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Zehnter Band. Schw. bis Sz.
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Südcmicnk. Revolution (Colombia ) 811

l ichteten befanden sich die Botaniker Caldas und Lozano. der Chemiker Cabal undmehre ausgezeichnete Personen, deren Frauen sämmtlich verbannt wurden. InCumana ließ Morillo ein Mädchen aus einer der geachtetsten Familien, weil sie zuGunsten der patriotischen Partei gesprochen, auf einem Esel gebunden durch dieStadt führen und ihr von einen« Neger an jeder Straßenecke und vor den HäusernihrerVerwandten auf den bloßen Rücken 200 Peitschenhiebe geben. Aus Schmerzüber diese Beschimpfung hungerte sich die edle Jungfrau zu Tode. Unterdessen wa-ren Bolivar und Mac Gregor mit frischen Truppen in Venezuela aufgetreten; Letz-terer besetzte den 13. -Lept. Barcelona , während Brion niit der Flottille der Insur-genten die Küsten beherrschte. Als nun auch der span. General Morales von demInsurgenkengeneral Piar den 20. Sept. bei Iuncal und von Mac Gregor den 28.Oct. in der Ebene von Barcelona aus das Haupt geschlagen worden war, erhob sichdie Republik Venezuela aufs Neue. Den Muth der Insurgenten belebte damalsein sehr merkwürdiger Mann, D. Ios. Eories de Madariaga. Als ein thätigesMitglied der Cortes in Eadiz hatte ihn König Ferdinand VII. in das Staatsgefäng-niß von Eeuta bringen lassen. Hier ward er auf Verwendung des Lords Camelford,dem Don Joseph auf dessen Reise durch die Sudsee mit Dancouvcr wesentlicheDienste geleistet halte, befreit. Nun begab er sich nach Südamerika und organisirtedie Regierung der Insel Margariia, die wegen ihrer Lage am Fahrwasser der Küstewichtig ist, und von wo auö die Eapereien der Insurgenten unternommen wurden.Hieraus erließ er im Namen der Regierung von Margarita zu Pompatar den 23.Mai 1817 einen Aufruf an die Einwohner zu Venezuela , worin er ihnen Eintrachtund Ausdauer empfahl. Die Insurgenienheersührer Bolivar u.A. hatten bereitsdaselbst s it dem Febr. 1817 über die kön'gl. Truppen mehre Vortheile gewonnen.Dadurch winden die östlichen Provinzen Guayana und Eumana, mit Ausnahmeder HauplstaNe. befreit; auch die Provinzen Donnas, Merida und Truxillo schlös-sen sich an die wieder aufgestai dene Republik Venezuela an. Morillo's Unterneh-mung aber gegen die Insel Margarita im Juli 1817 Mißglückte völlig. Selbst dieFrauen leisteten ihm Widerstand; so ward ein spanisches Piguet von 60 M. in derNacht von e ncm Hausen Weiber aufgehoben und im Triumph nach der Stadt ge-bracht. Die Insulaner verwarfen hierauf die ihnen angebotene Amnestie und führ-ten den kleinen Krieg mit solchem Erfolg, daß Morillo nach großem Verluste dieInsel sitzen im Sept. 1817 wieder verlassen mußte. Auch am Oronoco ward seineMacht von Bolivar , Piar, Marino und Paez beinahe ganz aufgerieben. Dochgewann erAeit, da Bolivar mit den übrigen Insurqentenheerführern nicht einig war,und sammelte an 7000 M„ mit w-lchen er von Ealaboso gegen Bolivar vorrückte.Man focht m-t abwechselndem Glücke, bis Bolivar von dein Eongreß der Republik zum Oberbefehlshaber und ersten Beamten der vollziehenden Gewalt ernannt wurde.Die Lpanier keimten sich jetzt nur noch in den festen Plätzen behaupten. Da erließendlich Morillo aus Caraccas den 27. Sept. 1817 eine allgemeine Amnestieerklä-rung, welche jedoch keinen Eindruck macht«, da die Treulosigkeit wie die Grausam-keit tiefes Europäers den Ereolen und Mulatten, welche jetzt m Venezuela die Ober-hand haben, kein Vertrauen einflößte. Ein einziger Insurgenkengeneral, Piar, einMulatte aus Eurcu-ao, ließ sich zur Verrätherei bewegen, ward aber deßhalb denlO.Oct. zu Angostura zum Tode verurtheilt. Den kleinen Krieg der Guerillasgegen die sLpanier setzten die Generale Bermudez, Paez, Torres und Sarraza fort,und die Insurgvnten drangen nach dem Siege, den der kühne Paez über die königl.Truppen bei Nutria im Nov. erfochten hatte, am Ende des I. 1817 wiederumgegen Varinas und bis Santa Fl vor. Auch nahmen sie die Festung San-Fernandodc Apures, welche einen Theil der Schifffahrt auf dem Oronoco beherrscht. Sieunterhielten die Verbindung mit Neugranada, wo 5 Provinzen im Ausstande be-ConversationS-Lericont Bde X; 52