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Symbolische Bücher
Kirchenlehre enthaltend, Richtschnur für die fortschreitende religiöse Erkenntnißaller Gläubigen, Lehrvorschrift für alle Lehrer der Kirche sein soll. Zwar ist undbleibt die heil. Schrift selbst der wahre Grund lind die höchste Richtschnur wie des(Glaubens, so der Lekre; die svmbolischen Bekenntnisse aber sollen, als der klareAusdruck der cinmüthigen Üverzeugung 'Aller von den Hauptwahrheitcn des Chri-stenthums, nur den religiösen Inhalt der Schrift in einer kurzen Übersicht ent-halte», die Wahrheiten, welche als wesentliche Schrifklehre nothwendig anerkanntwerden mußten, feststellen und die Willkür der Schrifterklärung, wie eigenmäch-tige Änderungen in der Schrifklehre verhüten. Die Symbole werten dem Ansehender heil. Schrift keineswegs gleichgestellt, auch wird der (Gebrauch der letzteren, umjener willen, keinem Gläubigen versagt; aber weil sie wirklich die Schrift enthal-ten und mit der Schrift »bei einstimmen, wird gefedert, daß Alle, die der Gemein-schaft in der That und Wahrheit angehören wollen, sich auf dieselben verpflichten.
SymbolischeBücher. Schon in der frühesten christlichen Kirche wur-den Svmbole als kirchliche Bekenntnisse aufgestellt, zunächst Taufbekenntnisse, die,weil sie in wenigen einfachen Worten den Glauben, der selbst in-der Taufformelausgedrückt ward, aussprechen sollten, dieser gemäß nur den Glauben an Gott Va-ter, Sohn und h. Geist enthielten. Im Forigange derZeit, als mannigfache Deu-tungen, Erklärungen und Bestimmungen jener Grundlage des Christenglaubenserschienen, erweiterten sich die Symbole, indem sie gegen einbrechende Irrlehrendenreinen Kirchenglauben verwahren und darum Alles ablehnen wollten, was demsel-ben entgegen war. Alle Erweiterungen und weiter» Erörterungen der Synibolegingen zunächst aus dem Kampfe mit Irrlehrern und den Philosophen«» einiger,vielleicht scharfsinniger, aber der eignen Weisbeit zu viel vertrauender Denker her-vor, die ihre Lehre der Schrift , oder Kirchenlehre entgegenstellten, oder sie doch, in-dem sie diese nur weiter üi erläutern schienen, mannigfach gefährdeten. Die christ-lichen Lehrer wollten solchen Irrlekrer» oder sogen. Ketzern die Berufung auf dieh. Schrift, auf die sich mehre von ihnen bezogen, nicht gestatten, weil keine Schrift-erklärung, die den Glaubensgrund und die einmüthig als christliche anerkanntenWahrkeiten entstellte, zugelassen werden konnte, und stellten daher immer neue Be-kenntnisse entgegen, welche selbst die Richtschnur für alle Bibelerklärung sein soll-ten, dergestalt, das letztere nie als echt anerkannt würde, wenn sie nicht mit den vonder ganten Gemeinschaft einmüthig anerkannten Grundwahrheiten übereinstimmte.Es konnte aber nicht fehlen, daß eben diese Erweiterungen der ersten Symbole unda mauere Bestimmungen der Kirchenlehre in ihren einzelnen Theilen immer neuenWiderspruch erregten, neue Behauptungen, die den kirchlichen Erklärungen sichentaeaenstellten, veranlaßten, und daher die Kirchenlehrer selbst genötbigt wurden,die öffentliche» Bekenntnisse noch mehr zu erweitern. So wurden die Svmbole im-mer mebr theologische Erörterungen und, indem sie von ihrem ursprünglichen Cha-rakter, ihrer gehaltvollen Einfachheit, doch nicht von der eigentlichen Grundlehresich entfernten, ausführliche Schriften, die twar noch die Bedeutung und Kraft derSvmbole hchen sollten, dieses aber doch nicht mehr im eiaenklichen Sinne warenund daber später symbolische Bücher genannt wurden. Dies sind alle jene öffent-lichen Glaubensbekenntnisse, welche die Erklärung der Überzeugung der kirchlichenGemeinschaft von den Glaubenswahrheiten, die Unrerscheidungslehren, wel.be dieGemeinschaft selbst von allen Andersdenkenden und von allen andern Religions-parteien unterschieden, in ihrer Eigentbümlichkeit darstellen, enthalten und ein äu-ßerer Vereinigungspunkr der Glieder jeder Gemeinschaft sein sollen. Solche Be-kenntnisschi iften wurden theils von Kirchenversammlungen (Svnoden oder Con-cilien genannt), in welchen sich eine große Zahl von christlichen Kirchenlehrern zurSteuerung eingerissener Unordnungen in kirchlichen Verhältnissen, zur Bestreitungvon Ketzer» und zur Bewahrung und weiter» Feststellung der Kirchenlehre verei-