2"6 RhoduS Rhone
nedict's „Beitr. zu der Erfahr, über die Rhinoplastik, nach der deutschen Me-thode" (Breslau 1828). 16.
Rhodus , jetzt Rhodis (21OM.). Diese einst der Sonne geweihte Rosen-insel, berühmt im?klterthume wegen ihres heiternHimmels und ihrer vortrefflichenFrüchte, liegt zwischen Kandia und Cypern, 2 Meilen von der südl. Küste Kleinasiens ,im mittelländ. Meere, ist 8 Meil. lang und 3 breit. Die Luft ist gut, der Bodensehr fruchtbar, aber unbebaut. Sie war im Alterthume eine Republik mit einerbeträchtlichen Seemacht. Sie gründete Colonien inSicilien, Italien und Spa-nien. Die Größe und Schönheit ihrer Kunstwerke waren im ganzen Griechenland berühmt; auch ward sie deßhalb von den Römern viel besucht. Die Seegescßc derRhodier galten wegen ihrerZweckmäßigkeit an allen Küsten und in alle» Gewässerndes mittelländ. Meeres als Grundlage des Völkerrechts und werden noch heutezur Entscheidung benutzt (lex ksie»>iu cle j-ietu). Das mächtige und reiche Rho-duS spielte in den Kriegen der Römer, oft als Bundesgenosse, eine bedeutendeRolle. Erst Vespasian machte es zu einer röm. Provinz. 1309, nach dem Ver-luste von Palästina, wählten die Iohannirerritter diese Insel zu ihrem Wohnsitzund wurden deßhalb Rhodiserritter genannt. 1480 wehrten sie einen Angriff derTürken ab, 1522 aber ward ihr Großmeister Dilliers von dem Sultan Solima» ll.gezwungen, ihm die Insel zu übergeben, und die Ritter ließen sich nun (1530)auf Malta nieder. RhoduS mit 37,000 Einw., darunter 11,000 Griechen miteinem Erzbisch., steht unter dem Kapudan Pascha oder Großadmiral und Gou-vemeur der Inseln des Archipelagus, und wird von einem Pascha regiert. DieEinkünfte des Sultans von der ganzen Insel werden aus 90,000 Piaster ,geschätzt.Sie ist der Hauptschiffbauplatz der Türken und führt Wein, Getreide, -dl, rho-dischesHolz, Baumwolle, Südfrüchte, Wachs, Honig, Vieh w. aus. Die Hauptst.RhoduS oder Rhodis (15,000 Einw.), wird von den Türken als eine unüber-windliche Festung betrachtet, da sie mit einem dreifachen Wall und einem doppeltenGraben umgeben ist. Sie wird von Türken und Juden bewohnt, denn die in denVorstädten wohnenden Christen werden nur bis Sonnenuntergang in der Stadt ge-duldet. Noch sieht man die Wappen und Namen der Rhodiserritter über den Thü-ren vieler Häuser, und eine Straße heißt noch die Ritterstraße. Die Ltadt hat 2Häfen; hier stand wahrscheinlich der berühmte Koloß (s. d.). Vgl. Paulsen'sPreisschrift „klivlll clescriptio Mcoeloiiie,', .leinte" (Gött. 1818), und „Rhodos,ein histor.-archäolog. Fragment von Heinr. Rost" (Mona 1823). Der königl. nie-derländ. Oberst Rottiers machte 1826 auf königl. Befehl eine wissenschafkl. Reisenach RhoduS ; s. dessen „Oescript. cle, monumens lie Uliockes", 1. Lieferung1828; das Ganze 55 lithogr. Blätter.
Rhombus , Raute, ist eine vierseitige geometr. Figur, welche man sichals ein schiefes Quadrat vorstellen mag, denn der Rhombus hat 4 gleiche Seiten;weil aber diese nicht rechtwinklig, sondern schief zusammenstoßen, so sind nur diegegenüberstehenden Winkel einander gleich, und zwar 2 sind stumpfe, 2 spitzige.—Rhomboides steht ganz in dem Verhältniß zum Rechteck oder Rectangel,wie der Rhombus zum Quadrat. - 5.
R h o n e (lo ksiöue), entspringt im Tanton Wallis aus einem Gletscher amFurkaberge, nicht weit von dem St.-Gokthard und 2 starke Stunden von denQuellen des Rheins. Aus ibreni reißenden westliche» Lause durch Wallis wird siedurch viele Bäche und Flüßchen verstärkt, durchströmt dann den Genfersee undtritt als ein schiffbarer Strom in das Gebiet von Frankreich , wo sie sich südwärtswendet und eine Strecke die Greine zwischen Frankreich und Savvhen bildet. Un-terhalb Lacluse verschwindet der Strom fast gänzlich dem Auge, indem er sich mitfurchtbarem Getöse in einen Felsentrichter ergießt, der so eng ist, daß die einandergegenüberstehenden Klippen nur 2 Fuß Entfernung haben. Einige tausend Schrittunterhalb dieses Trichters läuft die Rhone fast 60 Schritt weit völlig unter dem Fel-