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Sachsen. IH. Statistische Überstcht
von Großschönau ein Erzeugnlß liefert, das nirgends in gleicher Vortrefflichkeit ver,fertigt wird. Allein dieBleichanstalten in dcrOberlausih reichen nicht hin, und e«geht jährlich eine bedeutende Summe (wenigstens 50.060 Thlr.) für Dleicherlohnnach Böhmen und Schlesien . Man rechnet den jährl. Betrag dieses Gewerbe-auf 3 Mill. Thlr. Die Wachstuchfabriken zu Leipstg lieferten sonst ganze Schiff«»ladungen nach Amerika. Gutes Malertuch verfertigt Dresden auch für auswärti«gen Absatz. Die Leinenbandmanufacturen um Radeberg , Pulsnih undAi.-abergsind bedeutend. Zwirnspitzen von vorzüglicher Schönheit liefert das Dber-Erzge-birxe, wo Annaberg und Schneeberg die Hauplsitze dieser Manufactur sind, diegegen 30,000 Menschen beschäftigt und für beinahe 4 Mill. Thlr. Waare umsetzt,wozu nur der feinste Zwirn aus den Niederlanden bezogen wird, da das Erzgebirge selbst Zwirn bis zu 70 Thlr. das Pfund spinnt. An Papiermühlen ist Sachsen nach Verhältniß das reichste Land; es gibt deren gegen 60, und im südwestl. Erz-gebirge kommt eine auf 2 HjM.; dennoch liefern sie nicht hinlänglich für den Dr«darf des Landes. Bedeutender als die Leinweberei ist die Fabrication der rohen undtheils in England, »Heils im Lande gesponnenen Baumwolle. Das Erzgebirge und das Doigtland sind die Haupisitze dieses Gewerbes, und während dort, beson-ders um Chemnitz , wo es auch die wichtigsten Eattundruckereien und darunter diegrößte in Deutschland gibt, die Baumwvllenweberei und Strumpfwirkerei blühen,ist hier, vorzüglich in Plaueu, der Sitz der Mouffelin-. und Schleierweberei.Nirgends in Deutschland wird dieBaumwcl/e so schön gewebt als in Sachsen , undseit der Abnahme der Leinwtberei hak sich die glückliche Betriebsamkeit des sächf.Fabrikanten mit Erfolg dem neuern Gewerbe zugewandt. Für Baumwollenwebe-reien gibt es eine Menge Bleichen , die größten um Milweida. Die engl. Spinn-maschinen, deren man bereits 18.000 zählt, und die sich noch immer vermehren»haben die Handspiunerei sehr vermindert; man spinnt bereits aus 16 Loth Baum-wolle einen Fade» von mehr als 45,000 Fuß Länge. Spinnmühlen gibt es über20 um Chemnitz, die schönste in Geier. Zn und um Chemnitz allein sind gegen10,000 Menschen mit Baumwollenarbeiten, und um Pkauen im Doigtlaude 12—15 060 mit Mousselinweberei und gegen 10 000 mit Petinetnähen beschäftigt.Bobbinettstühle aus England wurden 1828 in Mylau errichtet, und bald im Landeselbst verfertigt. Der Betrag der sächf. Daumwollcnfabrication möchte leicht f dergesammten Baumwollenwaarenerzeugung in Deutschland ausmachen. Auch sinddie Manufakturen von Holzwaaren und hölzernen Spielsachen (im Ober-Erzge,birge), von musikalischen Instrumenten (zu Adorf, Neukirchen und Leipzig ), vonMeublesgestellen (um Tharant, in Olbernhau, Leipzig, Herrnhut ), zusammenüber 200,000 Thlr. an Werth, wovon das Ausland über 1 bezahlt, die Stroh-hutflechterei um Dresden , von gleichem Werlhbetrage, und die Tabacksfabriken(besonders in Leipzig ) zu erwähnen. — Unter den Gewerben, welche Erzeugnissedes Thierreichs verarbeiten, steht die Tuchmanufactur oben an, und wenn sie gegenfrühere Zeiten, wo sie für mehr als 516,000 Thlr.inländ. und für ungefähr 48,000Thlr. ausländ. Wolle brauchte, an Absah verloren haben sollte, so möchte sie dochan Güte ihrer Erzeugnisse, besonders feit der Continentalsperre, gewonnen haben.Öderan, Qschatz, Großenhain, Krimmitschau, Rvßwein, Bautzen, Zittau, Bern-stadt, Kamenz liefern die meisten und besten Tücher; das Land überhaupt jährle60,000 Stück vortrefflicher Mitteltücher, selbst f-ine bis zu einem hohen Grade vonVollkommenheit. Zn manchen Zweigen der Wollenmanufactur, die der sächs In-dustrie noch neu sind, hat sie in kurzer Zeit große Fortschritte gemacht, wie in derCasimirfabtication, vorzüglich aber in der Manufaktur des Merino, der engl.Fübricate weit übertrifft. Man zählt an 25,000 Wollrnfabrikanten, die SpinnerMit gerechnet. Diese haben es zu einer solchen Vollkommenheit gebracht, daß sieaus 1 Pfund Wolle über 10,000 Ellen Garn spinnen. Es gibt auch schon einig;