Band 
Achter Band. O bis Q.
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Qu-ivruple- und Quintuple-Allianz zu Aachen 95?

dinische Monarchie); er trat zur Quadruple - Allianz schon den 10. Nov.1118. Spanien halte sie verworfn; daher erklärten Großbritannien und Frank-reich an Philipp V. den Krieg. A!« aber der engl. Admiral Lyng (s. d.) die spa-nische Flotte den 11. Aug. 1118 an der Küste von Siechen gänzlich geschlagenhatte, und ein stanz. Heer unter Berwtck siegreich eingedrungen war, gab Philippnach. Alberoni wurde abgesetzt, und Spanien trat zu der Quadruple-Allianz imHaag den 11. Febr. 1120. All.in die Ruhe von Europa wurde dadurch nichtdauerhaft befestigt, und das ränkevolle Spiel politischer Pläne rind diplomatischerUmtriebe, um Einfluß auf die fremden Cabmeke zu erlangen, beschäftigte die vor-herrschenden Mächte nach wie vor in Paris, in Petersburg, in Wien und London .Einen ganz entgegengesetzten Charakter hatte die Politik, welche hundert Jahre spä-ter das neue Friedenssystem von Europa auf die Quadruple-Allianz von Chau-mont, aus die heilige Allianz und auf die O.uintuple-Allianz von Aachen gründete;doch wird die letztere in der Diplomatie nicht ausdrücklich so genannt. Die O,ua»druple-Allianz der 4 Mächte, Ostreich, Rußland , Preußen und England, zuChaumont von, 1. März 1814 ging aus der großen Verbindung hewor, welche1813 zur Auflösung des Napoleon 'schen Reichs gebildet worden war. Sie hattenicht die Bedeutung einer eigentliche» Allianz im alten diplomatischen Ldinne, son-dern die einer bewaffneten Verbindung zur Wiederherstellung der Unabhängigkeit.Nachdem sie ihren Zweck erreicht und Frankreichs Macht in die alten Grenzen zu-rückgeführt hatte, ward sie die Grundlage des gegenwärtig bestehenden politischenSystems, welches sowol auf dem Congresse zu Wien als auch in der heiligen Al-lianz, und zuletzt noch bestimmter und feierlicher auf dem Conzr.ffe zu Aachen (Ocr. u. Nov. 1818), in dem Vereine der 5 Mächte, Ostreich, Rußland , Eng-land, Preußen und Frankreich, die Erhaltung der Ruhe von Europa als seinen ein-zigen Zweck ausgesprochen hat, sodaß dieser Verein mit dem Herrn v. Äentz eineCoalitton des Friedens genannt werden kann. In diesem System hat, wie Hr. v.Gentz (s. „Wiener Zahrb. d. Literatur.", 5. Ld., 1819) dasselbe charakterisirt, jedereuropäische Staat seinen bestimmten und festen Platz; die Staaten sind sammt undsonders durch gemeinschaftlich anerkannte Grundsätze und durch gemeinschaftlichepositive Verträge zu Einem Zwecke verbunden; sie genießen alle gleiche Rechte; undwem, auch in dem stürmischen Zeitpunkte, wo diese neue Ordnung der Dinge —von welcher die Geschichte noch nichts Ähnliches auszuweisen hak — zu Lnandekam, die Hauptmächte ein« cinsiwetlige Oberleitung der Geschäfte, eine Art vonföderativer Dictatur ausübten, so haben sie diese doch nie als eui Vorrecht in An-spruch genommen, sie stets nur im Smue des gemeinsamen Znreresse und unterBeistimmung aller Interessenten geführt, und sie endlich zu Aachen , nachdem dieletzte provisorische Maßregel (durch die Räumung Frankreichs ) erfüllt war, feierlichniedergelegt. Frankreich aber hat durch seine Theilnahme an den aachner Verhand-lungen in der großen europäischen Friedenscoalition den ihm gebührenden Platzerhalten, und die Ansicht des Hrn. v. Pratl (in seiner Schrift: „Ob»,»,,« azn o»ie (A-iipiäs ,1'äix-l.,-(NuptülS, Par. 1819), als ob Frankreich in eben die Al-lianz aufgenommen worden sei, die bis dahin gegen Frankreich gerichtet gewesenwar, ist ebenso wenig historisch und diplomatisch richtig als in der Natur der Sachebegründet. Wenn jene letzte O.uadruple-Allianz, die durch besondere Verträge 1814und 1815 gestiftet wurde, und aus welcher sich allerdings die neueste aachner Ver-bindung der 5 Hauptmächte entwickelt hat, auch nach der Räumung Frankreichs aufrecht erhalten wurde, wie sich wol nicht mehr bezweifeln läßt, so ist sie doch nurauf bloße Möglichkeiten der Zukunft und vielleicht nie (von Frankreichs Seite her)eintretende Gefahren gerichtet. Übrigens sind jene Hauptmächte, seit Frankreich ihren in der Declarausn vom 15. Nov, ausgesprochenen Grundsätzen förmlich be -getreten ist, forchm nichts mehi als die,Wissen und natürlichsten Beschützer der all-