Band 
Zehnter Band. Schw. bis Sz.
Seite
876
JPEG-Download
 

876 Swedenbolgianer

Lesern s. iheolog. Schriften, welches. Behauptung, daß durch die ihm mitgetheil-ten himmlischen Offenbarungen die zweite Ankunft Christi auf Erden, das jüngsteGericht über die alte Kirche (die gegenwärtig herrschenden christlichen Religions-parteien), und die Stiftung der Kirche des neuen Jerusalems , wovon die Apoka-lypse und der Apostel Petrus bei -er Verheißung eines neuen Himmels und einerneuen Erde redet, wirklich erfolgt sei, gläubig annahmen. Tieft bildeten i» London und Stockholm nach s. Tode epegetisch-pkilanthropische Gesellschaften, aus welchendie u. d. N. der Kirche des neuen Jerusalems bekannte Sekte der Swedenborgianerhervorgegangen ist.

Die Lehre dieser Sekte gründet sich auf die Bibel und folgende von Sweden-borg seit 1747 71 in lat. Sprache geschriebene Bücher:Vre-nn.-, anele-iia >1euoelo ul iulürnci"; ,,Oe lUIuiilius";läeultini» judicio";Ue eguo nlbv";l)u nova Ilieroxolg »in ct ejns dooliiiia uveletii";lle Doniiuo";Ho surip-lurn-uuru";Oo viln";1)a iide^'fl)o divino aniore ot divinn >>roviden-iin";H<! i,,»»re aanjngnli";I)e cuiiniiereio nniina« ei eoi pe» is";diuiii-ninrin kx^>(>-i!^» xcnxu- ^,!»pIIoli<:^"; explionin"-ckpounlvjixiz

ienelnln";l)o x , rn iixnlogia clirisiinnn". Diese werden von den Sweden-borgianern als heilige Bücher geachtet und die Lehre aus dem Worte oder diegeistliche Mutier genannt. Das Wort selbst oder den geistlichen Vater nenne» siedie Bibel, von der sie nur den Penkateuch, das Buch Iosua, das Buch der Rich-ter, die Bücher Samuelis und der Könige, die Psalmen, die Propheten, dieEvangelien und die Apokalypse für kanonisch halten. Sie unterscheiden einendreifachen Sinn des Wortes: den buchstäblichen, wie ihn der gemeine Menschen-verstand faßt, den innern geistigen, der in jenem verborgen, und erst durch S.enthüllt worden ist, und den himmlischen, der wiederum in diesem liegt, vonden Engeln verstanden wird und den Herrn allein angeht. Sie läugnen die kirch-lichen Lehrsätze von der Dreieinigkeit, von der Genugthuung durch den Tod Jesu und dessen stellvertretendem Verdienste, von der Gnadenwahl und von der Aufer-stehung derLeiber. Gott ist ihnen allein Christus, der Herr, der in seiner Per-son den Schöpfer, Erlöser und Tröster vereinigt, und nach seiner ersten Mensch-werdung, von der die Evangelien erzählen, zum zweiten Male 1743 erschienen ist,um s. Diener S. den innern Sinn der h. Schrift auszuschließen. Dieser Schlüs-sel des Worts ist ihnen die von S. wieder entdeckte Wissenschaft der Torrespon-denzen, d. h. der gegenseitigen vollkommenen Durchdringung der sichtbaren und un-sichtbaren Welt, nach der alles Physische geistige Bedeutung hat, und wiederumalles Geistige durch das Physische angedeutet wird. Der Glaube an diese Corre-spondenz machte ihnen den Glauben an S.'s Et'scheinungen, die von ihm in Ge-mäßheit seines vorher aufgestellten Natursystems durchgeführten Allegorien mög-lich, und ganz folgerecht zogen sie auch die neuern Erscheinungen des thierischenMagnetisrnuS in diefts Gebiet. Das jüngste Gericht verstehe» sie nur geistig vondem 1756 erfolgten moralischen Untergänge der alten Kirche. Nach dem Todeglauben sie unmittelbar in verklärte Leiber, die »ach der herrschenden Liebe (Nei-gung) jedes Individuums gebildet werden, und in den Himmel oder in die Höllezu kommen; Engel und Teufel halten sie für abgeschiedene Menschenftelcn; zurSeligkeit wissen sie keinen andern Weg, als die unter Mitwirkung, doch nurdurch eigne Thätigkeit, mögliche moralische Bekehrung, die sie nach 3 Stufen inBesserung, Reformation und Wiedergeburt eintheilen. Die Taufe begehen siean Kindern und Erwachsenen als Aufnahmcgebrauch, das h. Abendmahl als Mittelder geistigen Vereinigung mit Christo. Ihre strenge Moral bedingt die Aufnahmeneuer Mitglieder durch. die. Voraussetzung., daß sie an den Herrn allein glauben,das Böle meiden, und dies aus eigner Bewegung thun. Wer diese Bedingungenerfüllt, kann 7 Iabre kindurch an dem den mündigen Mitgliedern jedes Geschiechlö