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Neunter Band. R bis Schu.
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Reifenstein Reil 443

anzusetzen pflegt. Dieses Ansehen des Reifes geschieht nach denselben (besehen,wie das der Salzkrystalle. (S. Meteore.)

Reifenstein oder Reifstein (Johann Friedrich), Kunstkenner, geb.1719 zu Königsberg in Preußen, siudirte daselbst die Rechte, zugleich aber auchdie schönen Wissenschaften, und übte sich im Zeichnen und Malen. Als Hof-meister eines jungen Edelmanns hielt er sich ein Jahr in Berlin auf und ging1745 auf Gottsched's Empfehlung als Pagenhofmeister nach Kassel . Hier inseinen Erwartungen getäuscht, begleitete er von 1760—62 einen Grafen Lynarnach Frankreich, der Schweiz undZtalien. In Rom , wo er eine vertraute Freund-schaft mit Winckelmann schloß und wo es ihm besonders gesteh widmete er sich demStudium des Alterthums und der schönen Künste fast ausschließlich. Seine öko-nomische Lage in Rom wurde nicht nur durch einePension von der petersburgischenMalerakademie, sondern auch, seit Josephs II. Anwesenheit, durch häufige Auf-träge vornehmer Personen zum Ankauf von Kunstsachen günstiger. Besondersschätzte ihn der Herzog von Gotha , der ihm eine Pension nebst dem HoftathStitelertheilte. Die Kaiserin von Rußland ernannte ihn, auf des Barons Grimm Für-sprache, zum Hofrath und trug ihm auf, ihr unter seiner Aufsicht von den vor-nehmsten Künstlern in Rom genaue Copien von den Logen (IoM>) Rafael'üim Vatican von gleicher Größe verfertigen zu lassen, wofür sie ihm einen Zahr-gehalt bis an seinen Tod gab. Unter R.'s unmittelbare Förderungen der Kunstgehört, außer seiner Wiederauffindung der Art und Weise, wie man GlaS-pasten von Cameen mit vielfarbigen Lagen verfertigt, auch seine Bemühung, diewiederentdeckte enkaustische Malerei (s. Enkaustik) zu vervollkommnen. (S.Hackersts „Briefe".) Er veranlaßte mehre Künstler sich damit zu beschäftigen undließ ein ganzes Cabinet für die Kaiserin von Rußland in dieser Manier arbeiten.R. war ein Mann von seltener Güte und Würde des Charakters. >— Er starb1793. Außer Archenholz's „Memoiren der Königin Christine ", welche er noch inKassel aus dem stanz. Original übersetzte, hat er kleine Aufsätze und Abhandlungenüber die Malerei und Farbenmischung geschrieben, von denen mehre im „Oourualetrsn^er", 1757, abgedruckt sind.

Reiger oder Reiher, ein storchähnlicherVogel, der sich seiner Nahrungwegen, welche in Fischen, Fröschen und Muschelthieren besteht, an Seen, Tei-chen und sumpfigen Orten aufhält. Man zählt gegen 80 Gattungen dieses Vogels,wovon jedoch fast nur der gemeine, aschgraue, in Deutschland einheimisch ist. DasReihermännchen ist auf dem Kopfe mit einem schwärzlichen Strauße geziert, dessensaubere, 1 — 3 Fuß lange Federn sehr geschätzt werden. Man gebraucht aber nichtbloß diese, sondern auch noch die Federn, welche man Kuppe der Reiher nennt, unddie an diesem Vogel hin und wieder zu finden sind, zu den Spitzen oder den Herzender Federbüsche. Durch vorzügliche Länge und eine niodige Farbe wird der Werthder Reiherfedern bestimmt. Es gibt ganz schwarze, graue, blaulichte, ganz weißeund weiße mit schwarzen Spitzen. Die schwarzen sind in Europa die kostbarsten;man findet sie nur auf der Insel Kandia; die grauen sammelt man am meisten indem wasserreichen Preußen; ganz weiße kommen aus der Levante über Cairo undaus Ostindien. Nachgestellt wird dem Reiher auch wegen des Schadens, den erin den Fischteichen anrichtet. Bei der Reiherbaize, wo man die Reiher mitabgerichteten Falken jagt (in frühern Zeiten eine der Hauptvergnügungen vornehmerJagdlicher), wird oft der Falke von dem Reiher, nach einer plötzlichen Wendungin der Lust, mit dem langen, spitzigen Schnabel aufgespießt. Die Eier und Zun-gen der Reiher speist man als Leckerbissen.

Reihe, arithmetische und geometrische, s. Progression.

Reil (Zohann Christian), 11. der Arzneiwissenschaft, königl. preuß. Geh.-Oberbergrath, Director eines klinischen Instituts, ordentl. Pros. der ^lrzneikunde