Band 
Elfter Band. T bis V.
Seite
679
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Verona

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einen Mysticismus in der Wissenschaft, der ein Widerspruch in chm ist, denn dieWissenschaft soll nicht in Räthseln sprechen, sondern viclmekr, ihrer Bestimmunggemäß, dieMysterien (Geheimnisse) der Natur, Kunst und Religion so weit sie vermag enträthseln. Aus dem vorhin erwähnte» Übergewicht der Verstandes--bildung im Gegensatz gegen echte Vernunstbildung (welche eine höhere Verstandes-,bildung einschließt) erklärt sich auch der Gegensatz zwischen empirischen, rationellenoder philosophischen Naturforscher», oder übe, Haupt zwischen empirischen und wis-senschaftlichen Gelehrten innerhalb ihres gemeinschaftlichen Stankes. Heue (dieEmpiriker) betrachten und erforschen die Natur mit verständigem Geiste, sie haltendie Trennung derDinge in derWelt für ursprünglich und absolut (füranstch statt-findend) und seyen daher nur äußere Beziehungen der Dinge, keine innere Einheit.Diese (die wissenschaftlichen Gelehrten) betrachten und erforschen die Natur Mitvernünftigem Geiste; sie sehen in der Mannigfaltigkeit die nothwendige Entwicke-lung der Einheit für die Erscheinung, erkennen überall innern (organischen) Zusani-menkang und wesentliche Verwandtschaft, und erblicke» i» der erscheinenden Weltdie Offenbarung Gottes nach ewigen Gesetzen. Wahre Dernunftbiltung ist alsodie Einheit oder Harmonie des V>, stände? und der Vernunft in der Ausbildung.Solche Bildung ist Eins mit wissenschaftlicher (pbilosophischer) Bildung; sie heißtauch intelligente Bildung. Die möglichste Vollkommenheit der letztem ist das hoch:sie Ziel der Geschichte, d. h. die Entwickelung der Menschheit. Man wird hierausersehen, daß Kant die Vernunft eigentlich als Verstand betrachtete, und sie will-kürlich beschränkte, insofern er ihr nur das Gebiet der Erfahrung anwi.s, mit wel-cher sich der Gestirne begnügen kann. Kant führte ferner den Unterschied der theo-retischen und praktischen Vernunft ein, insofern er annahm, daß die Vernunft,,rie,i i erkenne, theils daß Etwas sei (theoretische Vernunft), theils daß Etwas seinsoll (praktische Vernunft). (S. Kanr'sche Philosophie.) Mit Recht über-hat mau ihm den Primat der praktischen Vernunft bestritten, durch welchen ergleichsam die Vernunft mit sich selbst entzweite. In China gibt es eine Der-,nunftsekte, Tao-sse, d. i. Anhänger der Vernunft. Diese von Lao-T zurZeit des Confucüis gestiftete religiös--philosophische Sekte trennte sich ebenso vonConfucius als von dem Buddhaismus. Nur eine Schrift des Lao-Tsö hüt sich er-halten, gleich den classischen Schriften, King genannt. Da die Sätze dieses Kingeine große und innere AehnlichkeitmitdenSätzen deS'Pythagoras, Plato , Plotinusu. a. griech.Philosophen haben, so schließt Abel Remusai auf eine Verbindung die-ser alte» Völker. S. s. Abh. im 7. Th. derVier,,, elo I'iu.etitut loral «In b ranne"(Paris 1824, 4.).

Verona, Stadt in-Oberitalien , Hauptort der Prov. gl. N., liegt in einerfruchtbaren Ebene und gehörte ehemals zu Venedig , jetzt zum lombardisch-venetia-nischcn Königreiche. >Lie wird durch die Etsch in den südlichen und nördl. Theil ge-trennt, die durch 4 Brücken verbunden sind; sie ist mit Mauern und Wällen um-geben und ward sonst dm ch die Castelle S.-Felice, S.-Pietro und Castello vecchiobeschützt, die aber jetzt ihre militairische Wichtigkeit verloren haben. Unter mehrengroßen Plätzen nennen wir die Piazza de' Signori mit dem Rathhause und denStatuen ausgezeichneter Bürger. V. hat 9000 Häuser, theils sehr ansehnlich,theils von glter Bauart, größtentheils enge, krumme Straßen, 48,000 Einw.,14 Pfarr-, ^9 andre Kirchen und eine Kathekralkircbe. Viele dieserKü chen sindmirschönen Gemälden geschmückt. D. hat Seiden-, Wollen- und Lederfabriken. DerHandel, der von hier aus zwischen Italien, Deutschland und der Schweiz getriebenwird, ist nicht mehr so lebhaft als ehemals, aber noch immer beträchtlich. Es gibthier viele Überreste römischer Alterthümer, und die berühmte Maffei'sche Samm-lung enthält einen Schatz von Inschriften, Statuen, Gefäßen und Basreliefs. Dasalte römische Amphitheater (Arena), das mehr als 22,000 Menschen faßt, ist