Band 
Elfter Band. T bis V.
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Voltaire

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beln auswendig herzusagen, und späterhin recitirte er aus dem Gedächlnkß ein Ge-dicht von Rousseau :läloi^ck--', vor der berühmten Ninon de I'Enclos, welcheein solches Gefallen a» dein talentvollen Knaben fand, daß sie ihm ein Vermää t-niß von 2000 Lwres zu?lnschaffung einer kleinen Bibliothek hinterließ. SeinVater wünschte in ihm einen Rechtegelehrten und Advocarcn zu sehen; allein seineLiebe zur freien Gesstesihäiigkeit ließ es ihn nicht weit in diesem Studium bringen.Er machte immerfort Verse und nährte diese Neigung in der Gesellschaft geistreicherund witziger Männer, unter denen sich Chaulieu, der Marguis de la Fare, derMarschall v. Villars, der Großprior von Vendome, der Punz v. Conti u. A. bc-fanden. Hier lernte er zuerst den Ton der feinern Welt kennen, der ihm auch alsSchriftsteller eigen blieb, und wodurch er sich vorzüglich seinen Einfluß verschaffte.Der Vater sah dies ungern und bat daher den Marguis v. Chatcauneuf, sranz.Gesandten in Holland , den jungen V. als Pagen mitzunehmen. Dies geschah;allein V. verliebte sich in die Tochter der Frau v. Rover, einer Geffüchteten in Hol-land , und wurde deßhalb wieder zu seiner Familie zurückgeschickt, wo er aber eben-deswegen sich nicht wohl aufgenommen sah. Er konnte nur dadurch wieder in Gunstkommen, daß er da« ihm verhaßte Geschäft eines Advocaten übernahm. Hiervonerlöste ihn endlich ein Freund seines Vaters, Herr v.Caumarlin, indem er ihni einenstillen Aufenthalt auf seinem Landgute anbot, wo V. mit dem ältern Caumarimbekannt wurde, der, ein großer Bewunderer Heinrichs I V. und Sullp'S, ihn mirseiner Begeisterung für diese großen Männer emzündeie, und ihm, da er den HofLudwigs Xl V. genau kannte, ein lebhaftes Bild von diesem gab. Dies ward dieVeranlassung zu derHenriade" und demNäe-le ,ie I <,i,XIä Seine Nei-gung zu Spottgedichten zog ihm bald daraus weil man ihn beschuldigte, eins gegendie Regierung geschrieben zu haben, einen anderthalbjährigen Verhaft in derBa-stille (1716) zu. Hier entwarf er ein Gedicht über die Liguess. nachherigeHen-riadc"), auch verbesserte er s. TrauerspielÖdipuS ", das 1718 aus die Bühne kamund in einem Jahre t5 Mal aufgeführt wurde. Selbst der Regent, der Herzogv. -Orleans, war so erfreut darüber, daß er dem Dichter erlaubte, von dem Drie,wohin er nach s. Befreiung (der Vers jenes Spottgedichtes hatte sich nämlich frei-willig angegeben) verwiesen worden war, nach Paris zurückzukehren. Sein Vaterselbst ward von einer Vorstellung dieses Trauerspiels dergestalt ergriffen, daß er denSohn niit Thränen in den Augen umarmte, und ihm von nun an freien Willenließ. D. verliebte sich zum zweiten Male ernstlich in die Mai schallin v. Dillars,wodurch er einige Zeit der Dichtkunst entzogen wurde, ober geheilt von dieser Lei-denschaft, schriebet- ein TrauerspielArtemire", welches jedoch nicht gefiel. Erstals es u. d. N.Mariamne " 1725 wieder aufkie Bühne kam, fand es Beifall undward oft vorgestellt. 1722 begleitete er die Frau v.Rupelmonde nach Brüssel , woer Rousseau 'öBekanntschaft machte, die jedochmit einer völligen Entzweiung Bei-der endigte, welche sich nie wieder ausgleichen ließ, da Beider Charaktere und Le-bensanfichten so sehr sich widersprachen. 1723 seilte D. an derHenriade", welcheum diese Zeit zum ersten Male, u. d. T. der Ligue, jedoch ohne V.'S Theilnahmeund in einer sehr unvollkommenen Gestalt, zu London gedruckt erschien. Der Prä-sident Henault und a. Freunde machten ihm so viele, zum Theil kleinliche Bemer-kungen darüber, daß er unwillig zum Kamin eilte, um sein Gedicht zu verbrennen.Henault entriß es dem Feuer mit denWorren:ZhrGedicbt gleicht dem besunge-nen Helden, ungeachtet seiner Fehler war er ein großer König und der beste derMenschen". 1726 wurde V. abermals in die Basiille gesetzt. Er hatte ,nämlicheinen Chevalier v. Rohan, einen adelstolzcn jungen Mann, durch bittere Äußerun-gen beleidigt. Dieser ließ den 28jährigen D. von seinem Bedienten durchprügeln.V. lernte fechte» und foderte den Chevalier heraus, woraus Jener einen Derhaftsbe-fehl gegen V- auswirkte. Nach 6 Monaten verdankte er seine Befreiung derMai -