Quadratische Gleichungen 055
gebildet, also auch das erste unter den Parallelogrammen. Höhe, Breite und Längeeines Quadrats sind einander gleich; alle Quadrate sind einander ähnlich, auch immarhenial. Winne, und die Diagonale durch 2 einander gegenüberliegende Eckendes Quadrats gezogen, theilt dieses in 2 ganz gleiche Dreiecke. Wegen seinervollkommenen Regelmäßigkeit erhielt das Quadrat eine höhere Bedeutsamkeit jo-wol in der Mathematik überhaupt als auch in ihrer Anwendung und insbesonderebei der Ausmessung der Flächen (vgl. Maß), wo es als Urform angenommenwurde. — Aus der Berechnung des Flächeninhalts der Vierecke im Allgemeinen(Multiplikation der Länge mir der Breite oder der Basis mit der perpendicularenHöhe) und aus der Natur des Quadrats ergibt sich, daß man bei diesem nur eineSeite mit sich selber multipliciren dürfe, um den Flächeninhalt zu finden, z. B. eineSeite von 4 Fuß -j- 4 gibt 16 Inhalt. Man sagt daher auch: eine Zahlzum Quadrat erheben (vgl. Potenz), wenn man sie mit sich selbst multi-plicier; oder umgekehrt, wenn man diese Zahl aus dem Product nach einer eigen-thümlichen Formel entwickelt, die Quadratwurzel finden oder ausziehen,(Vgl. Wurzel.) Das letztere Verfahren findet auch seine Anwendung, wennman aus beirr Flächeninhalt des Quadrats das Maß seiner Seite ausmittel» will. —Die Figur des Quadrats liegt auch einer taktischen Stellung zum Grunde, die manQuarre nennt, und in welcher man ehedem oft sein Heil suchte, wenn Fußvolk inoffener Gegend schutzlos sich von allen Seiten durch Reiteranzriffe bedroht jah.Es gab eine Zeit, wo auf Übungsplätzen ungemein viel mit dieser Stellung ge-spielt wurde, bis man durch ernstere Erfahrungen sich überzeugte, daß die jetzt ge-bräuchlichen sogen, vollen Quarräs oder dichten Eolonnen der Reiterei kräftigernWiderstand boten, beweglicher und in jeder Art zweckmäßiger waren, obwol ddr Wirkung des Geschützes vielleicht mehr ausgesetzt sein dürften, als das eigentlicheältere Quarr/-. — Elektrisches Quadrat ist eine dünne Tafel von Glas,Harz, Siegellack oder einer andern an sich elektrischen Substanz nut einer metalli-schen Belegung, jedoch so, daß am Rande ein Raun, von 2 Zollen unbelegt gelas-sen ist. Diese elektrischen Platten wurden vom D. Beris 1747 in England zuerstgebraucht. — Magische Quadrate nennt man ein Kunstspiel, welches darinbesteht, daß man die Felder eines schachbrelartig eingetheilten Quadrats mit denZahlen der natürlichen Zahlenreihe oder irgend einer arithmetischen Progression soausfüllt, daß die Horizontal-, und Verticalreihen, nach Befinden auch die Diago-nalen, gleiche Summen geben; z. B.
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Euler , Kircher, Franklin, Mollweide u. A. haben Untersuchungen darüber ange-stellt. Aus Mollweide'S „Lvinnicntol. clo czuoclralis in.ißsscni" (Leipz. 1846,gr. 4.) befindet sich ein Auszug im 4. D. d. Klügel'schen „Mathem. Wörtcrb.".
Zndien, dem wahrscheinlichen Vaterlands dieser arithmetischen Spielerei, be-dient man sich solcher Quadrate als Talismane.
Quadrati scheGleichungen, auch Gl < ichungen (sd.) vom 2.