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Zehnter Band. Schw. bis Sz.
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Sevigne

nus, und die vornehmen, in der Schlacht gemachten Gefangenen wurden nebs!vielen Einw. Galliens , die seinen Nebenbuhler unterstützt hatten, hingerichtet;um den Senat, der sich dem Albinus günstig bezeigt hatte, zu beschimpfen, bewieser dem Andenken des Commodus, der für ehrlos erklärt war, göttliche Ehre,und hielt nach seiner Ankunft zu Rom eine drohende Rede an den Senat, vondessen Mitgliedern 29 (nach A. 41) ohne Verhör sogleich hingerichtet wurden.Da S. wußte, daß ihn seine Übelthaten den höhern Ständen verhaßt gemachthatten, so suchte er durch Schauspiele, Gnadenbezeigungen und Befreiungenvon lästigen Abgaben das Volk zu gewinnen; daher herrschte während seiner Re-gierung Friede und Wohlstand im Reiche. Besonders wurde von ihm das Heerbegünstigt, und die Vermehrung des Soldes, die Vorrechte und Freiheiten, welcheer seinen Truppen gestattete, die zur Auflösung aller kriegerischen Zucht hinführ-ten, können mit als Ursachen des Verfalls des römischen Reichs betrachtet werden.Seinen Liebling PlautianuS ernannte er zum Befehlshaber der neuen, von ihmeingeführten Garde, welche größtentheils aus Eingeborenen fremder Nationenbestand. Durch seine Regierung ward der letzte Anschein einer republikanischenRegierung verwischt, und eine durchaus unumschränkte monarchische Gewalt inRom eingeführt. ÄuS mehren glücklichen Kriegen gegen die Parther , Armenier,Araber -c. kehrte er nach 56jähriger Abwesenheit (203) nach Rom zurück.Die Grausamkeit des S. schien mit seinen Zähren zu wachsen, aber sein äußeresGlück ward durch die Uneinigkeit seiner Söhne, und besonders durch die Wildheitdes älter» getrübt. Endlich unternahm er, von seinen Söhnen begleitet, einenFeldzug nach England, wo er den südlichen Theil von Caledonien (dem jetzigenSchottland) bis an die Flüsse Clyde und Forth eroberte. Mehrfache Angriffe sei-nes unnatürlichen Sohns Caracalla auf sein Leben, verbunden mit Alter undSchwäche, machten seine letzten Tage unglücklich, und er starb (209) zu Ebora-cum (Pork) im 66. Z. seines Alters. Obgleich die Untreue des S. gegen seineMitbewerber, seine Grausamkeit gegen überwundene Feinde und die blutige Strengein seiner Verwaltung seinen Charakter bestecken, so war er doch ein Fürss der Thä-tigkeit, Muth und Ordnungsliebe besaß, der viele Mißbräucbe abstellte und einestrenge unparteiische Rechtspflege bei einer einfachen, mäßigen Lebensart aus-übte. Auch war er ein vortrefflicher Menschenkenner. Anfangs dem Christen-thum zugethan, ließ er seinen Sohn Caracalla darin unterrichten; aber die schnelleAusbreitung dieser Religionspartei beunruhigte ihn, sodaß er einen Strafbefehlgegen Bekehrungen zum Juden- und Christenthum erließ, welcher als der Anfangder fünften Verfolgung der Christen angesehen wurde. bi.

Sevignö (Marie v. Rabutin, Marquise v.), geb. d. 5. Fcbr. 1628. warnach dem Tode ihres Vaters, des Barons v. Chantal und Bourbilly, die Erbin desHauses Bussr,.Rabutin. Zhr Rang und die Anmuth ihres Wesens erwarben ihrviele Bewunderer. 1644 Heiratbete sie den Marquis v.Sevign,'-, der 1651 in einemZweikampf blieb und sie als Witwe mit einem Sohn und einer Tochter hinter-ließ. Von nun an widmete sie sich bloß der Erziehung ihrer Kinder und der Aus-bildung ihres Geistes durch Umgang mit wissenschaftlich gebildeten Männern.Sie hegte eine außerordentliche Zärtlichkeit für ihre T., welche 1669 ihrem Ge-mahl, dem Grafen v. Grignan, nach der Provence , wo er Gouverneur war, folgte.Diese Trennung gab Veranlassung zu dem größten Theil der Briefe, welche derMarquise v. Sevignö einen so großen Ruhm erwarben, obgleich sie auch noch mitandern Personen Briefe wechselte. Manche dieser Briefe hätten, da sie bloß häus-liche Verhältnisse betrafen, ungedruckt bleiben können; aber die übrigen sind be-lebt Lurch kleine Anekdoten, durch Bemerkungen über Menschen und Bücher, durchsittliche Schilderungen aus der Zeit, in welcher sie geschrieben worden, und durchso viele witzig« Einfälle, daß sie eine höchst angenehme Unterhaltung gewähren.