Band 
Neunter Band. R bis Schu.
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Richardson Richelieu (Cardinal) 2!1e»

König. Voll Verzweiflung stürzte sich Richard auf s Mitbeweiber und erschlugden Fähndrich desselben, unterlag aber der Menge. Sem Leichnam >vard enr-kleide: auf dem Felde gefunden und in Leiecster begi oben. So siel d»se> ge-haßte Fürst »ri 35. Lebeiisjahre, nachdem er 2 Jahre und 2 Monate denThron, den er durch eine Menge Verbrechen erworben, nur >ml Mube behauptethakte. .Klein und mißgestaltet, von abschreckendem 'Untern, besap Richard >11.Muth,. Beredtfamkeil und königliche Eigenschaften; aber Grausamkeit, Verstel-lung, Treulosigkeit und unbegrenzte Ehi sucht machten ihn zu dem abscheulichstenTyrannen, der je auf dem engl. Throne saß.

Richardson (Samuel), einer der berühmtesten englischen Romanen-dichter, geb. 1656, war der Sohn eines Tischleis i» der Grafschaft Derbn. Daseine Vcrmögensumsiändc ihm nicht erlaubten zu studiren, so widnnte er sich derBuchdruckei kunst, um dadurch s. Hang zum liefen zu befriedigen. Bald machte ersich durch s. Talent, zu erzählen, und durch s. Fertigkeit, Briefe zu schreibe», be-merkbar. Daher federte ihn, als er s. Lehrberrn Tochter gcheiralhei und bereitss.Auskommen hatte, ein Buchhändler auf, Musicrbriefc für da? gewöhnliche Lobenabzufassen. Mit dieser Arbeit beschäftigt, kam er aufden Getauten, diese Briefedurch eine Erzählung und eingewebte moralische Lehren zu verbinden; so einstand1140 s. , Pamela", welche ungemcinen Beifall erhielt. R. wurde daturch derSchöpfer einet' Art moralischer Romane, die auch im Auslande großes Aussehenerregten. Bald konnte er selbst eine ansehnliche Druckerei errichten, wobei er sichdurch die Herausgabe mehrer periodischen Schriften ein beträchtliches Vermögenerwarb. Die vorzüglichsten s. Werke:Pamela",Clarissa" undGrandison"sind mehrmals in? Deutsche und Französische übersetzt worden. Wenn die Kritikan diesen Romanen eine zu große Breite tadelt, so erkennt sie doch auch die darinenthaltene Menschenkenntnis; und richtige Charakter-, undSilualionszeichiiung an.Unter den deutschen slbersetzungcn gehört die derClarissa" von Kosegarten, in 8Bdn., zu den besten. R. starb den 4. Zuli 1161 und hinterließ den Rufeinesrechtschaffene, wohlthätigen und arbeitsamen Mannes. Sein Leben hat AnnaLätitia Barbauld in der ,,(',>>>rusyoncleuce >>l 8,-nuuoI lliuliuillsoii u. s. w."(London 1804, 6 Bde.) erzählt.

Richelieu (Armand du PlessiS, Cardinal , Herzog v.), einer der größtenStaatsmänner Frankreichs, ward d. 5. Sept. 1585 zu Paris geb. und erhieltim 22. I. das BiSthum Lueon. Sein Vaterland war durch Heinrich N.und dessen Minister Sully aus'langer Verwirrung endlich wieder zur Ruhe, Wohl-stand und Ordnung gekommen. .Räch Heinrichs Ermordung, 1610, ward Lud-wigs XIII. Mutter, Maria v. Medici, dessen Vormünderin. Bei dieser wußteR. sich so in Gunst zu setzen, daß sie ihn 1616 zum Großalmosenier und S taars-secretair erhob. Allein die Unordnungen, welche Maria verschuldete, ihr Annei-gen an das östr. Haus und der Einfluß Concini'S (Marschalls d'Ancre) erbittertendie Großen und das Volk so, daß der König die Fremden dem öffentlichen Hassepreisgab. Der Marschall d'Ancre ward ermordet, seine Frau, Galigai , ent-hauptet, und die Königin nach BloiS verwiesen (1611). Auch die von Richelieu 1619 gestiftete Versöhnung zwischen ihr und ihrem Sohne dauerte nicht lange, dasich Maria in Verbindungen gegen den Günstling des Königs, den Connctable Lup-nes, und einige Große i1620) einließ. Richelieu , der zwischen die streitenden Par-teien hingestellt, von keiner eigentlich geliebt, von beiden aber als höchst brauchbarbetrachtet ward, hatte einen schweren Stand, und es war die ganze Klugheit einesKopfes wie des seinigen erfodcrlich, um in so mißlicher Lage nicht allein sich hal-ten, sondern auch steigen zu können. Als durch seine abermalige Vermittelung dieVersöhnung zwischen Mutter und Sohn erfolgt war, führte Maria Richelieu, derdurch ihre Verwendung 1623 Cardinal geworden war, nachdem der Connetable