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keil kaum für die nothwendigsten Bedürfnisse aus, keineswegs für f brennendenEifer, sich fortzubilden und das Leben als Reisender von mehren Seiten anzu-schauen. Gewiß war es indeß mekr ein geistiges Bedürfniß, was ihm 1803 dieSchrifkstellerlaufbohn e> öffnete. „Wtlibold'S Ansichten des Lebens" war das ei stegrößere Erzeugniß seiner Muße; denn schon früher hatte er einzelne Gedichte indem zu Leipzig erschienenen „Damenjournal" abdrucken lassen. Tie meisten Gebil-deten Deutschlands kennen diesen durch 3 Aufl. verbreiteten Roman als einen derbesten unserer, an dcrgl. Büchern reichen, aber an solchen Dichtungen armen Zeit.Zn s. einfach angelegten, ihr Znteresse immer steigernden und bis zum befriedig.n-den Schlüsse fortführenden Erzählung stellt er ein Gemälde auf, das, vom an-muthigsten idyllischen Rahmen eingefaßt, vielleicht in unserer gesammten Roma-nenliteratur nur wenige gleich gelungene Scilenstücke findet. Auch find wol nursehr wenige Dichter gleich bei ihren Erstlingsversuchen mit so eingetheiltem Beifallaufgenommen worden als Ernst W. Durch dieselben ward Jean Paul Fr. Rich-ter aufmerksam auf den jungen Plann und empfahl ihn dem Herzog Georg vonSachsen-Meiningen, einem Fürsten , der wahres Talent zu schätzen und hervor-zuziehen verstand. W. erhielt hieraus unei wartet dos Decret als herzogl. Cabinets-secretair, mußte aber den großen Schmerz erdulden, s. geliebten Fürsten, noch eheer s. Amt angetreten, zu beweinen. Seine fürstl. Witwe erfüllte auf das großmü-thigste das Versprechen des Verewigten. W. zog unter sehr angenehmen Bedin-gungen 1804 nach Meiningen , und es blieb ihm Muße genug, sich ganz derSchriftstellerei zu widmen. Nun erschienen von ihm: „Die reisenden Maler";„Die Reisen aus der Fremde in die Heimalh"; „Ferdinand Miller "; „Zsidora"(Roman in 3 Bdn., Tub. 1812) und „Das historische ABC eines 40jährigenFibelschützen" (e. Anhang zu den „Reisenden Malern"), — lauter rühmlich be-kannte Namen in den Annalen deutscher schöngeistiger Literatur! Leider fanden sichschon in den ersten Zähren seines Aufenthalts zu Meiningen dieKennzeichcn einerin der Regel unheilbaren Krankheit, der Rückenmai ksdarre, ein. Sie raubte ihmbald die Hoffnung eines langen Lebens, ober nicht die GeisteShciterkeit und denMuth, die wenigen ihm zugezählten Tage durch Schöpfung des Edeln und Schö-nen zu benutzen. Für seine Charakterentwickelung ward dieses harre Schicksalentscheidend. — Die Leiden der letzten Periode waren groß; aber sie wurden vonihm mit männlichem, ja noch mehr, mit christlichem Muthe ertragen. Der Toderschien ihm am 2b. Febr. 1812 als ein Friedensbote und Befreier. Er starb im45. Lebensjahre. Nur ein Sohn, Karl, ein junger talentvoller Londschaftema-ler, ist von seiner ganzen Familie zurückgeblieben. Die Charakteristik des Df. des„Wilibald tc.", sowie seiner Dichtungen enthalten die „Briefe über den DichterErnst Wagner " (lebensgeschichtliche Nachrichten; Mittheil. aus s. angedrucktenNachlasse) von Friedr. Mosengcil (Schmalkalden 1826). E. Wagner's „Sämmt-liche Schriften" erschienen in einer Taschenausgabe zu Leipzig 1827 fg.
Wagram (Schlacht bei) am 5. und 6. Zuli 1809 von Napoleon gegenden Erzherzog Karl gewonnen. Sie entschied den Krieg und das Schicksal derMonarchie auf denselben Feldern, auf welchen Rudolf v. Habsburg 1278 den stol-zen -Ottokar besiegt und den Grund zu Ostreichs Macht gelegt hatte. Der beträcht-liche Verlust, den Napoleon bei dem fehlgeschlagen« ,! Übergänge seines Heeres überdie Donau durch die Schlacht bei Aspern (s. d.) erlitten hatte, machte s. Streit-kräften Erholung nöthig. Sein großartiger Plan war zwar nicht zerstört, aberin der Ausführung aufgehalten, und e> bedurfte zum Verfolg desselben Verstärkung.Diese wurde ihm durch die ital. Aimee unter dpni Dicekönig, der endlich die Östrei-cher von dorther bis nach Ungarn gedrängt hakte und bald zur großen Armee stoßenkonnte; eS näherte sich ferner Bernadotke mit den Sachsen ; es näherten sich tieBaiern u. a. stanz. Tiuppenabtheilungen. Keineswegs unter so günstigen UinCvnvmativns-Lepievii. Bd. XII. 2