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Neunter Band. R bis Schu.
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Rccitiren

Recke

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gckke. In dem einfachen Recitativ findet nämlich auch Begleitung statt, allein siebesteht nur aus einfachen Accorden, welche anhaltend oder abgebrochen und zwarauf dem Pianofcrie oder Flügel, oder dem Streichquartett angegeben werden.Zu dem obligaten Recitativ hat die Instrumentalbegleitung eine größere Bedeu-tung, sie tritt hier zwischen den Vertrag, verstärkt die Empfindung , malt sie aus,oder schildert die Ursachen und Gegenstände derselben, wechselt oft gesprächsniäßig,einstimmig oder streitend, mit der musikalischen Recitation ab, und bedient sich zudiesen Zwecken aller dazu geeigneter Orchesterinstrumente. Das obligate Recita-tiv ist bei diesen Mitteln, die es umfaßt, nur für eine stärker und lebhafter wech-selnde Empfindung anwendbar; das einfache mehr für rcfleciirende, oder reindramatische Stellen und Übergänge. Da das Recitativ ein freier musikalischer Ver-trag ist, so wird dieser von dem Coinponisten mehr angedeutet als bestimmt verzeich.net: es ist daher dein Sänger in diesem Vortrage die größte Fretheit in Beziehungauf Takt, Zeilbewegung und Melodie gelassen. Im Allgemeinen muß dieser da-hin sehen, daß sein Vortrag im Recitativ im Charakter des Dzues, gleichsam alseine erhöhte Rede oder ein dem Sprechen ähnlicher Vortrage erscheine und sich derrichtigen und ungebundenen, nur durch musikalische Töne verstärkten Declama-tisn annähere; weshalb auch Verzierungen im Recitativ von sehr beschrankterAnwendung sind. Er kann dagegen in schneller und langsamer Bewegung hier freierwechseln, bald beschleunigen, bald anhalten, bald kürzer, bald länger ai.'sNoten ver-weilen, nach Maßgabe der Worte bald einen langem Ruhepunkt, der aber durchseine Stelle, durch Geltung der Sylbe und Bedeutung des Begriffs sich rechtfer-tigen muß, anwenden. (S. Cadenz.) Damit der Vortrag in Übereinstimmungstehe mit dem vorgeschriebenen Accompagnement, so bedarf der Sänger zum Reci-tativ auch der harmonischen Kenntniß. In Hinsicht aas die Begleitung muß er,insbesondere bei dem obligate» Recitativ , das Orchester sieisim Auge haben, da-mit dieses richtig einfallen und gewisse Accente des Dortrags verstärken kann,woraus sich auch ergibt, daß beim obligaten Recitativ der Sänger weniger unge-bunden ist als beim einfachen. Endlich erfodert das Recitativ schon dem oben ent-wickelten Begriffe nach ein deutliches Aussprechen der Worte, und seine vorzüglicheBestimmung im Drama, die Handlung fortzuleuen, erhöht diese Fodcrung. Leich-ter wird es jedoch den südlichen Völkern, insbesondere den Italienern, durch ihreSprache diese Foderung zu erfüllen, als den nördlichen; gleichwol da die Deut-schen das reicher instrnmentirke Recitativ häufiger anwenden als die Italiener, soMuß der deutsche Bänger um so mehr nach verständlicher Aussprache streben, weilsonst der Zweck des Dortrags verloren geht. Der recitativiscbe Vortrag scheint weitälter als der ausgebildete Gesangsvoi trag zu sein. In der neuern Zeit nähmtman Giac. Pesi, Cuccini und Cl. Monteverde als diejenigen Componisten an,welche das neue Recitativ vorbereitet haben; ferner Cesti und Giacomo Carissimi ,päpstlichen Capellmeister in der ersten Hälfte des Ist. Jahrh., als Verbesseret' des-selben. (B. auch d. A. Oper.) Das obligate Recitativ sollen Leon. da Vinci undNie. Porpora zuerst angewendet haben. Im großen ausdrucksvollen Recitativsind Händel und Gluck Meister. In der neuern Oper glänzt Mozart auchin dieser Hinsicht. Man denke an sein Recitativ zwischen Tamino und dem Prie-ster im ersten Act; und an das große Recitativ im Don Juan:O Himmel,was seh' ich" rc., welches der Donna Anna Erzählung von Don Iuan's nächtli-chem Überfall enthält; letzteres ist obligat. Ist

Recitiren, s. Dcclamiren.

Recke (Elisa von der; Elisabeth Charlotte Constantia, Frau v. d. Recke ),Tochter des Reichsgrafen Friedrich vonMedem, geb. den 20. Mai lst56 in Kur-land auf dem großmütterlichen Gute Schönburg, ward, als sie, kaut» zwei Jahrealt, ihre Mutter, eine geb. von Kvrff, verloren hatte, von ihrer Großmutter,