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Neunter Band. R bis Schu.
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Richelieu (Armand du Plessis, Cardinal / Herzog v.) 295

berief und ihm eine Wohnung im Schlosse unmittelbar unter der seinigen anwies.Alan nannte diesen Tag (1659, lil.Nov.), der alle Hoffnungen te, KöniginundderFeinde des Cartinals vereitelte, simiixe ste, >!x;>e,. LLeil die Königin in ihiemHaffe gegen R. fortfuhr sich unbesonnen zu äußern, so brachte der Cardinal mit Hul>eseines Ralhgebers, des Capuüners Joseph, den König dahin, das sie 1631 nachCompicgne verwiesen, ihre Anhänger aber theils ihrer Stellen beraubt, theils indie Bastille gesetzt wurden. Dieses und die fast gänzliche Vernichiung derDoircchledes Parlaments und der Geistlichkeit erbitterten nicht minder Hohe als Niedere ge-,gen d:e despotische Verwaltung des Cardinals, und der Unwille brach in mannig-fache Empörungen und Verschwörungen aus, die ober durch die kräftigen undklugbercchneteu Maßregeln desselben nicht nur immer wieder gedämpft winden, son-dern selbst zur Beförderung seines Plans mit halse,! und nach und nach die Machtdes Königs zu einer völlig uneingeschränkien machten. 1652 »nterdrückien dieWaffen der köingl. Partei, geleitet durch N., den Aufstand, den die Hei zöge vonDrieanSundMontmorencu, als'Anhänger der verbanntönKönigin, erregten; Mom-morency endete auf dem Blutgerüst, obgleich alle Gusse des Rucks >i»d selbst diekönigl. Familie sich ftn ihn verweiitele». Niebt minder glücklich uineiditickte R- dieUnternehinungen der Herzoge von Lothringen , Guise, Bouillon u. A. ; selbst Die,denen der König im Geheim wohlwollte und die er sogar unterstützte, mußten vor derMacht des allgewaltigen Ministers steh beugen und mitunter mit dem Leben dasUnterfangen büßen, sich ihm widersetzt zu haben, z. B. Cmgmors, der kurz vor R.'sTode (1642) eme Verschwörung anzettelte, von der man nicht ohne Grund glaubt,daß Ludwig XIII . sie begünstigt habe. S. die trefflich geschriebene Geschichtedieser Verschwörung, von Alfred Graf von Vigiw, deutsch vom Baron Gerolf(3Thle., Lpz. 1829). (Dgl. deThou.) Indem der Minister auf solche Art dieMacht seines Kömgs im Innern des Reichs aufs höchste hob, wai er auch bemühtsie außerhalb auszubreiten. Dazu gab ihn» der dreisiigjähr. Krieg Gelegenheit. DerMann, der in Frankreich die Protestanten aufs bitterste verfolgte, gebrauchte alleKünste der Politik lind selbst die Macht der Waffen zu ihremSehutz in Deutschland ,bloß um das so gefürchtet? Haus Östreich zu demüthigen. Don ihm empstng derschweb. Konig, der Vertheidiger der bedrohten Gcwiffcnsfi eiheik in Deutschland , jedeArt von Unterstützung so lange, als er selbst nicht gefährlich für Frankreich da stand;als aber die glänzenden Siege Gustav Adolfs den Cardinal in ihm eine noch ge-fährlichere Macht als die des Hauses Habsburg fluchten ließen, da entzog erdem nordischen Könige mitten im Laufe seiner Siege die Unterstützung. Der vonihnl unternommene Krieg gegen Spanien, der bis 1659 fortdauerte, setzte Frank-reich in den Besitz von Catalonien und Roussillon, und die Losreißung Portugals von Spanien war mit sein Werk. Auch in Italien suchte R. die Macht des Hau-scs Östreich zu schwächen, und das Hcrzogthum Mantua kam durch ihn an denHerzog v. Nevers . Überhaupt steht R., so verwerflich auch sein Charakterals Mensch war, als Staatsmann für sein Land groß da; man kann ihm denRuhm nicht versagen, die monarchische Macht Frankreichs auf den böckssen Gipfelgebracht zu haben; allein man sieht sich genöthigt, den eireln, stolren, unver-söhnlich rachsüchtigen und sehr oft ohne alles moralische Gefühl handelnden Mannzu verabscheuen. Auch der Schutz und die Aufmunterung, die er den Künsten undWissenschaften mitunter angedeihen ließ, z. B. die Stiftung der -ä,?,-xl>->xx-

1635 und die Anlegung des ckareliii clo5i ^lautes. können Das nicht auswie-gen, waser alsMensch verschuldete. Richelieu starb am 4. Dec. 1642. Sei-ne größte Feindin, die Königin Maria, war wenige Monate vor ihm zu Köln inunwürdiger Dürftigkeit gestorben. Er hatte zu seinem Nachfolger im MinisteriumMazarin vorgeschlagen. Kaum ein halbes Jahr nach R.'s Tode trat auchLudwig Xlll. von der Bühne, und unter seines Nachfolgers langer Regierung ent-