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Achter Band. O bis Q.
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Quellen

!)78 Quedlinburg

vorbringen wollten. Auch in Räucherungen wurde es schon damals onaewendct.Den innerlichen Gebrauch der Quecksilbermittel wagte man erst im lisi Jahrh.Matthiolus bediente sich eines von Vigo 1510 erfundenen Präcipitats; Huxhamgebrauchte Burton's ineicuii»? .ille.Oi^t»^; Basilius Valentinus empfahl zuerstden innerlichen Gebrauch des Sublimats, auch Boerhaave machte eine, wiewol nochsehr furchtsame Anwendung davon. Erst nach van Swieten'S Anleitung wagtenes die Ärzte, häufigere Versuche damit zu machen. Gegen andre als venerischeKrankheiten wurde das Quecksilber noch später angewendet, nachdem man erst mehrErfahrung über dessen Heilkraft gesammelt hatte. Man versuchte es in mancherleiHautkrankheiten, den Flechten, der Krätze, in Krankheiten des lymphatischen Sy-stems, den Skropheln, bei verhärteten Drüsen - und andern Geschwülsten, in derWasserscheu, sogar in krampfhaften Krankheiten. Der engl. Arzt Hamilton machteauf seinen großen Nutzen in verschiedenen Entzündungskrankheiten aufmerk-sam; deutsche Ärzte bestimmten diese Anwendung noch genauer.

Q u e d I i n b u r g, ein ehemaliges, von dem deutschen Könige Heinrich l.zwischen 932 und 938 errichtetes sürstl.Damenstift, zwischen Halberstadt und An-halt gelegen, dessen seit 1539 lutherische Äbtissin ein Reichsstand war und aufder rhein . Prälatenbank Sitz und Stimme hatte, enthielt auf 2 HWt. 15,000 E.Die Stiftshauytmannschaft und Erbvogtei darüber hatte Sachsen nebst dem An-spruch auf die Ämter Lauenburg, Srvekenberg und Gersdorf 1695 an Branden-burg für 300,000 Thlr. verkauft. Der Konig von Preußen hielt daher Garnisonin der Stadt, erhob Accise , Service, ließ sich den Huldigungseid leisten rc. undhielt zur Besorgung tiefer Gegenstände einen Stiftshauptmann, welcher unmittel-bar von den höchsten LandeScollegien zu Berlin abhing. Die Äbtissin aber hatteihre Regierungskannner, ihr Tonsistorium rc. Die letzte Fürstin-Äbtissin war seit1585 Sophie Albertine, eine Schwester besserst. Königs Karl XIII. von Schweden .1802 kam Quedlinburg als Entschädigung anPreußen. Quedlinburg (Klop-stock's Geburtsort), gegenwärtig eine Kreisst. im Regierungsbezirk Magdeburg derpreufi. Prov. Sachsen , liegt am Vorharz an der Bode, welche sich vor der Stadtin 2 Arme theilt, wovon der größere, die wilde Bode genannt, die Stadt auf dersüdl. und östl. Seile umfließt, die kleniere, oder der Mühlgraben, die Altstadt vonder Neustadt scheidet. Sie hat außer der Alt- und Neustadt noch 3 Vorstädte,8 Kirchen, 6 Hospitäler, ein Gymnasium, 1680 H. und 12,060 E., welche theilsFabriken in Wollenzeuchen und Leinwand, wichtige Branntweinbrennereien mitSchweinmastung und Bierbrauereien, theils Handel mit Vieh, Korn und Garten-früchten unterhalten. In der Vorstadt Westendorf, aufeinem hohen Felsen, liegendie Gebäude der vormaligen Frauenabtei, mit der schönen von Heinrich 1. erbautenStiftskirche, einer Bibliothek und den Grabmälern des deutschen Königs Heinrich I. und seiner Gemahlin Mathilde . In diese Propstei wurde 1825 die von Hoyer zuAschersleben gestiftete Rettungsanstalt für arme Waisen und Verbrecherkinder ver-legt. Außerhalb der Stadt ist der Brühl , ein Wäldchen, wo bei der Säcularfeier1824 Klopstock's Büste aufzustellen beschlossen wurde. Eine halbe Stunde vonder Stadt ist ein eisenhaltiger Gesundbrunnen. S. I). I. H. FritschGeschichte desvormal. Reichsstifts und der Stadt Quedlinburg " (2 Th., Quedlinb. u. Lpz. 1829).

Quellen, die Ausflüsse des unter der Erdoberfläche befindlichen Wassers.Sie bilden bei ihrem Fortgange über die Erdoberfläche Bäche, durch Vereinigungvon mehren derselben Flüsse, und endlich Ströme, die dem Meere Ersatz zuführenfür die täglich durch Ausdünstung verloren gehende Wassermasse. Da das Wasser,den Gesetzen der Schwere folgend, allemal von Anhöhen nach Niederungen fließt,so können auch Quellen nur an solchen Oten entstehen, die höher liegen als dieGegend, über die sie hinfließen. Alle Quellen entspringen daher mehr oder wenigeran Bergen oder Anhöhen. Sie bekommen ihre Nahrung durch das Regen- und