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Elfter Band. T bis V.
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Verona (Congreß zu)

unter allen aus dem Alterthum übriggebliebenen Gebäuden dieser Art am besten er-halten; es wird aber auch auf Kasten der Stadt erhalten. Es soll von Domitian erbaut worden sein, ist von Marmor und von ovaler Form, 484 Fuß lang und 381breit. Außen hat es 2 -Stockwerke Arcaden von einer schönen Zeichnung und Fonn.Das Innere besteht aus 46 Reihen Sitzen von rothem Marmor, welche im Ringherumlaufen und 32 AuSzänge auf den untern und ebenso viel auf den obern Ar-caden haben. Bartol. Gmliari in s. ,, I'opoxrntin WII' ,4„lit«otro cii Verona"(Verona 1822) hielt dasselbe für ein ursprünglich etruScischesWerk; man vgl. die„Melker-," des Grafen Simone Stratico, nebstGiuliari'S Antwort (Verona 1824).Verona , ursprünglich eine römische Colonie, ist die Mutter und Pflegerin berühm-ter Gelehrten und Künstler, die Vaterstadt des Catull, Cornelius Nepos , des älternPlinius. des Vitruvius, Scaliger, Scipio Maffei, des Malers Paolo Cagliari (Veronese ) u. A. Die hiesige 4,:n,a<I<nni,'> <Ii ^lioollurn, cooimnroio ccl arti, (seit 1169) gibt „Vlonioris" heraus (den 10. Bd. 1824). — Die unruhigen Zei-ten des MikkelalrerS hatten D., gleich vielen a. Städten Italiens , Gelegenheit ge-geben, sich freizumachen; doch wußten bald einzelne mächtige Familien die Regie-rung an sich zu reißen, so herrschte» daselbst 110 Jahre laug die Scaliger, welche1381 durch den nachmaligen ersten Herzog von Mailand, Galeazzo Visconti , ver-jagt wurde». Nach den Viscontis erhielten es dieCarrara, und 1405 ward es vonden Venetianer» erobert, die bis 1196 in, Besitz blieben, (S. CiSalpinischeE Republik.) Wie diese mächtige» Familien oft mit einander in blutige Streitig-keiten geriethen, weiß Jeder aus Shakspeare's in der Hauptsache der Geschichtenachgebildetem Trauerspiele:,,Romeo und Julia". S. Carli'S„8lo, in ,Ii Verona ".Maffei hat in s. „Verona i!>»8trala" ihre Alterthümer beschrieben. S. auch desGrasen Bevilaqua Lazise«lelia ciltä <1i Verona" (Venedig 1823).Im Gebirge des Reroiiesischen leben 50,000 Einw. deutschen Stammes, in 13ooininuni; Hauptort Erbeso. <Vgl. Vicenza.)

Die Lage vom Südosten Europas und Spanien waren die Veranlassung,Laß von den seit 1815 verbündeten europäischen Hauptmächten zu Ende 1822 einCongreß zu Verona gehalten wurde. Vorbereitende Conferenzen hatten imSept. zu Wien , wo Kaiser Alexander am 1. dess. M., nebst dem Staatssecretair,Grafen Nesselrode, eingetroffen war, die Staatsminister der 5 Hauptmächte gehal-ten. Der König von Preußen begab sich unmittelbar nach Verona , wo er und derKaiser von Östreich am 15. Oct., Kaiser Alexander am 18., und die Könige vonbeiden Sicilien und von Sardinien, nebst andern ital. Fürsten , später eintrafen.Diesmal erschien auf dem Congresse kein britischer Staatsminister; denn der Mar-quis v. Londonderry halte in einem Anfalle von Schwermuth, durch die Lall und dieVerwickelung des bisher von ihm befolgten politischen Systems gedrückt, sich selbstden Tod gegeben, sein Nachfolger Canning aber wollte, dem Grundsätze strengerNeutralität getreu, das britische Staats- und Handelsinteresse nicht durch gewalt-same Einmischung in die innern Angelegenheiten der pyrenäischen Halbinsel gefähr-den. Er schickte daher den Herzog v. Wellington nach Wien und Verona , wohinsich auch der britische Gesandte am wiener Hofe begab. Don Seiten Frankreichs erschienen der Staatsminister, Vicomte, nachmals Herzog v. Montmorency, undder franz. Botschafter am brit. Hofe, der Vicomte v. Chateaubriand. Außer diesenwaren noch russische (z.B. GrafPozzo di Borgo), französische und a.Diplomatikerin V. gegenwärtig; preuß. Seits Graf Bernstorff und Fürst Hardenberg. Dieserverließ jedoch, nach Entscheidung der Hauptfrage, V., um Mailand und Genua zusehen, während sein Monarch eine Reise nach Rom und Neapel unternahm. FürstHardenberg starb in Genua d. 26. Nov. Unter den übrigen in V. anwesenden Per-sonen wurde der Banquier, Baron Rothschild, bemerkt. Auch fand der durchreisendeKronprinz Oskar v. Schweden eine ausgezeichnete Aufnahme. Über den Gang der