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Neunter Band. R bis Schu.
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RobeSpierre

Amtmannschaft ArraS bei den Generalstaaten ernannt (1189). Als Mitglied dercomäituirenden und selbst nach der gesetzgebenden Versammlung erregte er jedochkein besonderes Aufsehen. Zwar zog er die Aufmerksamkeit durch mehre Redenauf sich, z. B. über das Erbrechen der Briefe, über die Druckfreiheit, über vor-gebliche Verschwörungen (ein Thema, über welches er beständig sprach), über dasBekleiden der Stellen, über das Recht, Krieg anzukündigen und Frieden zu schlierfe» u. s. w.; auch widersetzte er sich dem Grundsätze der Unrerletzlichkeit der Per-son des Monarchen; doch behauptete er damals noch, die monarchische Regierungsei die einzige, die einem so großen Wtaate wie Frankreich zukomme. In einemkritischen Werke jener Zeit:I.e-; gmucl» lxnnnies stu jvu>", wird er geschildertals ein Petit Immnie rollte et asisiiete. peilt c5piit 50L et pointn, petil oa-raelere ingniliitionnaiie et noariätro. folglich als ein bloß kleinlicher Mensch,der keine Feinde, aber auch keine Bewunderer habe, und wenn er etwas Auffal-landes sage, Andern nachrede. Sogar Mirabeau , dem er sich gern anschloß, sollihn damals noch verkannt und wenig geachtet haben. Zu bemerken ist es auchnoch, daß er in jener Zeit auf die Abschaffung der Todesstrafe drang und sich über-haupt sehr gemäßigt zeigte. Man wollte ihn zum öffentlichen Ankläger beim Cri-nnnalgericht ernennen. Er schlug diese wichtige Stelle aus. Aber damals schonhatte er sich mit Marat und Danton verbunden, nahm lebhaften Antheil an derIakobinergeselllchaft und gab ein Journal:Der Vertheidiger der monarchischenConstitutioM', heraus. Er ward nun (Sept. 1792) Mitglied des Convents, undhier sing sein fürchterliches Leben eigentlich an. Jetzt äußerte er sich als der ärgsteRepublikaner, verfolgte den König auf die wüthendste Art, drang auf seine Hin-richtung und verwarf allen Aufschub. Nach der Hinrichtung des Königs schlug ervor, die ganze königl. Familie und die Girondisten vor das Revolulionsgericht Zubringen. Letztere hatten s. Herrschsucht schon geahnet und ihn im Convent desAnschlags der Alleinherrschaft beschuldigt; daher ruhte R. auch nicht, bis ersie aufs Blutgerüst gebracht hatte. Von nun an beherrschte er wirklich den Na-tisnalconvent. Die pariser Gemeinde war ihm ergeben. Es wurde unter seinerLeitung ein Ausschuß fiir die öffentliche Wohlfahrt, nebst 12 Commissionen errich-tet, und somit die SchreckenSregierung begrüntet. R.'S Helfershelfer errichte-ten Tribunale in den Provinzen, welche, wie der Wohlfahrtsausschuß in Pa-ris , die unerhörtesten Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten verübten. Die He-berttsten und Dantomsien, die ihm anfangs sehr behülfiich gewesen waren, wurdenihm späterhin verdächtig und ebenfalls Schlachtopfer s. Blutgier. Den National-convent konnte er nun mit Recht seine Decretsmaschine nennen. Er herrschte ganzunbeschränkt und sprach wie der GebieterFrankreichs. Indessen merkte er, daß erallein stände, und um sich dem Volke zu nähern, beschloß er einen Schatten vonReligioit wieder einzuführen, woraus das berüchtigte Decret erschien, worin dieRepublck ein HöheresWesen anerkannte. Dieser kluge Einfall that große Wirkung,und das Fest des höher» Wesens wurde in der That mit vieler Feierlichkeit be-gangen, wobei R. eine Rede hielt, die seine eben nicht sehr religiösen Absich-ten ziemlich deutlich angab. Man rieth ihm, sich zuweilen zu Pferde zu zeigen,besonders der Truppen wegen. Er versuchte deßhalb reiten zu lernen, allein eswollte damit nicht gehen. Feig war er überhaupt; daher auch seine Tyrannei nichtlange kauerte. Da sich seine Grausamkeit über alle Parteien erstreckte und er ohneUnterschied Freunde und Feinde würgte, jene, weil er neidisch auf sie war, undbiete, weil er sie fürchtete, so hakte er bald olle Parteien gegen sich, und so großauch der schrecken war, den seine Macht einflößte, so war doch das Elend zugroß und die Unterdrückung ;u schmachvoll, als daß die Klagen »ich: hätten lautwerden sollen, selbst im Ccnvcnte. e^chon war ein Mädchen, Ramens Ceci-lia Reznaulr, in R.'S Wohnung ergriffen worden, das 2 Messer bei sich hatte

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