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Recke
Witwe des Starosten von Korff. erzogen. Diese hielt, als Gebieterin über ausge-dehnte Besitzungen, streng auf Ordnung, sorgte aber auch mütterlich für ihre Die-nerschaft, und die Armen segnete» sie als ihre Wohlthäterin. Elisa hatte eine Wär-terin, welche ihr fast täglich von den Tugenden ihrer Mutter erzählte, und durchdie Ermunterung, diesem Engel in menschlicher Gestalt ähnlich zu werden, höchstwohlthätig auf das zarte Gemüth des Kindes einwirkte. Nur in der geistigen Aus-bildung blieb Elisa zurück, weil man sie meist ungeschickten oder nachlässigen Leh-rern übergab und ohne Prüfung ihr allein die Schuld beimaß. Schon hakte sie daselfte Jahr erreicht, als die dritte Gemahlin ihres Vaters sie in das väterlicheHaus zurückfederte und ihre Unterweisung grötzemheils selbst übernahm. Nunentfaltete sich ungehindert und schnell ihr Gemüth gleichmäßig »»I ihren geisti-gen Kräften. Sie war noch nicht 1b Jahre alt, als die Anmuth und der Lieb-rciz ihrer schlanken hohen Gestalt häufig junge Männer herbeizog, die um siewarben. Aber Familienrücksichten vermochten die sonst so treffliche Stiefmutter,die sanfte Elisa (1771) mir einem Freih. v. d. Recke zu vermählen, deffen Aitzu sein mit der ihrigen im grellsten Widersprüche stand. Im zweiten Jahre«hier Ehe wurde sie Mutter einer Tochter; allem die ehelichen Verhältnisse blie-ben unglücklich. Einsam in einem öden Schlosse fand sie nur Unterhaltungin ideenreichen Bücher» und in den Tröstungen der Religion. Dies gab ihrenschon früh entwickelten frommen Gefühlen eine gewisse Überspannung, die' ihreStellung zu einem Manne, der jeder geistigen Erhebung feindlich gegenüberstand,noch peinlicher machte. Nach bjährigem Dulden erfolgte endlich eine Trennung,welche Frau v. d. Recke jedoch, so lange sie konnte, in keine förmliche -Lcheidungverwandeln ließ, um Auffoderungen zu einer anderweitigen Verbindung aus-zuweichen. Sie lebte jetzt in Mitau ganz zurückgezogen, ihrer Tochter und ihrereignen Ausbildung. Die Bekanntschaft mit den alten classischen Schriftstellernverdankte sie ihrem Bruder, Johann Friedrich v. Medem, den sie jedoch durch denTod (12. Juni 1778) verlor. Kurz vorher starb ihre Tochter (1777). Diese bei-den harte» Schläge des Schicksals gaben der Richtung ihres Geistes Zu der Geister-welt einen noch höher» Schwung, den Eagliostro, der damals nach Mitau gekom-men war, schlau benutzte, um sie durch das Versprechen an sich zu ziehe», daß ersie des Umgangs mit den Genossen der Verklärung theilhaftig mache» könne.Obwol Mit Vorsicht, traute sie anfangs den Künsten des Gauklers; der Be-trüger wurde bald entdeckt, aber von dem Wahnglauben an die Möglichkeit einesnähern Umgangs mit abgeschiedenen geliebten Menschen war Frau v. d. Recke nicht sogleich geheilt. Ihre Gesundheit litt, und der Arzt schickte sie nach Karlsbad .Auf der Reise wurde sie mit Spalding, Teller, Zöllner, Nicolai, den MinisternStrucnsee und Heinitz, mit Biesier, Bürger, den beiden Stolberg u. A. bekannt,deren Umgang ein erhellendes Licht in den Kreis ihrer mystischen Ideen warf.Besonders gab ihr Bode in Weimar über die geheimen, verderblichen Zwecke derMenschen, denen Eagliostro diente, die vollste Aufklärung. Sie schrieb ihr Buchüber Eagliostro (Berlin 1787), das mit allgemeiner Theilnahme gelesen undauf Befehl der Kaiserin Katharina ins Russische überseht wurde. Don dieserMonarchin eingeladen, ging die Verfasserin nach Petersburg , wo sie huldreichaufgenommen und beim Abschiede mit dem Nießbrauchs des Gutes Pfalzgrafenin Kurland auf ihre Lebenszeit beschenkt wurde. Dies befreite sie von drucken-den Sorgen, mit denen sie bei ihrem geringen mütterlichen Vermögen zu kämpfengehabt. Die edle Frau zog selbst dahin, um die sittliche und häusliche Lageder ihr anvertrauten Unterthanen zu verbessern. Weil eö an einer herrschaft-lichen Behausung fehlte, so bezog sie eine Gesindewohnung, eine Hütte unter denHütten ihrer Bauern, um den Bedürfnisse» derselben recht nahe zu sein. Zugleichwidmete sie sich der Erziehung junger Mädchen. Nie foderte oder empfing sie für