600 Voltlin Vend^e, Vendöckrieg
und scheint sich sekbst Veiten geschrieben zu haben. Löwen in der . (beschichte desdeutschen Theaters", Schund in der „Chronologie des deutschen Theaters", Eck-hos in den „Briefen an Löwen", Schütze in der „Hamburg . Theatergeschichte",Gottsched U. A. gedenken seiner mehr oder minder ausführlich. öl„r.
Veltlin (Velrelin, Valielin, iat. V-,!!««; telliu^), eine natürlich und poli-tisch merkwürdige Landschaft, sonst Graubündten zugehörig, jetzt «-in Tbeil deslombardffch-.veneiianischen Königreichs (48; UM., mit 80,000 E.), bildet einüberaus fruchtbares Thal, das seiner ganzen Länge nach von der Adda durchströmtwird, und viele Arten Früchte, vorzüglich guten Wein hervorbringt. Früher zumHerzoglhunie Mastarch g'hörig, kam es 1512 durch einen Vertrag anGraubünd-ten.„ Es wurde immer als ein wichtiger militairischer Punkt angesehen, daher such-ten Östreich und Spanien, als dieses noch in Italien mächtig war, in der erstenHälfte des 17. Jahrh, sich in den Besitz desselben zu setzen; die Absichten Beiderwurden von Frankreich vereitelt. 1620 kündigten die Veltliner den Graubündtnernden Gehorsam auf, ermordeten alle «Mangel. Einwohner und errichteten eine eigneRegierung. Es entstand nun in dieser Gegend ein innerlicher Krieg, und erst 1637kamen die Graubündtncr, vorzüglich durch Vermittelung Frankreichs , wieder zumruhigkii Besitze des Landes. 1707 ward es, nebst der Grafschaft Ehmvenna, an diecisalpinische, nachmals italienische Republik abgetreten, verblieb auch t,m nachhererrichteten Königreich Italien, und machte einen Theil des Deport, der Adda aus.Seit 1814 steht es unter östr. Herrschaft und ist ein Th^il der Provinz Sondrio imlombard. Gouvernement. Die vorzüglichsten Örter darin — eigentliche Städtegibt es in diesem Ländchen nicht — sind die Marktsl. Tsndrio oder Sonders, ineiner schönen Gegend, wo der Wstdbach Mallero sich in die Adda ergießt, mit8500 Tinw., und Tirano an der Adda mit 3700 §. In dem eigentlichen Thale Veltlin liegt der Hauptort Sondrio ; in der Nähe sind die Bäder von Masino unddie neue Straße über das Skilsser Joch (8telvin). Worms (l>o> >„>o) und Cläven(Lliiaveuuu) hobenTransitohandel an der Straße über den Schlügen nach Deutsch ,land. In der Nabe wurde Plurs 1618 durch einen Bergsturz verschüttet.
Dendüe (ehemals Unter-Poitou), ein Deport, des franz. Reichs, noch demkleinen Flusse Vend^e benannt, wird von den Deport, der niedern Loire , der beidenSi-vres und der niedern Charente umgeben, und stößt gegen Aberzd an das atlanti-sche Meer. Auf 134 hat es gegen 270,000 E. Die Hauvtörter sind: LaRöche sur Von, auch Dille Napoleon genannt, Fonkenay, und Sables d'Dlonne.Das Land ist größtentheils fruchtbar und fleißig angebaut; es bringt viel Getreidehervor und versorgt zum Theil die Hauptst. des Reichs mit Schlachtvieh. Die Ein-geborenen führten in den ersten Iabren der Revolution gegen die Republikaner denvon dem Lande, in welchem er entstanden war, sogen.Vendeekrieg mit der lei-denschafstichsten Erbitterung. Dieser gräuelvolle Bürgerkampf hätte der erst ent-standenen franz. Republik sehr gefährlich werden können, wenn unter den Anfüh-rern der Vendoer Mehr Übereinstimmung gewesen wäre. Aufschlüsse über die zumTheil noch nicht ganz aufgehellte Geschichte der Dendee geben die 1816 erschiene-nen, obgleich nicht ganz unparteiischen Denkwürdigkeiten der Marquise de laRoche-Iaquclin. DerSchauplah des Krieges umfaßte noch 3 benachbarteDepart.bis an die Loire bei Nantes und Angers ; dieser ganze Landstrich, der im gemeinenLeben !« l!oc,,^<- heißt, ist durch seine natürliche Beschaffenheit ganz zu dem klei-nen Kriege geeignet. Es gibt wenig eigentliche Waldungen da, aber viele einzelneDaumgruppen; jedes Feld ist mit einer H cke umgeben, und das ganze Terraindurchschnitten. Es wat daher den Lmientruppen scvwer, hier zu wirken und deneinzelnen, gewdknlich unvermutheten Angriffen der mit allen Wegen und Schlupf-winkeln bekannten Eingeborenen zu widerstehen. Nirgends in Frankreich herrschtebeim Ausbruche der Revolution so viel Religiosität und Sittlichkeit, so viel An-