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Elfter Band. T bis V.
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Talina

Agenten Englands an, und entwarf ein Gemälde von den Gefahren, von denendie Republik und ihre Vertheidiger umgeben wären; allein seine Deklamationen wirk:ten nicht, und zufolge einer Sonderbarkeit, die aus den verschiedenen Rollen, welcheer in der Revolution gespielt hakte, entsprang, sah ersieh 1797 gezwungen, sichsowol gegen die Anklage, daß er Theilnehmer an der royalistischen Verschwörungdes Lavilleheurnois, als auch gegen die Beschuldigung, daß er 1792 septembrisi-render Jakobiner gewesen sei, zu rechtfertigen. Er trat im Mai 1798 aus demRath, und gleichsam von allen Parteien zurückgestoßen, schiffte er sich in eben d.Z. nach Ägypten in der Eigenschaft eines Gelehrten ein; er ward Verwalter desDiolt il'cux'fftt,treu,et und der Nationaldomainen zu Kairo , sah sich in der Folgevon mehren Generalen gemißhandelt, und ward von Menou nach Frankreich zurück-,gesandt, der aber eine Anklage vorausschickte, welche T.'s Verhaftung zur Folgegehabt haben würde, wenn nicht das Schiff genommen worden wäre. In London tröstete ihn die Oppositionspartei durch einen glänzenden Empfang über s. Gefan-genschaft. Nach einiger Zeit freigelassen, kehrte er nach Frankreich zurück, erhielt1806 die Consulstelle zu Alicante , welche er einige Jahre bekleidete, und lebte seit-dem in der Dunkelheit. Seine Gattin wollte ihn bei s. Rückkehr nicht wieder auf-nehmen, s idern erklärte ihre Verbindung mit ihm für aufgehoben und verheirathetesich mit ».em Grafen v. Caraman. Weil T. die Zusahverfaffungsurkunde Napo-leons 1815 unterzeichnet hatte, ward er durch das Decret vom 12. Jan. 1816verbannt, durfte jedoch vorerst in Frankreich bleiben, erhielt 1819 nochmals Auf-schub, und starb im Nov. 1820 zu Paris , nach langen körperlichen Leiden, im 54.I. seines Alters in großerDürftigkeit. Als Herausgeber desiVini <>es oitovens",der ,,I), walle l'-^vptienne" !c. kommt sein Name auch in der Literatur vor. Wiegroß auch die Zahl s. Vergehungen und Verbrechen gewesen sei, so ist man wenig-stens schuldig, zu gestehen, daß er sich bei den wichtigen Stellen, die er bekleidete,durchaus nicht bereichert hatte (wie er denn in den letzten Jahren fast allein von denIlnterstützungkn eines sehr etelnMitgliedes des königl. Hauses gelebt hat), und daßer zu Denen gehört hat, welchen Frankreich seine Befreiung aus den Tigei krallenRobespierre's verdankte. Seine Abstimmung zur Derurtheilung Ludwigs XVI.hat er durch langjähriges Leiden und bittere Reue abgebüßt.

T a l ni a (Fraiwois Joseph), der berühmteste neuere tragische Schauspie-ler der Franzosen, Mitglied des I Iieäire kiaurai« in Paris (geb. daselbst d. 15.Jan. 1763), hatte von s. Ältern (der Vater war Zahnarzt) eine vortreffliche Er-ziehung erhalten. Er war anfänglich zum Arzt bestimmt, verlebte den ersten Theils. Jugend in England und kam erst im 15. Jahre nach Paris zurück. Hier erwecktendie dramatischen Meisterstücke und die berühmten Künstler des klieüire ir-nx-aisden Geschmack für die Bühne in ihm. Nach beendigten Studien ging er wiedernach London . Mehre dort befindliche junge Franzosen verbanden sich mit ihm zurAufführung einiger dramatischen Stücke. Die außerordentlichen Talente, welcheT. in s. Darstellungen entwickelte, veranlaßten mehre seiner Freunde von Bedeu-tung, ihm Vorschläge zu thun, sich ganz der londner Bühne zu widmen. Fami-lienumstände aber führten ihn nach Paris , wo er in der eben errichteten kdnigl.De-clamationsschule in der Rolle des Orest ausJphigenia in Tauris ^ auftrat. Dasleidenschaftliche Feuer seiner Haltung erregte allgemeine Bewunderung, und er er-hielt von der Regierung den Befehl zum Debüt auf dem Hieütiw kionesis, wo er1787 als Seide in Voltaire'sMahomet " auftrat. Er fand Beifall, und vondiesem Augenblicke begann er s. künstlerische Bildung mit ebenso einsichtsvoller, eifri-ger Beharrlichkeit als glücklichem Erfolge. Er suchte den Umgang der berühmte-sten Gelehrten, Maler, Bildhauer und Antiquare, studirte die Geschichte, um dieSitten und Gebräuche der Völker, die Charaktere merkwürdiger Personen kennenzu lernen, forschte in den Antiken nach Stellungen der Figuren, dem Faltenwurf in