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Zehnter Band. Schw. bis Sz.
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Seegras Seehandelsvereine (Rheinisch-Westind. Coinp.) 03

SeerechtS der Engländer und Franzosen" (2 Thle., Hamb . 1805), und dessenSeerecht des Friedens und des Kriegs in Beziehung auf die Kauffahrtei-schifffahrt" (Alkona 1815). (A.

Seegras, s. Ilatruni und Tang.

Seehandel. Don den beiden Hauptzweigen, in welche der Handel zer-fallt, deni Land - und Seehandel, ist letzterer in den neuern Zeiten der ungleich wich-tigste geworden. So lange noch die Schifffahrt sich größkenkheils auf die Fahrtlängs der Küsten beschränkte, blieb der Landhandel der wichtigste; so größteutheilüim Alterthum und während des Mittelalters. Vorzüglich war es das Mittel,»eer,welches bis dahin die Hauptstraße für den Seehandel bildete, der größtentheils vonden an demselben gelegenen ikal. und span. Seestädten und von den kleinen Frei-staaten betrieben ward, schon deßhalb aber fortwährend von geringer Wichtigkeitblieb. Die universalhistorische Wichtigkeit desselben begann erst mit dem Anfangedes 16. Jahrh., seitdem durch die Entdeckung des Seeweges nach Ostindien undAmerika der große Ocean die Hauptstraße für den Seehandel ward, und die west-lichen und südlichen europäischen Mächte anfangs Portugal und Lpanien, dannHolland und England an die Stelle der kleinen Staaten traten, die sich frühermit demselben vornehmlich beschäftigt hakten. Schon dadurch mußte die Wichtig-keit des Seehandels beträchtlich vermehrt werden, noch mehr aber dadurch, daßvon jetzt an bei dem fortwährend steigenden Verbrauche der Erzeugnisse beider In-dien, und bei der größer» Leichtigkeit, dieselben durch Europa zu verführen, derselbeimmer mehr Welthandel ward. Seitdem aber die Europäer unmittelbar den Han-del mit Amerika und Ostindien zu treiben begonnen, wurden dort Colonien vonihnen angelegt, und diese, sowie der Seehandel überhaupt, bald als eine der vor-nehmsten Quellen des Wohlstandes der Staaten betrachtet. Vorzüglich war diesder Fall seit der Mitte des 16. Jahr., seit welcher Zeit das Mercantilsystem vonden mehrsten Staaten immer allgemeiner und eifriger befolgt ward. Indem dieStaaten aber diesem System gemäß ibr Streben immer mehr auf den Besitz vonColonien und dessen Bedingung, den Ldeehandel, richteten, ward letzterer eine derHaupttriebfedern der europäischen Politik, und erhielt einen Einfluß wie nie zuvor.Fast alle Kriege, welche in den letzten 150 Jahren die Ruhe von Europa störten,waren mehr oder weniger Handelskriege. 6?.

Seehandelsvereine. Es ist höchst erfreulich, den Meist der altendeutschen Hanse inDeutschland wieder aufleben zu sehen. Neben den seit 5 Jahrenzu Darmstadt und Stuttgart fortgesetzten Verhandlungen über die Errichtung ei-nes süddeutschen HantelSvcreinS zur Ausgleichung der Commerzverhältnisse meh-rer deutschen Staaten sind in kurzer Zeit 2 deutsche Institute in das Leben getre-ten, welche den deutschen Producten, Manufacten und Fabricaten nach fernenWelttheilen einen Abfluß verschaffen wollen. Durch sie wird der Vorwurf besei-tigt, daß sich der Deutsche nicht gleich dem Franzosen und Engländer bemühe, directeVerbindungen in fernen Weltgegenden anzuknüpfen. Wer zuerst die Idee zu derRheinisch-Westindischen Compagnie faßte, verdient den lebhaften Dank seiner Zeit-genossen. Es war allerdings kühn, 39 verschiedene deutsche Staaten zu einemSeehandelsstaate zu vereinigen, und damit praktisch die Frage zu entscheiden, wieEnglands Concurrenz auf den deutschen Messen, nicht durch Retorsion, durch Ver-bote und Sperranstalten, sondern durch ein der Freiheit des Handels angemessenesNationalunkernehmen zu erwidern sei. Auf den Märkten in Amerika waren ohne-hin unsere süddeutschen Erzeugnisse fremd geworden und in Vergessenheit gerathen;denn Cadiz , alS derCanal, auf welchem sie ehemals dahingingen, wurde durch denKrieg gesperrt, und auch nach eingetretenem Frieden war er der Ereignisse in Süd-amerika wegen nicht mehr geöffnet. Dem zu früh »erst. Herrn Jakob Aders ,Kaufmann zu Elberfeld , gebührt als Stifter der Rheinisch - Westindischen