Band 
Zehnter Band. Schw. bis Sz.
Seite
199
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Shakspcare 199

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^»6, übe tbi, unsubstanii»! prxesnt saüecl,l,««ve not « rscle betiinlt.

,,1'empest", <ct. IV, 8e. I.

(So einst umwölkte Thurm', und PrachtpalässUnd zeieeteinvel, >a der Erdball selbst,

Und was darin wohnt: Alle- wird zergelni,

Und, wie dies leere Scbaugcpräncs entschwindend,

Auch kein Gednnst nachlassen.)

Diese melancho'ische Verachtung Prospero'S ist zwar hier in ihrer Anwendung derGewalt eine? großen Leides um ein dem TodeSloose verfallene? Hohe? nicht unan-ge,liessen: doch darf nur d^r erste, steckende Schmerz so sprechen; nach einer so ge-.räumen Zeit hätten die Gedichte des hohen Todten manchen passendern Ausdruckeiner m Religion verklärten Wehmuth darbieten mögen. Zu gewisser Hinsichtwürden gleich die zunächst folgenden Worte vorzuziehen gewesen sein:

VVe sre such »teils

X, Wesens sc« Insel« ot, sn<i our Ilttle IlseI» counstest sville s sleep.

(Wir und Stoff,

Gleich dem der Träum', und dies so kurze kebenUmgrenzt ein Schlaf rings.)

28 I. später, 1769, veranstaltete Garrick dem Dichter, dem er s. Glanz und s.Ruhm zu verdanken hatte, an dessen Geburtsorte selbst eine sinnvolle Jubelfeier;e? war ein festlicher Aufzug von Siegeswagen, auf denen König Lear, Richard >>>.,Macbeth, Romeo und Julia, triumphirend, von Trompeten- und Hörnerschollund andrer Musik und einem zahllos jauchzenden Volke umgeben, sich zu e;„emstrahlenden Ehrcnwmpel bewegten, wo Reden, Oratorin, und Oden in ruhmvol-lem Wechsel wetteiferten; am Abend war L' rratforobeleuchtet, Feuerwerke brann-ten, en> Maskenball erhob die rauschende Lust der Gegenwärtigen, ein Wettren-nen sehte dem Ganzen den Kranz auf. Das Jahr darauf ward die Hauptvorstel-lung auf Di urvlane zu London gebracht und mußte 100 Mal wiederholt werden;nun wuchs die Begeisterung zu einer berauschenden Höhe; Lieder und Feste wech-selten ,n allen Ständen; Straßen, Tavernen, Caffeehäuser und öffentliche Gär-ten mußtet, den Namen des Volkslieblings annehmen. So schlug die durch diePuritanerei, durch das matte Wesen unter Karl II. , durch so manche Störungund Hemmung so lang verhaltene Liebessiamme nun uni so glühender empor, undman kennt den Aufwand, den Kunst und Wissenschaft, mehr proteisch als pro-merheisch, an den wunderbaren Meister gewankt hat. In der trübseligsten Ge-stalt hat sich dieser Aufwand unstreitig gezeigt, wenn er bemüht gewesen ist, demS. eine Eigenschaft zu geben oder zu reiten, aufweiche man, so oft der Verfallder Dichtkunst eintritt, einen leidigen Werth legt, an der man sich als wahrhaftemStrohhalm festhält, wenn die Blume ins Meer gesunken ist — wir meinen dieCorrectheit. Jene höhere Vollendung des Künstlers in der Composition, in derharmonischen Unterordnung aller Theile unter ein sie zusammenfassendes und be-seelendes Ganzes, unter die Hauptidee, in der Zeichnung, Haltung und Färbung,in t>er vollständigen Beherrschung aller Mittel der Ausführung, sie ist an S.daSWahl haft Große und Bewundernswürdige. Doch sollte man auch mit den Vor-würfen hinsichtlich der grammatikalischen Torrectkeit vorsichtig sein, ehe man diebeschwerliche Kenntniß erlangt hat, wie die Sprache übe, Haupt zu S.'S Zeit be-schaffen war; und wollte man es wagen, die Werke des gediegenen Künstlers nichtnur als einen Siktenfpiegel, sondern auch als einen Sprachspiegel seiner Zeit zu