Puzzolant 93i>
Wetzlar , welche ihm Ester auftrug, mit dem Reichskammergerichte näher bekannt.1744 erwarb er sich das Recht, Vorlesungen zu halten, zugleich mit der Licenlia»-würde, und fing nun an, die deutsche Reichsgeschicbke mit vielem Beifall vorzu«tragen. Als der Burggraf von Kirchberg nach Wetzlar abging und ihn zu wöchent-lichen Besuchen einlud, machte er daselbst die Bekanntschaft vieler beim Reichs«kammergerichte angestellten Personen und führte auch einig, Rechtssachen vor die-sem hohen Tribunale mit Glück. Zugleich machte er sich durch einige Druckschrif-ten, welche Estor mit Vorreden bereitete, bekannt. Jene Processe erwarben ihmdie Aufmerksamkeit de« KammergerichtSassessorS v. Schwarzensels, der ihn seinemDheim, dem berühmten Münchhausen, Minister und Stifter der Universität Göt-tingen , zu Vorlesungen über den Reichsproceß vorschlug. P. reiste daher 1146nach Hanover und wurde von Münchhausen für Göltingen gewonnen. Um jedochden RecktSgang bei den höchsten Gerichten in Deutschland ganz kennen zu lernen,reiste er auf königl. Kosten nach Wetzlar, Regensburg und Wien , und ging eril imHerbste 1747 als außerordentl. Lehrer der Rechte nach Göktingen. Hier las eranfangs vor 3 Zuhörern über den Reichsproccß; doch mit jedem Jahre vermehrtesich die Zahl. P.'S Thätigkeit war nun zwischen akademischen Vortrügen undschriftstellerischen Arbeiten getheilt. Don 1752 an las er regelmäßig Staatsrecht,Reichsgeschichte und Reichsproceß, und hielt ein sehr besuchtes Prakticum. AuSDankbarkeit gegen s. Freund und Gönner Münchhausen und aus Liebe zur Our-o'u> Vu^u«tn lehnte er mehre Anträge zu andern Ehreustellen ab. 1755 rückte er indie Facultät ein und wurde 1757 an die Stelle des verst. Schmaufi zum 1>,,>f. ftiri,j.ulüiei mit dem Hofrathstitel ernannt. 1762 fg. brachte er mit königl. Erlaubnißin Gotha zu, um den Erbprinzen von S.-Goiha mi Staatsrechte und in der Reichs-geschichte zu unterrichten. 1764 ward er der kurbraunschw. Wahlgesandtschaft inFrankfurt bei Gelegenheit der Ernennung Josephs II. zum röm. Könige als Rathbeigegeben. Überhaupt stand er selbst mit fürstl. Personen in genauer Verbindungund wurde wegen seiner Kenntniß des ReichvkammergericbtS oft um Rath gefragt.Er fühlte sich in s. häuslichen und AmtSverhältnissen so glücklich, daß ihm fast nichtszu wünschen übrig blieb. Daher konnte er auch nicht bewogen werden, Göktingen zuverlassen, ungeachtet er 1763 zum geh. Archivar in Dresden mit 2060 Thlrn. Ge-halt, 1766 zum Reichshofralhe, und 1769 zum Kanzler der Universität Gießen be-rufen wurde. Zur Belohnung seiner Anhäng'ichkeit anGötkingen legte ihm Münch-hausen den geh. Iustizrathtitel bei. In ununterbrochener Thätigkeit brachleer, vons. zahlreichen Schüler» geachtet und von den ersten Staatsmännern s. Zeit hochge-schätzt, die übrigen Jahre s. Lebens hm. Er erheiterte dieselben durch kleine Reisenund lehrte mit Beifall bis in s. höchstes Alter. 1796 feierte er s. Amksjubiläum;seit 1797 war er ?>»k. sinis p,ln,:>r>u5 und Ordinarius im Spruchcollegium; alsletzterer ließ er sich 1805 emeritircn. Erstarb d. 12. Aug. 1807. Seine „Histori-sche Entwickelung der Verfassung der deutschen Staaten", in 3 Thln., hat noch jetztWerth; denn er schöpfte aus guten Buellen und gründete s. Urtheil auf eine umfas-sende Kenntniß des Rechts. Doch hat P.'s Verdienst als Schriftsteller seine einwir-kende Kraft zugleich mit dem Untergänge des heil. i öm. Reichs verloren. Aber im-mer wird er wegen s. Religiosität, s. Bescheidenheit und s. außerordentlichen Thä-tigkeit als akademischer Lehrer mit Achtung genannt werden.
Puzzolan e heißt jede der Einwirkung des Feuers unterworfen geweseneMineralsiibstanz, welche mit Kalk und Sand einen vorzüglich harten Wass'rmörtelbildet. Via» unterscheidet natürliche und künstliche Pmzolane». Zu jenengehören die vulkanischen, eigentlich sogen. Puzzolanen, von Puteol,. jetzt Puzzuolo(Wtadt ain Golf von Neapel mit 1-t 600 Einw.), welche bei Neapel und Rom vorkommen; z» diesen gebrannte, khonige und eisenhaltige Erden, gebrannterSchiefer, ^teinkohlenasche w.