Band 
Neunter Band. R bis Schu.
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Sachsen. H1. Statistische Überstcht j

gestiftete)Flora(f.Botanik) zuDresden. Unter den öffentl.Büchersammlungen stehtoben an die k. Bibliothek zu Dresden ") mit "20,000 Bdn. und 2100 Handschr.;Leipzig besitzt die Raths-- und die Universitätsbibliothek. Noch gibt es eine öffentl.Bibliorbek in Aiitau und ansehnliche Düchersanimlnngen bei den Schulen zu Mei-,ßen, Ficiberg, Zwickau, Leipzig . Ein wichtiges Befördcrungsniittel und zugleichBarometer der luerarischen Cultur ist der Buchhandel, dessen Mittelpunkt Leipzig ist, wo in den Ostermessen oft an 200 auSwärt. Buchhandlungen zusammenkommen.Sachsens Buchhandlungen (in Leipzig gegen 80Buch-, Charten-, und Musikhand-lungen) bringen über t der jährlich erscheinenden neuen Werke (etwa 34000)und darunter die leipziger Buchhandlungen Z aus den Büchermarkt. Buchdrucke-reien sind sehr zahlreich; fast jede Mittelstadt hat deren 1, zuweilen 2 3. SeitFriedrich August 1. hob sich auch die artistische Cultur in Sachsen durch die Beför-derung, die er und nach ihm s. Sohn den Künsten angedeihen liefen, da man theilsKünstler avsmunterte und beschäftigte, theils Kunstsammlungen anlegte und er-weiterte. (S. Dresdens Kunstsammlungen.) AniDüreiseste zu Dresden 4 828 ward der säch s. Kunstverein qesiiftet. Unter den einzelnen Künsten möchtenBildhauerkunst und Baukunst in Sachsen noch am weitesten zurück sein, währendes in der Malerei und Kupfcrstecherkunst sehr achtbare Namen auszuweisen hat.Tie schon zu Anfange des 18. Jahrh, gestiftete Malerschule ward von dem Kurs.Christian 1183 nach Hagedorn'-? Plan in eine Akad. der bildenden Künste umge-sckaffen, die zu Dresden ihren Sitz hat, und mit welcher eine ähnliche Anstalt zuLeipzig und eine Zeichnungsschule zu Meißen in Verbindung stehen. Eine Bau-schule wurde 1819 damit verbunden. Baugewerkschulen sollen angelegt werden.Die jährl. Ausstellungen der Akademie zu Dresden geben den Maßstab zur Beur-theilung der Leistungen ab. Unter Friedrich August I. und >>. hob sich auch dieTonkunst, welche durch eine treffliche Capelle in Dresden gefördert wurde, undfortdauernd wird durch diese Anstalt, sowie durch stehende Concerte in der Haupt-stadt und in Leipzig , zur Ausbildung des musikalischen Geschmacks gewirkt.

Sachsen gehörte von jeher zu den gewerbsamsten Ländern; einen Hähern Auf-schwung aber erhielt die Betriebsamkeit nach der Mitte des 1k. Jahrh., wo vieleFlüchtlinge aus den span. Niederlanden , besonders Wollweber, einwanderten, wo-zu in der Folgezeit auch gewerbsame, durch blinden Glaubenseifer vertriebene Flücht-linge aus Ostreich und Frankreich kamen. Noch jetzt ist Sachsen hinsichtlich desGewerbfleißrs und Handels eins der ausgezeichnetsten Länder Europa s, und mehrals die Hälfte (1) seiner Bewohner gehören zu denjenigen, die einheimische oderausländische rohe Stoffe veredeln und damit Verkehr treiben. Das Land erzeugtund veredelt für den eignen Bedarf, und so viel darüber, daß es das Fehlende vomAuslande nehmen und doch im Wohlstände steigen kann. Die Regierung greift niehindernd und hemmend, wohl aber durch Belohnungen, Preise und a. Begünsti-gungen fördernd ein, und eine eigne Behörde, die LandeS-Okonomie Manufactur-^und Commerzien Deputation, hat in diesem Sinne seit 1164 wohlthätig gewirkt.Einer der ältesten und wichtigsten Gewerbzweige ist die Leinwebcrei, die vorzüglichauf der rechten Seite der Elbe, in der südöstl. Lausitz (noch immer der Hauptsitz die-ses Gewerbes) und einem Theile des meißnischen Kreises getrieben wird. In derLausitz hat sich dieser Gewerbzweig seit der Mitte des 11. Jahrh. aus den Städtenfast ganz auf das Land gezogen und dadurch zu dem Dorfhandel Anlaß gegeben, derfür das Gedeihen der Fabrik eher förderlich als nachrheilig gewesen ist und daherauch von der Regierung gegen die Ansprüche der städtischen Monopolisten beschütztWurde. DerAbsatz hatzwar, gegen die glänzendsteZeit desVerkehrS im letzten Jahr-,zehend des 18. Jahrh., bedeutend abgenommen, doch mögen sich noch immer gegen10,000 Menschen mit diesem Gewerbzweige beschäftigen, der auch in dem Damast

*) E.Geschichte u. Beschreib, der k. Lffcntl. Bibliothek zu Dresden " von F. A. Ebert

(Leipzig i«)