Wahlcapitulation Wahlenberg . 23
allein er verlor lurch einen Überfall den beftstigtcnWaffenplatz Kumsida, unernieß.liche Vorräthe von Waffen und Kriegsbedürfnissen; auch waren die persischen Un-ruhen sehr günstig für die Wahabis, welche Zeit und Gelegenheit benutzten, ummehre Araberstämnie wieder mit sich zu verbinden. Doch ihre Kühnheit war nichtmit de- Klugheit großer Entwürfe gepaart. S ie unternahmen verwegene Beute-züge, ohne an die Befestigung ihrer Macht zu denken, während ihr Feind, derPascha von Ägypten , in jeder Hinsicht planmäßige Anstalten traf, um sie gänzlichzu besiegen. Als daher 1814 ihr Obei Haupt, Schud II., gestorben war, und unterihnen wegen der Nachfolge bedeutende Unruhen ausbrachen, erlitten sie mehre Nie-derlagen. Entscheidend war der Sieg, den Mohammed Alk4m Anfange 1815über sie bei Bassila, unweit der Stadt Tarabe, erfocht. Doch war es schwer, sie>m Mittelpunkte ihrer Macht anzugreifen. Endlich gelang eo dem tapfern Sohnedes Pascha, Zbrahim, die Wahabilen unter ihrem Oberhaupte, Abdullah BenSund, 1818 gänzlich zu schlagen und in ihrem befestigten Lager, 4 Tagemärschevon der Hauptstadt Derajeh, einzuschließen. Das Lager ward den 3. Sept. er-stürmt, 80 Stück Geschütz erobert, 20,000 Streiter ermordet, und Abtallah selbstgefangen genommen. Hierausunkerwarsen sich die Emw. der Stadt, verlangtenjedoch Amnestie und Schonung des Lebens und der Häuser; allem der Sieger er-klärte, daß nur der Großherr diese Bedingungen bewilligen könne. Unterdessen warddie Ankunft des Gefangenen, der als Rebell und als abtrünniger Glaubensfeindgleich große politische Wichtigkeit für die hohe Pforte hatte, zu Konstantincpel alsein National« iumph gefeiert. Dann ward er, nebst seinem Mufti und S chatzmei-ster, in Ketten dem Großsultan vorgeführt, vom Divan verhört und nebst s. Mitge-fangenen enthauptet (d. 1k. Dec. 1818). Noch sollen einige Scharen der Waho-biten in der Wüste umhei streifen, und die heldenmüthige Tochter des Stifters derSekte soll ihre Anführerin sein; allein ihr Haupisiß ist, »achtem der Großherr dievon den Besiegten gemachten Vorschläge dem Gutdünken des Pascha von Aegyptenüberlassen hatte, von diesem zerstört, und die Einw. sind, nach dem Verluste ihrerHabe, zerstreut worden. H Da nun auch der tapfere >Ldobn des Pascha Pemen er-obert und den bisher unabhängigen Zman des Landes zu Mekka der Hohen Pforteunterworfen hat (er entrichtet an den Großherr» einen fährlichen Tribut von 2000Ctnrn. Eaffee), so scheint es, daß die Niederlage der Wahabilen zugleich die MachtderPforte (oderviclmehr deS großen Mohammed Pascha von Ägopten) in dembis-her seit Alexander von Maeedonicn von keinem Eroberer unterjochten Arabien dau-erhaft befestigt und weiter als jemals ausgebreitet habe.
Wahlcapitulation, s. Capikulation.
Wahlenberg (Georg), II., Demonstrator der Botanik an der Universi-tät zu Upsala und Intendant desMuseumS der dasigen Societät der Wissenschaften.Dieser als Botaniker und Geolog ausgezeichnete Gelehrte und Schriftsteller wurde1k84 in der Prov. Wermland, wo s. Vater bei einem Eisenwerk angestellt war, geb.
Drelweb, in der arab. Provinz Nadsched, lag, durch Steppe» und Gebirge ge-schützt, 60" v. L. 26 ° N. B., in der großen, eo Meile» lange» Schluckt Wadnbenisch,umgeben von Garten und Fruchtfcldern, 12 Tagereisen von Bagdad , 130 Stundenöstlich von Medina, 100 Stunden südwestlich vvnBassora, und ieo Stunden sndrsil,von Jerusalem . Sie war 2 Stunden lang, eine kalbe Stunde breit, häufigen Über-schwemmungen ausgesetzt, und hatte 2500 steinerne Häuser, 28 ,Mvscl'een, 30 Schulen.Die bisherigen Regenten halten ihren Sitz in der Vorstadt Tereif. Nach einigen Nach,richten theilten sich die WababiS in 3 Elasten, in Äriegslcute, Feldarbeit« und Hand-arbeiter, allein da, gleich den übrigen Arabern, jeder fähige Mann m den Raubzügenseine Bestimmung findet, so ist wol die Cintheiluiig in Priester, in Äriegsleme undSklaven die richtigere. Nach neuern Nachrichten haben die Wahabis 1828 den Kriegerneuert; ein europ. Eavitain verbesserte ihre Artillerie und befehligte ein Corps re-gelmäßiger Truppen. Noch im I. 1829 behaupteten sie sich in ihrem Lande gegen dieTruppen des Vicekönigs von Ägypren.