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Theresia (Maria)
Fontenoy (11. Mai 1715) fielen die wichtigsten Plätze der östr. Niederlande infranz. Hände. In Italien, wo Genua sich mit Spanien verband, nahmen dieFranzosen und Spanier den grasten Theil des mailändischen Gebietes ein, und derKönig von Sardinien muste sich nach seiner Hauptstadt zurückziehen. Auch inDeutschland rettete sich Friedrich aus seiner kritischenLage durch den Sieg über dieÖstreicher und Sachsen bei Hohenfriedberg (4. Juni 1745). Bald nachher schloßdas britische Cabinet zu Hanover einen geheimen Vertrag mit Friedrich, worin die-sem Schlesien in Gemäscheit deS breSlaucr Friedens garantirt wurde. Allein die Kö-nigin von Ungarn und der Kurfürst von Sachsen zeigten sich nicht geneigt, zu un-terhandeln. Indeß war Karl von,Lothringen bei Sorr von Friedrich II. geschlagen,und M. T. hakte bloß den Trost, daß ihr Gemahl Franz Stephan (13. Sept.)zum Kaiser gewählt und d. 4. Oct. u. d. N. Franz I. gekrönt wurde. Bei dieserFeierlichkeitriefM. T.zuerst vomBalkon herab: „Es leke Kaiser Franz l. " Un-geachtet ihre Finanzen ganz erschöpft waren, und man sogar schon das Silberzeugaus den Kirchen hatte nach der Münze schicken müssen, wollte dennoch die nunmeh-rige Kaiserin-Königin in keinen Frieden willigen. Preußens Vorschläge wurdensämmtlich verworfen; nian wollte sich rächen, und M. T. faßte den kühnen Plan,einenchstreichisch-sachsischen Heerhaufen auf Berlin marschiren zu lassen. Überdieserwartete sie von Rußland kräftige Hülfe. Allem Friedrich kam Allem zuvor. Erschlug die Sachsen bei Hennersdorf (28. Nov.). woraufKarl v. Lothringe» aus derLausch nach Böhmen zurückwich, und durch die Niederlage der Sachsen bei Kessels-korf (15. Dec.) ward das ganze Kursürsienthum Sachsen von Preußen erobert.Die Kaiserin-Königin, vom eignen Unglück nicht gebeugt, aber gerührt durch dasSchicksal ihrerBundeSgenossen, schloß jetzt unter britischer Vermittelung (25 Der.1745) den breslauer Frieden, in welchem Friedrich Schlesien behielt und M. T.als Konigin von Böhmen und ihren Gemahl als Kaiser anerkannte. Dieser Friedewar für Ostreich um so dringender, da England wegen der Landung des Präten-denten in Schottland seine HülfStruppen aus den Niederlanden zurückziehen mußte,wodurch die Franzosen daselbst die Oberhand gewannen. Am 4. Mai 1746 hieltLudwig XV. seinen Einzug in Brüssel, und alle östr. Niederlande , mir AusschlußLuremburgs, waren in Feindes Hand. Der Verlust der Schlacht bei Rocou (11.Oct.) vermehrte Ostreichs Unglück aus dieser Seite. Dagegen siegten die Heereder Kaiserin in Italien unter dem Fürsten v. Liechtenstein zu San-Lorenzo über dieSpanier und Franzosen, und als nach Philipps V. Tode sein Nachfolger Ferdi-nand VI. seine Truppen aus Italien zurückzog, erhielten die Östreicher vollkomme-nes Übergewicht daselbst und schlössen namentlich auch Genua ein. Die Engländerblock,rten dasselbe zur See, und die Stadt ergab sich fast ohne alle Bedingung andie Östreicher. Allein durch die Erpressungen derselben erbittert, vertrieben dieEinw. den kais. General Botta, welcher 8600 Mann, die ganze Artillerie und allesGepäck verlor, aus Genua und dessen Gebiet (5.—9. Dec). Indeß wünschten so-,wol England als Frankreich und Spanien den Frieden. Allein die Kaiserin-Köni-gin hatte mit Rußland ein Vertheidigungsbündniß (22. Mai 1746) geschlossen,dem „auch Holland und England beigekreten waren. Die Franzosen vertrieben jedochdie Ostreicher aus der von diesen verheerten Provence und befreiten Genua (1747),welches von denselben aufs Neue belagert ward. In den östr. Niederlanden machtensie noch größere Fortschritte; allein das Vorrücken der Russen in Deutschland undder Sieg des Admiral Hawke über ein franz. Geschwader, wodurch die SeemachtFrankreichs zerstört wurde, beschleunigten den Frieden. Am 30. April 1748 wur-den die Präliminarien zwischen Frankreich, Großbritannien u. Holland unterzeich-net; hierauf folgte (18.Nov.) der Friede von Aachen, dem auch Spanien , Östreichund Sardinien beitraten. M.T.ward als die Erbin der väterlichen Monarchie an-erkannt, bloß der Infinit Don Philipp erhielt die Herzogthümer Parma, Piacenza