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Neunter Band. R bis Schu.
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Rhinoplastik

folgung zu entziehen. Man führte die Gefangenen nach Wien ab. Als hier seineGefährten.in seiner Gegenwart zum letzten Male verhört wurden, sprach er mit fe-ster Stimme in der Hoffnung, sie noch zu retten:Was wollt Ihr von ihnen?Ich allein habe Alles gethan und bereue es nicht. Ich weiß es, daß ich den Türkenwerde ausgeliefert werden und daß ich umkommen muß. Allein nur mein Leichnamwird sterben; mein Geist wird euch überleben: denn er hat schon alle Herzen derGriechen durchdrungen". Drei von den Verhafteten wurde» nebst R., gefesselt,im Mai 1198 nach Belgrad abgeführt; 3 andere, welche mit russischen Pässen ver-sehen waren, wurden über die sächsische Grenze gebracht. Der Pascha von Bel-grad schickte die Verschworenen aus Furcht, Paßwan Oglu könnte sie auf dem We-ge mit Gewalt befreien, nicht nach Konstantinopel , sondern ließ sie enthaupten undin die Donau werfen. Nach andern Nachrichten (s. dieBriefe eines Augenzeugender griechischen Revolution im I. 1821", Halle 1824) wurde N. zwischenBrekern lebendig zersägt. Unter mehren kleinen Schriften, die der Tod desMär-tyrers für Religion und Freiheil", wie R. von den Hellenen genannt wird,veranlaßte, ist die von M. C. Nikolo-Poulo, einem jungen griechischen, bei derBibliothek des königl. Instituts zu Paris angestellten Literator verfaßteNo-mokratia (Herrschaft des Gesetzes), den Manen des Rhigas geweiht", dievorzüglichste. Das ausdinckvolle Bildniß des unsterblichen Dichters befindet sich alsTitclkupfer vor den oben genanntenBriefen eines Augenzeugen". Dgl. Schott'SNachrichten über Rhigas's Leben und Schriften" (Heidelberg 1824). 20.

Rhinoplasti k (vontz,, Nase, die Kunst zu bilden), einvon

K.F. G räfe (s. d.) neu geschaffenes Wort, zur Bezeichnung der von ihm wieder-hergestellten und vervollkommneten Kunst, den Verlust der Nase organisch zu er-setzen, nämlich nicht durch eine mechanische Vorrichtung, sondern durch lebendigeErzeugung eines der Nase ähnlichen fleischigen Gebildes, wodurch denn die häßlicheVerunstaltung des Gesichts glücklich gehoben wird. Schon seit frühen Zeiten wirddiese Kunst in Indien von den Brammen und noch jetzt von den AbkömmlingendieserKaste, von denKoomas, geübt, undzwarso, daß aus der Stirnhaut ein Lap-pen ausgeschnitten und zur Bildung der neuen Nase verwendet wird; dieses Ver-fahren nennt Gräfe die indische Methode der Rhinoplastik. 1442 verrichtete Bran-ca, ein sicilischer Arzt, ebenfalls die Rhinoplastik, nicht aber nach der indischenMethode aus der Srirnhaut, sondern der Armhaut des Individuums, und nachihm wurde die Operation bei der Familie Bajani als Geheimniß getrieben, bis Kas-par Tagliacozzi (geb. 1546, gest. 1599) das Verfahren in Bologna ausübte und1591 öffentlich bekanntmachte. Vielleicht war die Kunst unmittelbar von der Fa-milie Bajani (deren letztes Glied 1511 starb) auf ihn gekommen; wenigstens ver-richtete er dieRhinoplastik ebenfalls aus der Armhaut, und die indische Methode warihm völlig unbekannt. Gräfe nennt diese Methode die italienische, und sie wurde zu-letzt von Molinetti zu Anfange des 11. Jahrh, ausgeübt. Am 8. Mai 1816 ver-suchteGräfe zuerst wieder dieNasenbildung ausderArmhaut, aneinem jungenKrie-ger, der die Nase durch einen Säbelhieb verloren hatte, und seine in manchenStücken von der italien . Methode abweichende Operationsart wird von ihm diedeutsche Methode der Rhinoplastik genannt. Auch bei dieser wird die neueNase ausder Armhaut des Individuums gebildet, nur weicht das Verfahren in etwas vondem des Tagliacozzi ab. DieRhinoplastik gehört nach derGräfe'schen Erneuerungund Verbesserung zu den glänzendern Ergebnissen der neuern Chirurgie, und es zeigtsich auch hier wieder, wie der Deutsche alles Fremde sich aneigne, um es in einerneuen und vollendetern Form so hervortreten zu lassen, daß es wahrhaft seine eigneSchöpfung wird. S. Gräfe'sRhinoplastik, oder die Kunst, den Verlustder Nase organisch zu ersetzen rc." (Berl. 1818, 4.; lateinisch von Just. Fr.Karl Hecker, Berl. 1818, 4.; italien. von Schönberg zu Neapel ); und v. Be-

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