Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Wahabi

Islam treu verharrende Mohammedaner, setzte» den Abd-Al-Mein zwar wiederein, zerstörten jedoch alle heilige Denkmale und führten unermeßliche Schätze vondannen. Nur wenige 100 Mann ließ Sehnd als Besatzung zurück, versuchte so-dann vergeblich die Eroberung von Dschidda und Medina , und zog sich daher nachDrehyech, wo indeß 1803 sein Vater von einem Perser ermordet worden war, zurück.Sehud ward nun Fürst der WahabiZ; ihr Dberpriester war Sheik Mohammedsältester Sohn, Hussein der Blinde. Die erlittenen Unglücksfälle wurden baldverschmerzt, die Wababis erschienen (1806) zahlreicher als je, plünderten die zumheiligen Grabe wallfahrkende Karavane, erbeuteten den Mahmel (eine prächtigeLade, in welcher derGroßherr jährlich die für des Propheten Grab bestimmte»Ge-schenke sendet), eroberten Mekka, Metina, selbst Dschidda , und bezeichneten alleihre Tage durch Blutströme und durch Bekehrungen, unter denen die des Muftivon Mekka die meiste Verwunderung erregte. — Die Furcht vor den Wahabitenverbreitete sich im ganzen Morgenlande, und selbst die Briten besorgten, durch siein ihrem Handel gefährdet zu werden, indem sich einige Kriegerhorden nachdempersischen Meerbusen zogen, mit den dortigen Seeräubern sich vereinigten und dieVerbindung zwischen Bassora, Maskate und Indien beunruhigten. Die Britennahmen daher d n Iman von Maskate, gegen den sich sein Bruder im Lande <)manempört halte, wider die Wahabiten in Schuh, und schickten ihm von Bombay(1809) eine Eseadre nebst Landtruppeu zur Züchtigung seiner und ihrer Feinde.Dieser Zweck ward auch durch mehre See- und Küstengefechte, besonders durch dieZerstörung des Hauptsammelplatzes Ras el Elyma (Kherim), wo 3200 Einw. ge-tödret, 1600 gefangen genommen wurden, erfüllt; wogegen sich die Briten vomIman, um ihm ferner nahen Schutz angcdeihen lassen zu können, die durch ihrereichen Perlenfischereien berühmten Inseln des persischen Meei'busens Bahrein undZebora ausbedungen. 1810 riefdiehohe Pforte den Mohammed Ali, Pascha vonKairo,-und die von Damask und Akre auf, gegen den Pascha von Bagdad , Ius-suff Pascha, und gegen die mit ihm verbundenen Wahabis zu ziehen. Der PaschavonAkre vollführte diesenBefehl mit so vielerThätigkeit alsTapserkeitund eroberteBagdad , dessen seiner Schätze beraubter Pascha nun zu dem wider ihn beordertenPascha von Kairo , seinem Vater, floh und dort gute Aufnahme fand. So erhiel-ten die Wahabis in der Zwietracht und Eifersucht der Paschen des türkischen undder Khans des persischen Reichs di" sicherste Bürgschaft für das Gelingen ihrerStreifzüge. — Bald vereinigten sie sich nach dem Blutbade, welches MohammedAli unter den BevS und Mamelucken zu Kairo anrichtete, mit den nach Dberägyp-ten geflohenen Überresten derselben. Nun betrieb Mohammed Ali mit unermüdeterThätigkeit die Rüstungen zur Vernichtung der Wahabis; er eroberte Jambo undNahala (1811); als die Frucht dreier erfochtener Siege schickte er 3 Säcke voll Wa-Habitenohren nach Konstantinopel ; jedoch wurden späterhin keine Fortschritte ge-macht; Zussuff Pascha, der jetzt mit seinem Vater, Mohammed Ali, für die Ds-manen focht, ward sogar zum Rückzüge gezwungen. (Er starb bald darauf an derPest.) Allein die von ihrem Bundesgenossen, dem Scherif von Mekka , verrathe-nen und von.mehrrn arabischen Stämmen verlassenen Wahabis erlitten in den Eng-pässen von sofra und Dschudejda neue Niederlagen und wurden von der Straßenach Medina ganz abgedrängt. Diese heilige Stadt war schwach besetzt und dahervon den Dsmanen leicht zu erobern; bald darauf fielauch Mekka wieder in ihreGe-walt. Die feierliche Überreichung der Schlüssel der wiedergewonnenen Glaubens-städtc veranlaßte zu Konstankinopel hohe Feste. Allerdings halle der Islam durchdiese siege für s. eigne Erhaltung, die mit dem Besitze von Mekka und Medina und mit den, ungestörten Wallfahrten der Gläubigen dorthin in enger Verbindungsteht, Vieles gewonnen. Jedoch war die furchtbare Sekte bei weitem noch nicht un-terdrückt. Darum rüstete sich Mohammed Ali, Pascha von Ägypten, von Neuem;