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Wahabi
Auf göttliche Eingebung sich berufend, lehrte er wie der Koran , dessen Glaubens-Vorschriften er nurtheilweise annahm, das Dasein eines einzigen Gottes, des Ur-hebers der Welt, des Belohners desGuien, des Rächers des Bösen; aber er ver,warf alle im Koran enthaltene Sagen, besonders die von dem Propheten Moham-med, den er nur einen von Gott geliebten Menschen nannte, dessen Anbetung erals ein mit der wahren Verehrung der Gottheit im schrecklichsten Widersprüche ste-hendes Verbrechen bezeichnete; auch verbot er die Pracht und den Reichthum,welche man in den Moscheen der Mohammedaner antrifft. Wer sich dieser neuenLehre widersetzt, soll mit Feuer undSchwert vernichtet werten. — Mohammed ge-wann zuerst für seine Lehre den Herrn von Drehpeh (Derajeh) und Lahsa, Ebn-Sehud, den er dann zum Fürsten (Emir ) und Beschützer der neuen Sekte ausrief,sich selbst aber zum obersten Priester derselben erklärte, und so die geistliche undweltltcheMacht, die in Ebn-Sehud's undShcikMohammed'sFamilien forterbten,für immer von einander trennte. DerHauplsitz der Wahabis war die Stadt Dre-hpeh (Derajeh), in der Prov. Nedjed und Icmama, 54 M>ilen westlich von Bas-fora. Da die neuen Glaubensgenossen bis zur höchsten Schwärmerei begcisteit,zu allen Entbehrungen bereit (den Nichtgebrauch des Caffees und Tabacks, sowiealler seidenen Kleidungsstücke, schreibt ihnen ihr Gesetz vor), unermüdel tapfer undgrausam waren, da Glauben oder Sterben ihr Losungswort blieb, so verbreitetesichihrReich mit unglaublicherSchnelligkei' unter den umherstretfenden arabischenStämmen, von welchen sie nach kurzer Zeit 26 unterjocht sich einverleibt und zu-gleikd mit dem Hasse gegen den reinen Islam der Mohammedaner und mit der Lustzur Erbeutung des Moscheenreichthums erfüllt harken. Sehud'S S ohn lind Nach-folger, Abd-Elaziz, konnte schon ein Hiervon 120,000streirfähigen wohlberitte-uen Männern ins Feld stellen. Mit Kameelen und Pferden wohl versehen, mitSchwert und Spieß wohl bewaffnet, waren die Wahabis, obgleicp den Bedui-ne» (s. d.) ähnlich, auch ohne bedeutende Artillerie, die sie sich erst erobernmußte», gefährliche Feinde. Die Natur des Landes, Lebensweise und Glaubenhaben ihren Charakter gebildet, der nach den bergigen Gegenden ihres Stammlan-deS noch wilder und kühner ist als der der ersten AnhängerMohammed's. Vorzüglichdie Zerrüttung, welche die hohe Pforte in allen Theilen ihrer Herrschaft, also auchin den arabischen sogen. Schutzländern dulden mußte, begünstigte die Unterneh-mungen der Wahabis, welche schon von ihrem Sitze zwischen dem persischen Meer-busen und dem rothen Meere aus, mehre Theile der asiatischen Türkei berührt hat-ten, ehe man gegen ihre Verheerungen und Bekehrungen die geringsten Maßregelnnahm. Erst 1801 erhielt der Pascha von Bagdad Befehle, mir den dem Äio-hammedanism treu gebliebenen Volksstämmcn gegen die Wahabis zu ziehen, wel-che aber den gegen sie geschickten Feldherrn durch große Geschenke zum Rückzüge be-wogen, und dann die «tadt Iman-Hussein überfielen, zerstörten, und nach Er,beutung vieler Schätze in ihre Wüsten zurückfloben. Bei dieser Unternebmung hat-ten die Wahabis auch die Moschee des von den Persern hochverehrten Ali beraubt.Der persische Monarch Fach Ali drohte ihnen vergebens mit seiner Rache, er warddurch innere Kriege davon abgehalten. Nun leistete den kühnen Wahabis nachden weit größer« Schätzen der heiligen Stadt Mekka . Hier hatte der ssingere Bru-der, Ghalab, dem ältern, Abd-Al-Mein, das Sckerifat geraubt; angeblichum dieses zu rächen, sandte Abd-Elaziz seinen Sohn Sehud mit 160,000 M.gen Mekka , wo er den Ghalab in die Flucht schlug, an der Eroberung der Stadtselbst zwar einstweilen durch die Ankunft der großen Karavane unterFührung desPascha von Damask verhindert wurde, mit diesem aber einen Vergleich traf, nachwelchem derselbe nur 3 Tage in Mekka verweilen, und sich in den Bruderstreit überdas Scherifat nicht mischen durfte. Nach dem Abzüge der Karavane nahmen dieWahabis die heilige Stadt ohne Widerstand ein, ermordetet viele Sheiks und beim