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Talleyrand - Pt-rigord (Familie)
den zu gebrauchen. ?lls kalter Beobachter läßt er sich in s. scharfen Urtheile durchNichts irren, keineLeidcnschaftlichkeitstörr ihn, auch keinHaß, keine Rachsucht, dieikm ganz fremd ist, keine Eigenschaft imponirt ihm. Man kennt nur 2 schwacheSeiten an ihm: die Scheu vor der Entscheidung durch die Waffen und die Liebezum Melde. — In der Pairskammer stand der Fürst v. T. bei mehre» wichtigenErörterungen an der 47pitze der Opposition. Unters, gedruckten und von der Nationmit Beifall aufgenommenen Reden zeichnen wir aus: die Abstimmung des Fürsten für dasft^chtschuldig des angeklagten Robert in der Verschwörung vom 19. Aug.((.Frankreich ); die voni 26. Dec. 1820, über dieCompetenz der Pairskammerin Hochverratbsprocefsen: die vom 21. Juli 1821 gegen die Wiederherstellung derCensur; dieRcdevom 13.Nov. 1821 bei dem Tode des Grafen Bourlier, Bischofsvon Evreup; die Abstimmung ain 26. Febr. 1822 gegen das Gesetz über Preßver-gchen; und die ssnnion mr le;n»ftl «l'.-xlriu^e ei, rIonili« ,in stl?:e»ur8 (ln ruiIiu's l>- l'onvri iii,,- (le lu die der Fürst im Febr. 1823, gegen den Krieg
mit deuCorteS in Spanien , in der Pairskammer gehalten hat. Lange AeitwarFürstv. T. bei dem Wechsel der Ministerien ein Gegenstand der öffentlichen Aufmerksam-keit, da s. Name bald den Anhängern von Pasguier, bald denen von DecazeS, balddenGeznern von Beiden und den Doctrinairs ein großesGewicht zu geben schien.LllleinT. trug nie eine bestinnnie politische Farbe, am wenigsten die der Ultras; seinWitz und s. treffenden Bemerkungen machten ihn jedoch stets zu einem bedeutendenGegner des Ministeriums. 1828 haben s. Vermözensumstände durch den Falleines großen pariserHandelshauses bedeutend gelitten. Noch besitzt er die HerrschaftValen chp, wo er aus Napoleons Befehl dem Prinzen v.Asturien und dem InfamenseinSchloß als Aufenthaltsort einräumen mußte. 1816 erhieltet' ausDankbarkeitvom König Ferdinand l. von beiden Sicilien das im Königreich Neapel gelegeneHerzogthum Dmo geschenkt. — Als Staatsmann und Minister kann Fürst T.weder mit Sully, noch mit Richelieu , noch mit irgend einem berühmten Staats-mann verglichen werden. Er ist einzig in seiner Kraft, wie in s. Kunst. BesaßNa-poleou das Genie des Siegs, so hatte T. das Genie der Staatskunst; Beide ver-einigt zügelten und vernichteten die Revolution. T. gab wol die äußere Macht auss. Händen; aber ihm blieb die doppelte höhere Macht des Goldes und des Verstan-des. Mitten im Wechsel so großer Erschütterungen schwebte er, selbst unantastbar,wie das Schicksal, ungesehen über den Ereignissen, die er vorbereitete oder lenkte.DieserKopf, der durch Klugheit Alles zu beherrschen wußte, dringtfein, scharfundschlau in den letztcnGrund der Verhältnisse ein; fruchtbar an kurzen Schlagwortenund schneidenden Bemerkungen im feinsten Tone, entwickelt er lichtvoll und gründ-lich das Verworrene und Dunkle, indem er leicht darüber hinstreifk; dennoch sahman nie auf s. Gesichte, was er wollte. Die Mitwelt bewundert f. Geist, die Nach-welt richte über s. Charakter!') -
Der Oheim des Fürsten , der Cardinal Talleyrand-Pörigord, Erz-bischofvon Paris, starb als Grostalmosenier von Frankreich , 85 I. alt, d.20.Oct.1821 zu Paris . Ihm folgte s. Coadjutor, Herr de O.uelen.— Bezon, Grasv.Talleyrand-Pörigord, Bruder des Fürsten , ist Generallieut. und Gouver-neur zu St.-Germain-en-Laye; dessen Bruder, Archambauld, seit 1817Herzog v. Talleyrand-Pcrigord, ist Generallieutenant; dessen Sohn, Ed-mund, Graf v. Talleyrand-Pörigord, Herzog v. Dino, diente unterNapoleons Fahnen, wurde Marechal dc Camp, nabm an dem Feldzuge 1823 inSpanien Antheil und ist jetzt Generallieutenant. Er ist der Erbe des Fürsten T.
*) Ladn Morgan sagt von T.: »Das Gesicht dieses Mannes war rnbia und stillwie die schlafende Kindheit, seine gefalteten und geschlossenen Auge» schienen nichtdem Platze anzugehören, welchen er einnahm. Openstsm c'esr blr, st'silevranchmai» jsmals visaze ne ful moins Lanooiötre,"