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Neunter Band. R bis Schu.
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RobcSpierre

und, wie man vorgab, ihn ermorden wollte. R. hatte die Grausamkeit, sie mitihrer ganzen Familie hinrichten zu lasten. Indessen ist diese Verschwörung sehrzweifelhaft, und man vermuthet, R. habe den Umstand dazu benutzt, um sich dasAnsehen eines verfolgten Staatsmannes zu geben und sich dadurch zur Dictat,,r em-porzuschwingen. Endlich entspann sich am 27. Juli 1764(9. Thermidor), zufolgeeines geheimen Einverständnisses zwischen mehren Mitgliedern depVersammlung,eine unerwartete Verhandlung, worin das Verfahren des Wohlfahrtsausschussesheftig gerügt wurde. R. und seme beiden Cvllegen, Couthon und St.-Iust, wa-ren überrascht; sie wollten sprechen, allein man überschrie sie, besonders Tal-lien; R. wollte die Bühne besteigen, sogleich erscholl im Saale das fürchterlicheGeschrei: „Herunter mit dem Tyrannen!" Er stieß einige Drohungen aus; alleinsie wurden nicht mehr gefürchtet. Jetzt ward ein Anklagedecret gegen ihn ausgefer-tigt, und er mußte sich nüt Couthon und St.-Iust, mit seinen, jüngern Bruderund Lebas vor die Schranken begeben. Das Gerücht von seiner Anklage im Na-»onalconvent verbreitete sich in Paris , noch ehe die Sitzung zu Ende war. DieGemeinde der Stadt, die ihm ergeben war, begab sich aufs Rathhaus, ließ dieSturmglocke läuten und versammelte eineMengeBewaffneter auftem Greveplahe.Henriot, der die Nationalgarde befehligte, rückte mit derselben gegen den Conventan; allein der Haß gegen den Tyrannen äußerte sich so laut, daß er Nichts that,»m denselben zu retten. R. ward also im ConventSsaale verhaktet, wobei er aus-rief: „Die Gauner triumphiren; die Republik ist verloren!" Man führte ihn zumluxemburger Gefängnisse; allein hier weigerte sich der Aufseher, aus Angst oderVorsicht, ihn aufzunehmen. Die Zahl seiner Anhänger vermehrte sich; die Wacheward überwältigt, und R. von seinen Befreiern auf das Rathhaus geführt. Dadie Gemeinde daselbst ihren Sitz hatte, so ward geschworen, nian wolle ihn ge-gen den Convent vertheidigen. Allein unterdessen erklärte ihn der Convent in dieAcht, und Barras bekam Befehl, ihn aufs Neue zu verhaften. Barras erschienmit seine» Bataillonen; das Dunkel der Nacht begünstigte ihn; er drang in denBersammlungssaal. Hier soll sich R., wie auch Lacretelle erzählt, durch einenmit unsicherer Hand geführten Pistolenschuß die Kinnlade zerschmettert haben.Prudhomme hingegen, in dem von ihm herausgegebenen „Dioliouuuiie I>i5tor>-gue", behauptet, ein Gendarme, Namens Meda, habe sich im Getümmel hin-zugedrängt und, da er R. in einer Ecke bemerkt habe, auf denselben geschos-sen. Von da ward der nun ohnmächtige Tvrann zum Wohlfahrtsausschuß imConvenkShause gebracht und hier auf einen Tisch gelegt, wo er in der peinlichstenLage bis zum andern Tage liegen blieb. Zu den Schmerzen seiner Wunde unddem daraus erfolgten Fieber kamen noch die Schmähungen der Umstehenden unddie Verhöre seiner vorigen Collegen und Untergebenen. Am 28. Juli um 4 UhrNachmittags ward er mit 22 seiner Mitschuldigen zum Blutgerüste geführt. SeinGesicht war ganz entstellt, und seine Augen fast zugeschlossen. Da der Zug vorseinem Hause vorbeiging, so ließ das Volk den Karren stille halten. Ein Weibtanzte vor demselben her und rief: „Dein Tod macht mich vor Freude trunken;herunter mit dir in die Hölle, der du von allen Gattinnen und von allen Mütternverflucht bist!" Auf dem Richtplatze riß der Henker ihm mit Gewalt die Bindeab, die seine Wunde bedeckte, wodurch das scheußliche Gesicht R.'S ganz sicht-bar wurde. Dieser stieß einen Schrei aus. Darauf siel sein Haupt unter demBeile der Guillotine. Er war 35 Jahre alt, von mittlerer Größe, hakte immereine bleiche Gesichtsfarbe und verloschene Augen. In seinen, Anzüge war er stetssekr sauber und sogar geputzt: ein merkwürdiger Umstand, da zu eben der ZeitSchmutz und Nachlässigkeit im Anzüge zur Charakteristik eines Patrioten gehörten.Die Reizbarkeit seiner Nerven war so groß, daß sich dieselben oft von den Finger-spitzen an bis zu dem Nacken krampfanig zusammenzogen. Er hatte von Natur