190
Thctis Theurgie
der Provinz „nd die vorzüglichsten Ausfuhrartikel der Stadt. 1809 wurden110,000 Ballen Baumwolle und 1 Mtll. Pfund Wolle ausgeführt. Der hiesigeDistrict bringt jährl. 30—40,000 Ballen Taback, jeder zu 215 Pfd., hervor.Man findet in und außer der Stadt noch viele Alterthümer mit Inschriften. Aufden Ebenen in der Gegend von T. lag Pella, die alte Hauptst. Macedonier.s. Nord-wärts von diesen Ebenen zieht sich eine hohe Bergkette, jetzt äkerolivado genannt.
T h e t i S, eine T. des NereuS und der Doris, also eine der Nereiden. Sieunterstützte den Zeus gegen die Titanen, welche ihn binden wollten, und rüste denBriareus. Jupiter und Neptun begehrten sie (nach Pindar ), wegen ihrer Schön-heit, Beide zur Gemahlin, was ihnen aber Prometheus oder Thenus widerrieth, dader Sohn der T. großer und mächtiger werden sollte als s. Vater. Deßhalb wurdesie von den Göttern dem PeleuS, König der Myrmidonen, in Thessalien, bestimmt;zwar verwandelte sie sich in tausend Gestalten, um seinen Umarmungen zu entge-hen, bis PeleuS selbst durch Proreus oder Chiron ebenfalls die Macht sieb zu ver-wandeln empfing, und sie sich ihm endlich ergab. Die Hochzeit, durch die Gegenwartaller Götter verherrlicht, ward auf dem Berge Pelion gefeiert. Sie gebar dem Pe-leus 1 Kinder, welche sie alle, um sie unsterblich zu machen, während ihr Gemahlschlief, ins Feuer legte, damit die Flamme das Sterbliche verzehren möchte. Abersie besaßen des himmlischen Stosses zu wenig und kamen alle ums Leben, bis aufden Achilles, den der erwachte PeleuS aus den Flammen riß. Über diese Störungerzürnt, verließ T. ihren Gemahl und kehrte zu ihren Schwester», den Nereiden,zurück. Doch »ahm sie an dem Schicksale ihres letzten Sohnes Antheil; sie tauchteihn in den Stvp, um ihn unverwundbar zu machen, und sandte ihn, als Mädchenverkleidet, zum Könige LykomedeS nach Skvros, um ihn vor der Theilnahme amtrojanischen Kriege ui bewahren. Als Achilles (s. d.) gctödter war, kam T. mitallen Nereiden ans Gestade und erhob eine so schreckliche Wehklage, daß die Grie-chen vor Angst entfliehen wollten; auch hüllte sie s. Leichnam in göttliche Kleiderund gab ihm zu Ehren nach seiner Verbrennung die herrlichsten Leichenspiele. —Nach den alten Kosmogonien war T. ein Svmbol des Wassers, daher auch dieFabel von ihrer Kunst, sich zu verwandeln, weil das Wasser, als Grundelement al-ler Dinge, alle Gestalten annimmt. T. war auch die Hauptgottheit des rhessali-schen Phthions, wo PeleuS herrschte, und wahrscheinlich wurden, um diesen Komgzu verherrlichen, alle diese Dichtungen erfunden. Übrigens muß man sie nicht mitder Göttin Tethys (s. d.) verwechseln.
Theurdank heißt ein deutsches gereimtes Gedicht, welches Melchior Psin-zing, kaiserl. Rath, Propst bei St.-Sebald zu Nürnberg , in der ersten Hälfte des16. Jahrh, verfaßte, und worin die Thaten und Abenteuer Maximilians >., undbesonders seine Werbung um die burgundische Erbtochter, aus allegorische Weiseziemlich steif und trocken verherrlicht werden. Es erschien zuerst Nürnberg 1511,mit vielen Holzschnitten von H. Schäufelin geziert, in Fol. prächtig gedruckt. Bur-kard Waldis gab es 1553 umgearbeitet heraus. Den Namen Theurdank erhält je-ner Kaiser deßhalb in diesem Gedichte, weil er von Jugend aus seine ganzen Gedan-ken nur auf theuerliche (d. i. abentheuerliche) Dinge gerichtet hatte. Den Schlüsselzu den in diesem Gedichte versteckt aufgeführten Namen findet man in SebastianFranke's „Chronik".
T h e u r g i e (a. d. Griech.) wird die vorgebliche Wissenschaft genannt, sichdurch gewisse Handlungen und Ceremonien mit den Göttern und Geiüern in nä-here Verbindung zu setzen und sie zu Hervorbringung übernatürlicher Wirkungenfür sich zu gewinnen. Es hat dieselbe ihren Ursprung noch von den Chaldäernoder Persern, wo die Magier sich hauptsächlich damit beschäftigten; auch die Ägyp-ter wollten große Geheimnisse darin besitzen, und sowie jene den Zoroaster, so hieltendiese den Hermes TrismegistuS für den Urheber. Sie gehört also zu der Magie.