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Synthesis
gehen die Begrifft in derselben Weise, wie sie innen sich erzeugten und aneinander-reiheten, in die Seele des Empfangenden über, und nur so wird der Zweck sprach-licher Mittheilung vollkommen erreicht. Zu dem Ende ist es nothwendig, die mög-lichen Arien einfacher und zusammengesetzter Sätze und die Regeln kennen zu ler-nen, nach welchen dieselbe» zu Perioden verbunden werden. Dies der Haupt-inhalt der allgemeinen oder hoher» Syntax. Die verschiedene Vorstellungsweiseder Völker und der abweichende Hau der einzelnen vorhandenen Sprachen begrün-den die Nothwendigkeit vorhandener Regeln für eine jede derselben. Die besondere(niedere) Syntax oder der Inbegr iff der Regeln für die Wortfügung einer einzelnenSprache handelt zuvörderst von der Verbindung einzelner Redetheile nach ihremgegenseitigen Verhältnisse und nach ihrer in dem Sprachgebrauchs gegründetenUmend barkeit. Die innere Abhängigkeit der Begriffe von einander hat eine gleicheAbhängigkeit der verschiedenen Theile der Rede zur Folge, wodurch dieselben erstzu eine m in sich zusammenhängenden Ganzen verknüpft werden. Kinder und roheVölker, welche die Worte ohne Zeichen der Abhängigkeit bloß nebeneinanderstellen,ermangeln der eigentlichen Rede. In allen Sprachen haben sich mehr oder weni-ger Spuren dieser kindischen Weise erhalten. Je fähiger eine Sprache ist, diegrößtmögliche Anzahl von Verhältnissen durch Umendung und Umwandlung ihrerWörter zu bezeichnen, um so brauchbarer ist sie für die Rede. Ein Wort, welchesals Uriache der Veränderungen, die ein andres erleidet, gedacht wird, heißt da«regiere/ide; dasjenige aber, welcheszur Bezeichnung seiner A bhängigkeit von einemandern verändert wird, das regierte. Daher führt dieserTheil der besonder» Syn-tax auch den Namen der Rectionslehre. Ein zweiter Haupttheil derselben bestimmtdie Aufeinanderfolge der Redekheile nach den Gesetzen, die der Sprachgebrauchhierüber vorschreibt. Die der hohern Syntax angehorigen, aus der Logik entlehn-ten und für alle Sprachen gültigen allgemeinen Regeln über die Bildung einzelmrSätze dienen diesem Theile zur Begründung und können nur, insofern sie diesesleisten, in einer besondern Sprachlehre einen Platz finden. Es bedarf einer bloßoberflächlichen Vergleichung, um zu erkennen, daß auch die Wortfolge, abhängigvon der Vorstellungsweise einzelner Völker, sich in den verschiedenen Sprachenverschieden gestalte. Wie ganz anders erscheint die Wortstellung in dem altrömi-scheu, wie anders in einem deutschen Satze? Dort bis zum Scheine regelloserWillkür freie Stellung der Redeibeile bald nach Maßgabe des Wohlklangs, baldmit Rücksicht auf die Wichtigkeit und Nachdrucksfülle des einen oder des andernWorts; hier, mit wenigen Ausnahmen, die bleibende Regel, von dem Unbe-stimmter» zu dem Bestimmter» fortzuschreiten. Daß sich eben daraus ganz ver-schiedene Grundsätze für die Wortfolge ergeben muff n, liegt ani Tage; daherauch dieser Theil der Syntax in jeder besondern Sprachlehre einen der wich-tigsten und wesentlichsten Abschnitte ausmacht. Auf die genannten 2 Haupt-theile (Rectionslehre und Topik, oder Lehre von der Wortfolge, auch Con-structionslehre genannt) beschränken wir den Inhalt der besondern Syntax.Die Lehre vom Satze und von den Perioden gehört, ihren allgemeinen Grund-sätzen nach, in die höhere Syntax; die besondern Regeln aber fallen mit de-nen der Wortstellung zusammen. K. b.
S y n t h e s i s oder Synthese, wörtlich: Zusammenhang, Verbindung,ist ein Ausdruck, der besonders in dem Gebiete der Philosophie auf mannigfaltigeWeise gebraucht und fast immer der Analysts, Analyse, denen aber auch die Theseund Antithese, entgegengesetzt wird. Verbinden und Trennen sind die Haupt-operation unserer Erkenntnißthätigkcit; jene aber ist die erstere, denn wir sind unsfrüher des Zusammengesetzter» bewußt; darum redet man auch von einer unmittel-baren oder ursprünglichen Synthesis. Letztere tritt schon ein bei der sinnlichen An-schauung, in welcher man das Mannigfaltige an einen, Gegenstände (Theile eines
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