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Wagenburg Wagner
die Zeichnungsschule zu München , wo er das Thier- und Landschaftsfach wählte.Man schätzt von ihm aus dieses Zeit einige Aquarellzeichnungen , welche (Gegendenvon Baiern und Trachten des Landvolks darstellen. Seine weitere Bildung ver-dankt er der Galerie zu München und der Anleitung des verst. k. GaleriedirectorSv. Männlich, vonüglich abei-dem Studium der Natur in Baiern und in derSchweiz.Don hier rief ihn der Krieg in die Reihen des vaterländischen Heeres. Nach demFrieden lebte er ganz dem Studium seines Kunsifaches, und ein tieferes Eindringenin die Natur gab bald s. Ölgemälden mehr Kraft und Wahrheit, indem sich ausihnen das Matte der flüstern Aguarellmanicr verlor. W. weiß Hirkenscenen ineiner gefälligen Landschaft trefflich tu gruppircn ; s. Figuren habenCstarakter. Inder Ausführung liebt er meistens Pokker'S Geschmack, verbunden mit Leichtigkeitund Freiheit des Pinsels. Seine Vorgründe sind fleißig behandckt, sein Auftragist durchsichtig, s. Beleuchtung natürlich, s. Farbenlon harmonisch. Der König vonBaiern besitzt von ihm einige treffliche Gemälde, u. a. das Innere eines Stalles;die Ansicht des starhemberger Sees im Hintergründe bei untergehender Sonne, imDorgrunde Kühe und Schafe mit einem Hirtenknaben. Auch in der k. Galerieund im Saale zu Nymphenburg siestt man von ikm große Bilder, u. a. Gegendenvom Koch,'l-und vom Tegernsee. Einige Werke von chm hat der Kaiser von Ruß-land gekauft. Eins s. vorzüglichern Werke kam in die Galerie des Fürsten Liechten-stein, ein andres in die grast. Schönborn'sche Galerie in Pommersfelden . MehreKunstfreunde in München, Augsburg u. a. a. L). besitzen von ihm schöne CabinetS-stücke. 1809 und 1815 gab W. Anleitungen zur Landschaftszeichnung in lithogr.Manier heraus, jede von 18 Bl. u. Baumstudien in 12 Bl. (1817). Er starbzu München d. 12. Mai 1829.
Wagenburg, eine Derschanzung von Wagen, war in ältern Zeiten imKriege ein gewöknliches DertheidigungSmittel durch ineinandergeschobene Wagen,hinter welchen die Fußvölker gegen die Angriffe der Reiterei gesichert waren. Derstärkere Gebrauch der Artillerie hat diese Art der Vertheidigung unstatthaft ge-macht. — Wagenburg wird auch, obwol unpassend, die ganze Masse der Pro-viant- und Packwagen genannt, die zu einem Armeecorps gehören; man sagtbesser Fuhrwesen (franz. Timn).
Wagerechk, Horizontal, s. Horizont.
Wagner (Ernst), geb. den 2. Febr. 1768. Bei dem ersten Blick aufdie Leistungen dieses Schriftstellers als Romanendichter scheint das Gemüthlichevorzuhek rkchen: doch bei genauerer Prüfung wird man ebenso sehr von f. reichen,schöpferischen Phantasie, wie von s. feinen, stets psychologisch motivirlen Welt-und Menschenkenntniß überzeugt. Leider muß man bei diesem ausgezeichnetenSchriftsteller beklagen, daß er nicht lange und besonders nicht gesund genug lebte,uni den ganzen Reichthum s. edeln Geistes zur Belehrung, zum Genuß und zurEhre seiner Nation noch mehr zu entfalten, als es durch die vorhandenen Erzeug-nisse geschehen ist. — Wie das wahre Talent oft, ja fast gewöhnlich, sich unterdem Drucke der äußern Verhältnisse mit verstärkter Federkraft emporhebt, so war esauch der Fall bei ihm, welcher, als der Sohn eines unbemittelten Landgeistlichen indem sachs.-meiningischen Dorfe Roßdorf , sogar der nothwendigen Unterstützungermangelte, um ein Gvmnasium beziehen zu können. Die gründlichen Kenntnissedes wackern Vaters und die mit Fleiß verbundene schnelle Fassungskraft des Moh-nes ersetzten indeß diesen Mangel so, daß er die Prüfung bestehen und die Universi-tät Jena besuchen konnte, wo er sich der Rechtswissenschaft widmete. Nach seinerZurückkunft wurde er Privatkecretair des Gutsherrn, Freih. v. Wechmar, dannGcrichtsactuar und zugleich Verwalter des dortigen Rittergutes. Wiewol auf demfreundlichsten Fuße mit der Gutsherrschast, fühlte er sich doch mannigfaltig be-eng!; denn da er bald Gatte und Vater wurde, reichte selbst die höchste Sparsam-