Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Walachei 35

(2 Bde., 4., 1812) wird wegen vieler genauen Nachrichten von dem Zustande die-ses Landes und wegen freimüthiger Beurtheilung der öffentlichen Verwaltung ge-schätzt. — Sein Bruder Daniel ist staatswissenschaftlicher Schriftsteller, vor-züglich im Finanzfachc. Er hat seit 1186 mehrmals die Ansichten des ThomasPayne, des Lord Lauderdale, desMr.Morgan u.'A. zuwiderlegen gesucht. 26.

Walachei , eine osmanische Schutzprovinz, hat 1100 (nach A. 1286)ff^M. und, ohne die türkische Moldau (51V, noch A. 8V8 ^M., mit 450,060Einw.), 950,000 Einw. Sie liegt zwischen der Donau , der Moldau undSiebenbürgen . Die Hauplst. istBukareschl (s. d.). Zu den Zeiten der Römermachte die Walachei einen Theil von Dacien aus; sie erhielt im 12. und 13. Jahrh,ihi e von Byzanz abhängigen Fürsten, die sich noch dem Verfalle des byzantinischenReichs bald an Ungarn, bald an Polen schloffen, je nachdem eins dieser Reiche einenglänzenden Zeitraum hatte, und ward endlich 1421 den Osmanen zinsbar. Dochließen diese der Provinz, da sie sich freiwillig unterworfen hatte, ibre eignen Für-sten (Hospodare) und Verfassung, und den Einw. die »ngebinderte Ausübung ih-rer Religion; nursieselbsthielten, umdieDonauzu beherrschen, ZPläße: Ibrast,Dschiurdschiu (Giurgewo)undThurnul, besetzt. DieVorrechle, welche diePfoneden Hospodare» ertheilte, betrafen jedoch allein diese und die Bojaren. Das Volkin der Moldau und Walachei blieb im strengsten SinneSk'ave der Bojaren. 1116gelang es dem Pforten - Dragoman Nikol. Maurokordotos, Hospodar zuwerden. Er war der erste Grieche. der sich zu dieserMürde emporschwang. DanialSwaren die Moldau und Walachei in dem Zustande gänzlicher Verwilderung;9 Zekniheile des Landes lagen brach. Die griechischen Hospodare civilisinendas Land. Maurokordaros errichtete eine Druckerei und eine Schule, wo manSlawonisch, Altgriechisch und Lateinisch lehrte. Sein Bruder KonstantinMaurokordatos befreite die walachischen Bauern von der drückendsten Leib-eigenschaft, und führ'e den türkischen Weizen ein, der jetzt fast ine einzigeNahrung ist. Die folgenden griech. Hospodare ließen die Bibel und die Liturgiender griech. Kirche in den Landesdiolect übersetzen. Die Hospodare Alex. 2)psilantiS,Ghika, Kallimachi und Karadza ließen Gesetzbücher drucken, die noch gelten.

Die Walachei hat Korn, Taback, Lein, Pferde, Schafe und Salz im Über-flüsse. Sie könnte zu den reichsten Ländern des Erdbodens gehören, wenn die Be-wohner gewerbfleißiger unk die Verfassung besser wären. Zweige der Karpatkendurchziehe» in mannigfaltigen Richtungen das Land und bilden fruchtbare Thäler,von unzähligen Bächen bewässert; auch fehlt es nicht an lachenden Ebenen. Ausden Bergen erheben sich ansehnliche Laub - und Nodelwaldungen. Der fette Bodenerzeugt Getreide im Überfluß, ungeachtet die Cultur nur mäßig ist. Obst und Ta-back sind vortrefflich; der Wein gibt dem ungarischen nichts nach. In den gras-reichen Ebenen und auf kräuterreichen Höhen weiden zabllose Heerden; daher derbeträchtliche Handel mit Vieh aller Art. Ebenso wenig fehlt es an Wildpret undan Fischen, als Hausen, Störe, Karpfen, Hechte, Forellen. Die Schätze des Mi-neralreiche sucht Niemand auf. Die Einw. sind der größer» Masse nach entwederWalachen oder Zigeuner. Die ursprünglichen Bewohner sind, nach Thunmann,theils Albaneser (Albaner, Nachkommen der alten Illvrier), der erste oder ältesteStamm derWalachem-'tchtilsvermischt mitDaciern, Bulgaren , Slawen, Gokhenund Römern, die sich selbst Römer nennen. Ihre Sprache ist ein Erzeugnis! desVerkehrs ihrer barbarischen Sprache mit der Hup».-, in,»->„-> ru^ii,?,-,. In ihrerSommertracht gleichen sie ganz ihren Vorfahren im römischen Zeitalter, wie sieauf Trajan's Säule zu Rom abaebildet sind. Sie machen einen verderbten Volks-haufen aus, der sich durch angeborene Wildheit, großen Hang zur Trägheit, Wol-lust und Unempfindlichkeit auszeichnet. Die Zigeuner sind in großer Zahl vorhan-den und sehen sich hier, wie in allen Ländern, wo sie cirg> wandert sink, gleich.