißer Dampf mit lautem Ge-braust. Der Götze gleicht einem dicken bausbackigen Jungen, das Haar perücken-artig nach alrsorbischer Art; er kniet mit dem rechten Fuße, die linke Hand auf daslinke Knie gestützt, die rechte auf den Kopf gelegt. Seine Höhe betrügt 14 Zollleipz. Maß, und etwa 9 Maß Wasser gehen in seinen Bauch. Klaproth fandin der Meiallmasse 910 Theile Kupfer, 75 Theile Zinn und 9 Theile Blei. Ein